SCOTUS soll Cannabis-Lizenzstreit um diskriminierende Gesetze entscheiden
Oberster Gerichtshof soll über Verfassungsmäßigkeit diskriminierender Cannabis-Lizenzgesetze entscheiden

Der Oberste Gerichtshof der USA (SCOTUS) wird aufgefordert, in einem Rechtsstreit zu entscheiden, ob staatliche Lizenzierungsgesetze für Cannabisunternehmen, die Einwohner anderer Bundesstaaten benachteiligen, gegen die Verfassung verstoßen. Konkret geht es um die sogenannte ruhende Handelsklausel (Dormant Commerce Clause), die diskriminierende Regelungen zwischen den Bundesstaaten untersagt. Der Fall könnte weitreichende Folgen für die milliardenschwere Cannabisindustrie haben.
Das Repräsentantenhaus hat zudem ein Gesetz verabschiedet, das das Department of Health and Human Services (HHS) verpflichtet, die Verbreitung von Drogentests auf Marihuana, Fentanyl und andere Substanzen in Krankenhaus-Notaufnahmen zu untersuchen. Die Initiative zielt darauf ab, ein genaueres Bild der Drogenexposition in medizinischen Notfallsituationen zu gewinnen.
Politische Entwicklungen in Michigan und Alabama
In Michigan hat die Michigan Cannabis Industry Association ihre Unterstützung für den republikanischen Gouverneurskandidaten John James erklärt. Ausschlaggebend ist sein Versprechen, eine kürzlich eingeführte Großhandelssteuer auf Marihuana entweder vollständig aufzuheben oder erheblich zu reduzieren. Die Branche erhofft sich dadurch eine spürbare Entlastung.
In Alabama sorgt derweil die hohe Zahl von Cannabis-Festnahmen für Kritik. Die Autorin Tiffany McElrath argumentiert in einem Gastbeitrag für Marijuana Moment, ihr Bundesstaat solle „verantwortungsvolle Erwachsene nicht wie Kriminelle behandeln“. Sie betont: „Cannabis ist nicht für jeden geeignet. Erwachsene sollten weiterhin die Freiheit haben zu entscheiden, ob es das Richtige für sie ist – genau wie sie entscheiden können, ob sie Alkohol trinken, verschriebene Medikamente einnehmen oder beides unterlassen.“
Bundesebene: Banken, Gerechtigkeit und Legalisierungsbemühungen
Der Verwaltungsrat des Federal Reserve Systems hat darauf hingewiesen, dass traditionelle Community-Banken, die cannabisbezogene Unternehmen bedienen, möglicherweise spezialisierte Plattformen für die Einhaltung des Bankgeheimnisgesetzes (BSA/AML) und der Anti-Geldwäsche-Bestimmungen benötigen. Dies unterstreicht die anhaltenden regulatorischen Hürden für die Branche.
Die Congressional Black Caucus Foundation veranstaltete auf ihrer Konferenz eine Podiumsdiskussion über Cannabis-Gerechtigkeit und unregulierte Märkte. Parallel dazu erhielt der Senatsentwurf zur bundesweiten Legalisierung von Marihuana einen neuen Mitunterstützer – die Gesamtzahl liegt nun bei 17. Auch der Gesetzesentwurf zur Kodifizierung von Bestimmungen der Exekutivverordnung von Präsident Donald Trump zu Psychedelika gewann einen weiteren Unterstützer hinzu, insgesamt sind es nun fünf.
Entwicklungen in den Bundesstaaten
In Kentucky verwies Gouverneur Andy Beshear (D) bei einer Frage zur Rückkehr von Senator Mitch McConnell (R-KY) auf die „Bedrohung unserer Hanfindustrie“. In Oklahoma diskutierten Gesetzgeber über mögliche medizinische Cannabis-Gesetze, die 2027 geprüft werden könnten.
Mehrere Bundesstaaten meldeten regulatorische Maßnahmen:
Kalifornien:
Die Aufsichtsbehörden riefen Marihuana-Produkte zurück, die unter unhygienischen Bedingungen hergestellt wurden und deren Pestizidkontrollen nicht den Vorschriften entsprachen. -
Colorado:
Es wurde eine Gesundheits- und Sicherheitswarnung für Cannabis-Produkte herausgegeben, deren Butanwerte über den zulässigen Grenzwerten lagen. -
Alaska:
Die Behörden schlugen Änderungen der Regeln für die Gesamt-THC-Grenzwerte bei Cannabis-Esswaren vor. -
Hawaii:
Es wurden Leitlinien zur Registrierung von Hanfunternehmen veröffentlicht. -
Oregon:
Die Behörden werden am Donnerstag Änderungen der Marihuana- und Hanfregeln prüfen. -
Minnesota:
Eine Informationsveranstaltung zum Thema Cannabis ist für den 1. Oktober geplant.
Lokale und internationale Nachrichten
In Menominee, Michigan, verzögerte eine Richterin ihre Entscheidung über eine Klage gegen ein Referendum, das die Anzahl der Einzelhandelslizenzen für Marihuana betrifft. In Indien erklärte der Oberste Gerichtshof, er sei in Kauffällen, die Marihuana betreffen, „sehr liberal“.
Wissenschaft und Geschäft
Eine Studie ergab, dass CBG und ein Full-Spectrum-Cannabis-Extrakt „analgetische und entzündungshemmende Wirkungen entfalten“. Dabei biete der Full-Spectrum-Extrakt eine schnellere akute Linderung, während CBG eine länger anhaltende antinozizeptive Wirkung erzeuge. Eine weitere Studie an Ratten zeigte, dass „CBD keine Auswirkungen auf die locomotorische Aktivität zeigte, aber die Verweildauer im Zentrum erhöhte, was auf anxiolytische-like Effekte hindeutet“.
Im Geschäftsbereich gab Christina Lake Cannabis Corp. bekannt, ein zweites Übernahmeangebot erhalten zu haben.
