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Volvo-Cars-Chef Samuelsson tritt ab – Zellmer übernimmt

Volvo-Cars-Chef Samuelsson tritt ab – Nachfolger Klaus Zellmer übernimmt

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Volvo-Cars-Chef Samuelsson tritt ab – Zellmer übernimmt

Håkan Samuelsson, der im April 2025 aus dem Ruhestand zurückkehrte, um den schwedischen Autobauer Volvo Cars durch eine schwierige Phase zu führen, wird sein Amt abgeben. Der 75-Jährige übergibt die Führung an Klaus Zellmer, den ehemaligen Škoda-Chef. Volvo verspricht eine „nahtlose Übergabe“ bis zum 1. Oktober des kommenden Jahres.

Samuelsson hatte Volvo bereits zehn Jahre lang bis 2022 als CEO geführt. Der erneute Antritt im Frühjahr 2025 war eine Reaktion auf einen massiven Einbruch des Aktienkurses und die enormen Herausforderungen beim kostspieligen Übergang zur Elektromobilität. Seit seiner Rückkehr leitete er umfassende Restrukturierungsmaßnahmen bei dem zur chinesischen Geely-Gruppe gehörenden Unternehmen ein. Ein zentraler Punkt ist die Senkung der Hardwarekosten durch eine tiefere Integration in die Lieferkette der chinesischen Autoholding.

Führungswechsel mit klarem Auftrag

In einer Erklärung am Sonntag zeigte sich Li Shufu, Gründer von Geely und Vorsitzender von Volvo Cars, überzeugt von der neuen Personalie. Das Aufsichtsratsmitglied sei zuversichtlich, dass die Gruppe unter Zellmers Führung „in ihr nächstes Kapitel eintreten werde, mit dem klaren Anspruch, ihre Position als führendes Premium-Automobilunternehmen zu stärken“. Der 59-jährige Zellmer bringt umfangreiche Erfahrung mit: Neben der Leitung der Marke Škoda war er zudem Vorstandsmitglied bei der Marke Volkswagen und verbrachte mehr als zwei Jahrzehnte bei Porsche.

Der Zeitpunkt des Wechsels ist strategisch gewählt. Erst in der vergangenen Woche stellte Volvo einen aggressiven Plan vor, der bis Ende des Jahrzehnts 13 neue Modelle vorsieht. Gleichzeitig sollen weitere Kosteneinsparungen realisiert werden, um eine operative Marge von 8 Prozent zu erreichen und starke Cashflows zu generieren. Die Dringlichkeit dieser Ziele wird beim Blick auf die aktuellen Zahlen deutlich: Im zweiten Quartal lag die Marge bei lediglich 1,1 Prozent.

Strategische Neuausrichtung unter geopolitischen Vorzeichen

Samuelsson hatte der Financial Times (FT) vergangene Woche die Strategie erläutert: „Wir wollen ein regionaleres Programm haben. Wir wollen Synergien nutzen und wir wollen elektrifizieren.“ Auf die Frage nach den ehrgeizigen Margenzielen sagte er: „Wenn wir all das tun, bin ich ziemlich sicher, dass wir um 8 Prozent besser dastehen, als wenn wir nichts tun würden.“

Um den wachsenden geopolitischen Herausforderungen zu begegnen, verfolgt Volvo eine stärker regionalisierte Strategie. Konkret bedeutet dies: Fahrzeuge werden speziell für den chinesischen Markt entwickelt, während Softwarelösungen für China und die westlichen Märkte getrennt voneinander erstellt werden. Dies ist auch eine Reaktion auf die verschärften Anforderungen an chinesisch kontrollierte Automobilhersteller in den USA.

Anfang dieses Jahres erhielt Volvo die behördliche Genehmigung, seine vernetzten Fahrzeuge weiterhin in den USA zu importieren und zu verkaufen. Vorausgegangen war der Nachweis gegenüber den US-Behörden, wie die Fahrzeugdaten gemäß der US-Gesetzgebung verarbeitet werden. Von chinesisch kontrollierten Herstellern wird besondere Sorgfalt verlangt, um sicherzustellen, dass ihre Daten nicht nach China abfließen.

Für den deutschen Markt ist die Entwicklung bei Volvo von besonderem Interesse. Der schwedische Hersteller, der traditionell stark im Premiumsegment positioniert ist, steht exemplarisch für den Spagat vieler europäischer Autobauer: Einerseits die kostspielige Transformation zur Elektromobilität bewältigen, andererseits die Abhängigkeiten von chinesischen Mutterkonzernen und Lieferketten managen. Mit Klaus Zellmer übernimmt ein erfahrener Manager aus dem Volkswagen-Konzern, der beide Welten kennt – sowohl die deutschen Premiumstrukturen als auch die Herausforderungen eines global agierenden Volumenherstellers.

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