Nike lässt Mbappé ziehen – On sichert sich Fußball-Superstar
Kylian Mbappé wechselt von Nike zu On – ein Paukenschlag für die Sportbekleidungsbranche.

Der französische Fußball-Superstar Kylian Mbappé hat einen neuen Sponsorenvertrag mit dem Schweizer Sportbekleidungskonzern On unterschrieben. Hintergrund ist, dass Nike sich entschieden hatte, die langjährige Partnerschaft mit dem 27-Jährigen nicht zu verlängern. Das berichtet CNBC unter Berufung auf eine mit den Vorgängen vertraute Person.
On gab die Einigung am Freitag bekannt und feiert damit den ersten Fußball-Vertrag der Unternehmensgeschichte. Zugleich verpflichtete das Unternehmen den französischen Fußball-Legenden Thierry Henry als Director of Football. Für On ist dies ein strategischer Coup, der das Portfolio des bisher vor allem für Laufschuhe bekannten Herstellers deutlich erweitert.
Nike spart sich die Millionen-Gage
Mbappé war bereits 2006 als Kind zu Nike gestoßen und entwickelte sich seither zu einem der profiliertesten Stars des Weltfußballs. Der Vertrag lief im Juli aus. Laut der mit den Verhandlungen vertrauten Person war Nike der Ansicht, von den besten Jahren der Karriere Mbappés bereits profitiert zu haben. Der Konzern entschied sich daher, das Budget für Endorsements anderweitig einzusetzen.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Wenn die Weltmeisterschaft 2030 beginnt, wird Mbappé 31 Jahre alt sein – für einen Fußballer noch immer ein Alter, in dem Spitzenleistungen möglich sind. Nike verzichtet damit bewusst auf die Vermarktung eines Spielers, der als einer der besten seiner Generation gilt.
On wagt den Schritt in den Fußball
Für On ist der Deal ein prestigeträchtiger Einstieg in die Welt des Fußballs. Das Unternehmen erklärte, man wolle der Sportart eine „frische Perspektive“ verleihen. Mbappé selbst ließ in einer Erklärung verlauten, ihn habe die Chance angezogen, „etwas völlig Neues aufzubauen“.
Der Star von Real Madrid ist der erfolgreichste Torschütze in der Geschichte des Paris Saint-Germain, der französischen Nationalmannschaft sowie der FIFA-Weltmeisterschaft insgesamt. Mit Frankreich gewann er 2018 den WM-Titel.
Nike unter Druck – On im Aufwind
Der Verlust Mbappés ist Teil einer größeren Neuausrichtung bei Nike. Unter CEO Elliott Hill arbeitet der Konzern daran, Markenbindung und Produktinnovation wiederherzustellen. Die schleppenden Verkaufszahlen, insbesondere die Schwierigkeiten in China, haben die Nike-Aktie im vergangenen Jahr um rund 50 Prozent fallen lassen.
Gleichzeitig ist der Mbappé-Deal ein weiterer Beleg für die Ambitionen von On. Das Unternehmen hat sein Portfolio in den vergangenen Jahren zunehmend über das Kernsegment Laufschuhe hinaus erweitert.
Analysten warnen vor hohen Kosten
Jahrelang hat Nike viele der weltweit führenden Fußballstars vertreten, darunter Erling Haaland, Vinicius Junior, Alexia Putellas und Sam Kerr. Der Verlust Mbappés ist daher auch ein symbolischer Rückschlag.
In einer Analystennotiz zur Einschätzung der Ambitionen von On im Fußball warnte Jefferies jedoch: Fußball sei eine der teuersten Kategorien für Markteintritte und „Leistungscredibility kann nicht einfach gekauft werden“. On steht nun vor der Herausforderung, den eigenen Anspruch im Fußballgeschäft mit Leben zu füllen.
