Michigan entzieht Muha Meds-Lizenz und verhängt Rekordstrafe von 2 Millionen
Cannabis-Aufsicht schließt Produzenten nach schweren Compliance-Verstößen und Diversionsverdacht.

Die Cannabis-Regulierungsbehörde des US-Bundesstaates Michigan (CRA) hat drastische Maßnahmen gegen einen Hersteller von Verdampferprodukten ergriffen. Der Produzent der beliebten Marke Muha Meds, das Unternehmen Michigan Investments 10, muss seine Geschäfte zum 24. September schließen und eine Rekordstrafe in Höhe von 2 Millionen US-Dollar zahlen. Grund sind wiederholte schwerwiegende Verstöße gegen die Compliance-Vorschriften, darunter Anzeichen möglicher Inversion und Diversion.
Wie die CRA am Mittwoch mitteilte, wiesen die Aufsichtsbehörden bereits ab 2023 auf mehrere „eklatante Verstöße“ bei Michigan Investments 10 hin. Dazu zählen die Unterlassung der Produktprüfung, unzureichende Protokollierung der Produkte im Seed-to-Sale-Tracking sowie fehlende oder defekte Überwachungskameras.
„Die Gesetze und Vorschriften für Cannabis in Michigan sollen die öffentliche Gesundheit und Sicherheit schützen sowie die Rechenschaftspflicht im regulierten Markt gewährleisten“, erklärte CRA-Geschäftsführer Brian Hanna. „Wenn ein Lizenznehmer diese Anforderungen in diesem Maße missachtet, wird die CRA geeignete Maßnahmen ergreifen.“
Schwere Vorwürfe: Diversion und Inversion
Besonders brisant sind die Hinweise auf mögliche Diversion – also das Einschleusen von legal angebautem Cannabis in illegale Märkte. Laut Ermittlern hatte Michigan Investments eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Änderungen an Einträgen in ihrem Metrc-Protokoll vorgenommen. Bei einem unangekündigten Vor-Ort-Besuch teilte der General Manager des Unternehmens den Ermittlern mit, dass 16 Pakete mit „105,7 Pfund Cannabis-Produkt“ nicht „physisch lokalisiert“ werden könnten.
Fehlende Produkte gelten als möglicher Indikator für Diversion. Zudem werfen Probleme im Bereich Track-and-Trace Fragen nach Inversion auf, also wenn illegale Produkte ohne verifizierte Prüfung in die legale Lieferkette gelangen. Die CRA berichtete zudem von „Paketen mit Destillat ohne Metrc-Tag“.
Langwieriges Verfahren und Rekordstrafe
Die CRA hatte die Genehmigung von Michigan Investment 10 bereits im November 2023 ausgesetzt. Diese Aussetzung wurde jedoch im Januar 2024 von einem Verwaltungsrichter wieder aufgehoben. Erst im Juni 2026 bestätigte ein staatlicher Verwaltungsrichter die Feststellungen der CRA und entschied, dass die Genehmigung widerrufen werden müsse. Es bleibt unklar, warum der Staat mehr als zwei Jahre für die endgültigen Maßnahmen benötigte.
Laut MLive handelt es sich bei der verhängten Strafe von 2 Millionen US-Dollar um die höchste, die jemals gegen ein lizenziertes Cannabis-Unternehmen in Michigan verhängt wurde.
Herausforderungen für den Cannabismarkt in Michigan
Michigan bleibt der zweitgrößte legale Cannabismarkt der USA hinter Kalifornien. Doch die Betreiber kämpfen seit zwei Jahren mit erheblichen Schwierigkeiten aufgrund von Steuer- und Preisproblemen. Die legalen Verkäufe sanken im vergangenen Jahr auf 3,17 Milliarden US-Dollar, obwohl die Händler meldeten, mehr Produkte als je zuvor verkauft zu haben. Grund ist die anhaltende Überversorgung, die zu einem massiven Preisdruck führt.
Seit dem 1. Januar gilt zudem eine neue Großhandelssteuer in Höhe von 24 Prozent. Mehrere Händler haben bereits direkt als Reaktion auf diese Steuererhöhung geschlossen. Bislang hat die Steuer jedoch nur einen Bruchteil der versprochenen Einnahmen generiert. Die Aufsichtsbehörden haben in der Vergangenheit bereits mehrfach strenge Maßnahmen gegen Cannabis-Unternehmen in Michigan ergriffen, denen Fehlverhalten vorgeworfen wurde.
