ANZEIGE

Umfrage: Mehrheit in North Carolina für Cannabis-Legalisierung und Hanf-THC

75 Prozent der Befragten unterstützen medizinisches Cannabis, 55 Prozent die Freigabe für Erwachsene.

3 Min
Umfrage: Mehrheit in North Carolina für Cannabis-Legalisierung und Hanf-THC

Eine neue Umfrage der Elon University zeigt eine deutliche Mehrheit für die Legalisierung von Cannabis in North Carolina – sowohl medizinisch als auch für den Freizeitkonsum. Gleichzeitig sprechen sich die Bewohner des Bundesstaates klar für den Erhalt legaler THC-haltiger Hanfprodukte aus, allerdings mit strengen Altersbeschränkungen.

Die am Donnerstag veröffentlichte Erhebung ergab, dass 75 Prozent der Befragten die Legalisierung von medizinischem Marihuana unterstützen. Nur 11 Prozent lehnen diese ab. Die parteiübergreifende Zustimmung ist beachtlich: 89 Prozent der Demokraten befürworten die Reform, aber auch 57 Prozent der Republikaner.

Noch weiter geht die Unterstützung für eine vollständige Legalisierung von Cannabis für den Freizeitgebrauch. Hier stimmen 55 Prozent der Befragten zu, während 30 Prozent dagegen sind. Die parteipolitischen Unterschiede sind hier jedoch deutlich größer: 74 Prozent der Demokraten befürworten die Freigabe, aber nur 33 Prozent der Republikaner.

Hanf-THC-Produkte: Mehrheit für Legalität, aber mit Altersgrenze

Ein zentraler Punkt der Umfrage betrifft die Zukunft von hanfbasierten THC-Produkten wie Seltzer-Getränken und Gummibärchen. Die Bewohner North Carolinas wurden gefragt, ob der Staat den Verkauf dieser Produkte erlauben oder verbieten sollte. 53 Prozent sprachen sich für die Legalität aus, 28 Prozent für ein Verbot. Auch hier zeigen sich die bekannten parteipolitischen Muster: 62 Prozent der Demokraten unterstützen die legalen Produkte, aber nur 35 Prozent der Republikaner.

In einer separaten Frage zeigte sich jedoch eine überparteiliche Einigkeit: 82 Prozent aller Befragten befürworten ein Verkaufsverbot dieser Produkte an Personen unter 21 Jahren. Jason Husser, Direktor des Elon University Polls und Professor für Politikwissenschaft, betonte die Stabilität der öffentlichen Meinung: „Wir haben einen signifikanten Anstieg der Unterstützung für die Legalisierung zwischen 2017 und 2021 festgestellt, als die Bewohner North Carolinas sahen, wie die Legalisierung in anderen Staaten stattfand.“ In den letzten fünf Jahren sei die Unterstützung weitgehend stabil geblieben.

Politischer Druck auf die Legislative

Die Umfrageergebnisse kommen zu einem politisch brisanten Zeitpunkt. Gouverneur Josh Stein (D) übt weiterhin Druck auf die von der GOP kontrollierte Legislative aus, um Marihuana-Reformen voranzutreiben. Erst im vergangenen Monat forderte er die Gesetzgeber auf, Cannabis so zu legalisieren und zu regulieren, dass „Kinder geschützt werden“. In einem Social-Media-Beitrag kritisierte Stein die aktuellen Zustände als „Wilden Westen“ auf dem THC-Markt des Staates.

Während der Gouverneur eine breite Legalisierung anstrebt, konzentrieren sich die republikanischen Führer der Legislative eher auf das engere Thema Hanf. Ein Gesetzentwurf zur Einschränkung von Hanf- und Kratom-Produkten wurde bereits vom Senat verabschiedet und wartet nun auf mögliche Maßnahmen im Repräsentantenhaus.

Medizinisches Cannabis: Jahrelanges Tauziehen

Die Gesetzgeber in North Carolina prüfen seit mehreren Sitzungen Legislation zur Legalisierung von medizinischem Cannabis. Der Senat hat mehrere Vorschläge genehmigt, doch das Repräsentantenhaus weigerte sich bislang, diesem Beispiel zu folgen. Der Präsident pro tempore des Senats kündigte jedoch kürzlich an, dass die Legalisierung von medizinischem Marihuana nach der Entscheidung der Trump-Administration, Cannabis auf Bundesebene neu einzustufen, ernster betrachtet werde.

Eine vom Gouverneur eingesetzte Cannabis-Kommission veröffentlichte im April einen Bericht, der empfahl, von einem strafrechtlichen Ansatz gegenüber der Pflanze abzurücken und zu einem System „robuster“ Regulierungen überzugehen. Der North Carolina Advisory Council on Cannabis betonte, dass die aktuelle „Abwesenheit von Regulierung für North Carolinas berauschenden Cannabismarkt zahlreiche Bedenken aufwirft“. Hanfprodukte seien zwar leicht verfügbar, aber weitgehend unreguliert, während Marihuana im Staat insgesamt – sogar für medizinische Zwecke – verboten bleibt.

Volksentscheid und Stammes-Apotheke

Demokratische Gesetzgeber reichten kürzlich Legislation ein, die es den Wählern ermöglichen soll, im November per Volksentscheid über die Legalisierung von Marihuana für den persönlichen oder medizinischen Gebrauch zu entscheiden. Allerdings sagte Senatspräsident Phil Berger (R), dass der Gesetzentwurf wahrscheinlich nicht vorankommen werde.

Bereits 2024 eröffnete die Eastern Band of Cherokee Indians die erste Marihuana-Apotheke des Staates – trotz Protesten bestimmter republikanischer Kongressabgeordneter. Der endgültige Bericht der Cannabis-Kommission muss bis zum 31. Dezember dieses Jahres vorliegen.

Die Umfrage der Elon University basiert auf Interviews mit 1.121 Erwachsenen in North Carolina zwischen dem 21. und 31. August und weist eine Fehlermarge von plus/minus 5,09 Prozentpunkten auf.

North CarolinaMarihuana LegalisierungCannabis UmfrageHanf Thc ProdukteMedizinisches CannabisFreizeitkonsumElon UniversityCannabis Reform

Meistgelesene News

  1. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  2. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  3. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden
  4. Warsteiner Brauerei kämpft mit Krise und Absatzproblemen
  5. Fed-Zinsentscheidung: Märkte zwischen Inflationsdruck und Stabilisierung

Disclaimer