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Neue Umfrage: Nur jeder dritte Amerikaner hält Cannabis für gefährlich

Cannabis-Branche in den USA wächst rasant – Minnesota meldet Umsatz von über 250 Millionen Dollar

3 Min
Neue Umfrage: Nur jeder dritte Amerikaner hält Cannabis für gefährlich

Eine neue Umfrage in den USA zeigt einen deutlichen Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung von Cannabis. Nur noch etwa ein Drittel der Amerikaner hält Marihuana für gefährlich, und weniger als die Hälfte glaubt noch an die sogenannte „Gateway-Theorie", wonach Cannabiskonsum den Einstieg in härtere Drogen begünstigt. Dies berichtet der Branchendienst Marijuana Moment in seinem aktuellen Newsletter.

Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Cannabis-Regulierung in den USA auf mehreren Ebenen grundlegend verändert. Während immer mehr Bundesstaaten den legalen Markt ausbauen, zeichnet sich auch auf Bundesebene eine mögliche Neuausrichtung ab.

FDA-Hearing zu psychedelischen Therapien

Die US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat eine Anhörung zum Ausbau der Entwicklung psychedelischer Therapien abgehalten. Dabei betonte die Behörde die Notwendigkeit, wissenschaftliche Standards einzuhalten. Insgesamt wurden Zeugenaussagen von 80 Sachverständigen entgegengenommen. Das Hearing unterstreicht das wachsende Interesse der US-Regulierungsbehörden an psychedelischen Substanzen als potenziellen medizinischen Wirkstoffen.

Minnesota: Über 250 Millionen Dollar Umsatz im ersten Jahr

Das Büro für Cannabis-Management in Minnesota gab bekannt, dass Einzelhändler im Bundesstaat seit dem Start des legalen Freizeitmarktes vor einem Jahr mehr als eine Viertelmilliarde US-Dollar an legalen Cannabis-Produkten verkauft haben. Der Marktstart in Minnesota gilt als einer der erfolgreichsten in den USA und zeigt die hohe Nachfrage nach legalen Cannabisprodukten.

Gewerkschaft stellt sich gegen Anti-Cannabis-Initiative

In Massachusetts ruft der Staatliche Rat der Service Employees International Union (SEIU) die Wähler dazu auf, eine Initiative zur Rückgängigmachung der Cannabis-Legalisierung abzulehnen. Die Initiative steht im November zur Abstimmung. Die Gewerkschaft betont, dass „der Kampf zum Schutz legalen Marihuana auch ein Kampf zum Schutz des Fortschritts" sei.

DEA rückt in die Rolle einer Cannabis-Regulierungsbehörde

Einem Gastbeitrag bei Marijuana Moment zufolge wandelt sich die Drug Enforcement Administration (DEA) unter der Trump-Administration zunehmend von einer reinen Vollzugsbehörde zu einer Cannabis-Regulierungsbehörde. Die Autoren Joshua S. Bauchner und Marky Suazo von Mandelbaum Barrett PC schreiben: „Solange es die moderne Cannabis-Branche gibt, konzentrierten sich Betreiber primär auf staatliche Lizenzbehörden, Kontrollgremien für Cannabis und staatliche Compliance-Anforderungen. Die DEA wurde verständlicherweise allgemein eher als Vollzugsbehörde denn als alltägliche Branchenregulierungsbehörde wahrgenommen. Diese Dynamik könnte sich ändern."

Neuer Gesetzentwurf für botanische Arzneimittel

Die Abgeordneten Lauren Boebert (R-CO) und Derrick Van Orden (R-WI) haben einen neuen Gesetzentwurf im Kongress eingebracht. Dieser sieht eine zwölfjährige Marktexklusivitätsperiode für neu zugelassene botanische Arzneimittel vor. Nach Ansicht von Befürwortern könnte dies die Entwicklung von Medikamenten fördern, die aus Cannabis, Psychedelika und anderen Pflanzen gewonnen werden.

Regulierungsaktivitäten in den Bundesstaaten

In mehreren Bundesstaaten gibt es zeitgleich wichtige regulatorische Entwicklungen. Delaware: Gouverneur Matt Meyer (D) wird voraussichtlich ein Gesetz unterzeichnen, das die zuständige Behörde in Division of Alcohol, Tobacco, and Marijuana Enforcement umbenennt. Kalifornien: Regulierungsbehörden haben Rückrufe von Cannabis-Produkten wegen kindergerechter Verpackung und Verstößen gegen Pestizidvorschriften angeordnet. Nebraska: Aktualisierte Vorschriften für medizinisches Cannabis werden erst im nächsten Jahr finalisiert. Oregon: Regulierungsbehörden führen Anhörungen zu vorgeschlagenen Änderungen der Vorschriften für Psilocybin-Dienstleistungen durch.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Cannabis und Psychedelika

Eine aktuelle Studie hob die Wirksamkeit von kaltgepresstem industriellem Hanfsamenöl bei der Wundheilung hervor. Ein weiterer Review kam zu dem Schluss, dass Psilocybin eine Reduktion psychosomatischer Symptome verursachen kann, die Wochen bis Jahre nach der Anwendung anhält.

Unternehmensmeldungen: Curaleaf und Innovative Industrial Properties

In der Cannabis-Branche gibt es auch bemerkenswerte Unternehmensentwicklungen: Curaleaf Holdings, Inc. hat einen Brief gesandt, in dem Aurora Cannabis Inc. aufgefordert wird, sein Übernahmeangebot anzunehmen. Die Innovative Industrial Properties, Inc. kündigte derweil eine quartalsweise Dividende von 1,90 US-Dollar pro Aktie an.

Die Entwicklungen zeigen, dass die Cannabis-Industrie in den USA weiterhin in Bewegung ist – sowohl auf regulatorischer als auch auf unternehmerischer Ebene. Die veränderte öffentliche Wahrnehmung, wie sie die neue Umfrage dokumentiert, dürfte den politischen Druck in Richtung weiterer Liberalisierungsschritte zusätzlich erhöhen.

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