Schweizer Uhrenexporte steigen: Asien gleicht US-Rückgang aus
Schweizer Uhrenexporte steigen im August um 9,1 Prozent – Asien gleicht US-Rückgang aus.

Die Schweizer Uhrenindustrie setzt ihren Erholungskurs fort. Im August stiegen die Exporte den vierten Monat in Folge, angeführt von einer starken Nachfrage aus China und Japan. Der Gesamtumsatz legte wertmäßig um 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie der Verband der Schweizer Uhrenindustrie (FH) am Donnerstag mitteilte.
Besonders bemerkenswert ist ein langfristiger Indikator: Der gleitende 12-Monatsdurchschnitt drehte zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder ins Positive. Dies signalisiert, dass die Branche die Durststrecke der vergangenen Jahre allmählich hinter sich lässt.
Wachstum trotz Gegenwind aus den USA
Der positive Gesamttrend ist umso beachtlicher, als die Lieferungen in die USA – traditionell einer der wichtigsten Märkte für Schweizer Uhren – deutlich zurückgingen. Die genauen Rückgangszahlen für den US-Markt nannte der FH nicht, der Gesamtanstieg von 9,1 Prozent zeigt jedoch, dass die Zuwächse aus Asien den Ausfall mehr als kompensieren konnten.
China und Japan entwickelten sich dabei zu den wichtigsten Treibern. Insbesondere die chinesische Nachfrage nach hochwertigen Schweizer Zeitmessern bleibt robust, was angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten in der Region bemerkenswert ist. Auch japanische Käufer griffen wieder verstärkt zu, was den positiven Trend zusätzlich untermauerte.
Wendepunkt nach zwei Jahren
Der Sprung des gleitenden 12-Monatsdurchschnitts in positives Terrain ist für Branchenkenner ein wichtiges Signal. Über zwei Jahre hinweg hatte dieser Indikator im Minus gelegen, was die schwierige Phase der Schweizer Uhrenindustrie nach dem pandemiebedingten Boom widerspiegelte. Nun deutet die Trendwende auf eine nachhaltige Erholung hin.
Die Schweizer Uhrenindustrie hatte in den Jahren 2023 und 2024 mit einer Normalisierung der Nachfrage nach den Rekordjahren der Post-Covid-Ära zu kämpfen. Hohe Lagerbestände bei Händlern und eine vorsichtigere Konsumstimmung in wichtigen Märkten belasteten die Exportzahlen. Der nunmehr vierte Anstieg in Folge spricht für eine allmähliche Entspannung der Lage.
Ausblick für die Branche
Für die kommenden Monate bleibt abzuwarten, ob sich der Aufwärtstrend fortsetzen lässt. Die Abhängigkeit von asiatischen Märkten birgt Risiken, insbesondere mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung in China. Sollte die Nachfrage aus den USA weiter nachlassen, müssten andere Regionen einspringen, um das Wachstum zu stützen.
Die Schweizer Uhrenhersteller dürften die Entwicklung genau beobachten. Viele Marken hatten in den vergangenen Jahren ihre Präsenz in den USA ausgebaut und setzen nun verstärkt auf Asien, um die Verluste auszugleichen. Die August-Zahlen zeigen, dass diese Strategie vorerst aufgeht – ob dies jedoch von Dauer sein wird, bleibt abzuwarten.
