US-Kongress will Bundesjobs für frühere Marihuana-Nutzer öffnen
Neuer parteiübergreifender Gesetzesentwurf schützt vor Diskriminierung bei Sicherheitsüberprüfungen und Bundesbeschäftigung.

Ein neuer parteiübergreifender Gesetzesentwurf im US-Kongress soll Menschen davor schützen, aufgrund früherer Marihuana-Nutzung von Bundesjobs oder Sicherheitsüberprüfungen ausgeschlossen zu werden. Die Abgeordneten Jamie Raskin (Demokrat, Maryland) und Zachary Nunn (Republikaner, Iowa) brachten den „Cannabis Users' Restoration of Eligibility (CURE) Act“ am Donnerstag ein.
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass „die vergangene Nutzung von Marihuana durch eine betroffene Person bei keiner Entscheidung darüber verwendet werden darf, ob diese Person“ für eine Sicherheitsüberprüfung geeignet ist oder für eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst qualifiziert ist. Dies würde eine grundlegende Änderung der bisherigen Praxis bedeuten, bei der Cannabiskonsum oft ein Ausschlusskriterium darstellte.
Innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten müssten alle Bundesbehörden ein Verfahren zur Überprüfung früherer Entscheidungen schaffen, bei denen Sicherheitsüberprüfungen oder Jobchancen wegen Cannabiskonsums verweigert wurden. Dies soll bis zum 1. Januar 2008 zurückreichen. Zudem wäre die Einrichtung einer Website vorgeschrieben, auf der das Überprüfungsverfahren detailliert dargelegt wird.
Rückwirkende Überprüfung und klare Fristen
Der Gesetzestext legt fest: „Nach Erhalt eines Antrags einer jeden Person, derart eine Sicherheitsüberprüfung oder Beschäftigung (je nach Fall) verweigert wurde, hat die Bundesbehörde, die solche Überprüfung oder Beschäftigung verweigert hat, nicht später als 90 Tage nach Datum des Eingangs dieses Antrags die Entscheidung zu überprüfen und festzustellen, ob diese Entscheidung ausschließlich auf der vergangenen Marihuana-Nutzung beruhte.“
Der neu eingebrachte Entwurf ist nahezu identisch mit einer Version des CURE Act, die bereits 2023 vom Ausschuss für Aufsicht und Rechenschaftspflicht des Repräsentantenhauses genehmigt wurde. Die ursprüngliche Fassung hatte einen breiteren Umfang und hätte Bundesangestellte auch vor Bestrafungen wegen aktueller Marihuana-Nutzung geschützt. Ein Änderungsantrag von Ausschussvorsitzendem James Comer (Republikaner, Kentucky) schränkte den Schutz jedoch allein auf frühere Marihuana-Nutzung ein.
Der CURE Act stellt eine Erweiterung eines früheren Änderungsantrags dar, den Raskin im Rahmen eines vom Repräsentantenhaus verabschiedeten Gesetzes zur Legalisierung von Cannabis im Jahr 2022 einbrachte. Diese Maßnahme hätte sich lediglich auf Sicherheitsüberprüfungen erstreckt, nicht auf gesamte Einstellungsentscheidungen. Die damalige Rückwirkung hätte sogar eine Überprüfung von Ablehnungen bis ins Jahr 1971 erfordert. Der Änderungsantrag scheiterte im Repräsentantenhaus knapp.
Parallele Initiative im Senat
Im Senat wurde ein ähnlicher Entwurf, der DOOBIE Act („Dismantling Outdated Obstacles and Barriers to Individual Employment“), von Senator Gary Peters (Demokrat, Michigan) eingebracht. Dieser wurde 2024 vom Ausschuss für innere Sicherheit und Angelegenheiten der Regierung im Senat genehmigt. Der Entwurf stellt klar, dass betroffene Behörden „keine Eignungsentscheidung für eine Einzelperson ausschließlich auf der vergangenen Nutzung von Marihuana durch diese Einzelperson basieren dürfen“.
Das Büro für Personalmanagement des Weißen Hauses (OPM) müsste diese Politik ebenfalls übernehmen. Darüber hinaus dürften frühere Cannabiskonsum nicht verwendet werden, um ein Credential zur persönlichen Identitätsverifikation zu verweigern, das Bundesangestellten den Zugang zu verschiedenen Einrichtungen und Informationen ermöglicht.
Auch der Direktor der nationalen Nachrichtendienste (DNI) wäre gemäß dem Vorschlag verpflichtet, Vorschriften zu erlassen, die seine eigenen Cannabis-Richtlinien aktualisieren und anderen Bundesbehörden bei der Umsetzung der Änderungen bei Beschäftigung und Sicherheitsüberprüfungen behilflich sind.
Hintergrund und Bedeutung
Die Gesetzesinitiativen spiegeln einen wachsenden politischen Wandel in den USA wider. Während auf Bundesebene Marihuana weiterhin als illegale Substanz eingestuft ist, haben zahlreiche Bundesstaaten den Konsum zu medizinischen oder Freizeitzwecken legalisiert. Dies führt zunehmend zu Widersprüchen, insbesondere bei der Einstellung von Bundesbediensteten und der Vergabe von Sicherheitsüberprüfungen.
Der CURE Act und der DOOBIE Act adressieren dieses Spannungsfeld, indem sie vergangenen Cannabiskonsum nicht länger als pauschales Ausschlusskriterium behandeln wollen. Für deutsche Beobachter ist dies interessant, da auch in Deutschland die Diskussion um eine Legalisierung von Cannabis und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und Sicherheitsüberprüfungen geführt wird.
