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IG Metall ruft zu bundesweiten Protesten in der Autokrise auf

Über 100.000 Beschäftigte sollen am Montag gegen Werksschließungen und Stellenabbau demonstrieren.

2 Min
IG Metall ruft zu bundesweiten Protesten in der Autokrise auf

Die deutsche Automobilindustrie steckt in einer tiefgreifenden Krise. Überkapazitäten, eine schwache Auslastung der Werke, der schwierige Transformationsprozess zur Elektromobilität sowie ein wachsender Wettbewerbsdruck aus China setzen die Branche massiv unter Druck. Angesichts drohender Werksschließungen und eines drohenden massiven Stellenabbaus hat die IG Metall für diesen Montag zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen.

Unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“ sind an mehr als 200 Standorten Aktionen geplant. Dazu zählen Betriebsversammlungen, aktive Mittagspausen, Sternmärsche und öffentliche Kundgebungen. Die Gewerkschaft rechnet mit einer Beteiligung von über 100.000 Beschäftigten aus der Automobilherstellung und der Zulieferindustrie.

Scharfe Kritik der Gewerkschaftsführung

Christiane Benner, die Vorsitzende der IG Metall, kritisierte die aktuelle Entwicklung scharf. Sie sprach von einem „beispiellosen Angriff auf die Beschäftigten“. Die Gewerkschaft beklagt, dass die Lasten der Branchenkrise einseitig auf die Mitarbeiter abgewälzt würden.

Ein zentraler Streitpunkt ist der Erhalt der 35-Stunden-Woche, deren Bestand die Gewerkschaft als nicht verhandelbar betrachtet. Zudem fordert die IG Metall ein Ende der Sparmaßnahmen zulasten der Belegschaften. Stattdessen verlangt sie, dass Unternehmen ihre Gewinne verstärkt in die deutschen Standorte reinvestieren – insbesondere in die Batteriefertigung, autonomes Fahren und moderne Produktionsanlagen.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Produktion volumenstarker Modelle, um die Werksauslastung zu sichern. „Investitionen in Standorte statt Geldregen für Aktionäre!“, lautet die klare Forderung der Arbeitnehmervertreter.

Politik in der Pflicht

Auch die Politik nimmt die Gewerkschaft in die Pflicht. Um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte zu sichern, seien niedrigere Stromkosten und ein Abbau bürokratischer Hürden zwingend erforderlich. Darüber hinaus spricht sich die IG Metall für eine Ausweitung von Schutzzöllen gegen Importe aus China sowie für gezielte Finanzhilfen aus, um die Zulieferindustrie bei ihrem strukturellen Umbau zu unterstützen.

Die Proteste markieren eine deutliche Positionierung der Gewerkschaft im Vorfeld der anstehenden Tarifrunde. In dieser wird es maßgeblich um die Zukunftssicherung der Branche und den Schutz der Arbeitsplätze gehen. Die deutsche Automobilindustrie steht vor einem entscheidenden Wendepunkt – und die IG Metall macht deutlich, dass sie die Interessen der Beschäftigten nicht kampflos aufgeben wird.

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