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Alabama gibt Widerstand gegen Cannabis-Neuklassifizierung auf

Gesundheitsbehörde zieht Einspruch gegen bundesweite Einstufung von Marihuana zurück.

2 Min
Alabama gibt Widerstand gegen Cannabis-Neuklassifizierung auf

Der Bundesstaat Alabama hat seinen Widerstand gegen die bundesweite Neuklassifizierung von medizinischem Cannabis aufgegeben. Der Staatliche Ausschuss für öffentliche Gesundheit stimmte am Donnerstag einstimmig dafür, die Opposition fallen zu lassen, wie der Alabama Reflector berichtet. Damit endet ein Verfahren, das im Mai mit einem Widerspruch gegen die Entscheidung des US-Justizministeriums begonnen hatte.

Das US-Justizministerium hatte im April staatlich reguliertes medizinisches Marihuana von der Kategorie 1 (Schedule 1) in die Kategorie 3 (Schedule 3) des bundesweiten Wirkstoffplans verschoben. Präsident Donald Trump hatte diesen Schritt im Dezember per Exekutivbefehl eingeleitet. Alabama, wo der Verkauf von medizinischem Cannabis nach jahrelangen Verzögerungen erst im Juni diesen Jahres anlief, stand der Neuklassifizierung zunächst kritisch gegenüber.

Warum zog Alabama seinen Einspruch zurück?

Der staatliche Gesundheitsbeamte Dr. Scott Harris erklärte dem Alabama Reflector, dass die Rechtsabteilung des Gesundheitsministeriums die Bedenken der Behörde ausgeräumt habe. „Die Stellungnahmen bezogen sich nicht wirklich auf das, worauf wir hinauswollten, nämlich welche Folgen die Neuklassifizierung haben würde“, so Harris.

Das Gesetz von Alabama sieht vor, dass eine bundesweite Neuklassifizierung von Drogen automatisch auch auf Staatsebene übernommen wird. Der Staatliche Ausschuss für öffentliche Gesundheit muss dafür innerhalb von 30 Tagen Widerspruch einlegen. Dies geschah am 21. Mai, was ein Prüfungsverfahren auslöste, das zu einer Anhörung am 22. Juli führte.

Bei dieser Anhörung argumentierten konservative Aktivisten, die Neuklassifizierung werde „Kindern schaden“ und „die psychische Gesundheitskrise in Alabama verschärfen“. Nur ein einziger Betreiber sprach sich dafür aus. Rechtsexperten beschrieben Alabamas Widerspruch jedoch eher als technische Formalität denn als tatsächliches Opt-out.

Was erwartet den medizinischen Cannabismarkt in Alabama?

Die steuerliche Erleichterung durch Abschnitt 280E des Internal Revenue Code, der Cannabisunternehmen den Abzug gewöhnlicher Geschäftskosten verwehrt, ergibt sich aus der bundesweiten Neuklassifizierung unabhängig von jeder Entscheidung des Staates. Dies ist ein bedeutender Vorteil für die Branche.

Alabama setzt die Umsetzung seines Programms für medizinisches Marihuana weiter um. Drei Dispensaries sind bereits geöffnet, weitere sieben sollen innerhalb weniger Monate folgen. Nach dem Alabama Medical Marijuana Law können bei voller Kapazität fast 40 Dispensaries betrieben werden.

Der Staat genehmigte bis zu fünf integrierte Facility-Lizenzen, die im Dezember 2023 an Trulieve AL, Sustainable Alabama, Wagon Trail Med-Serv, Flowerwood Medical Cannabis und Specialty Medical Products of Alabama vergeben wurden. Das Gesetz erlaubt zudem bis zu 12 Anbaulizenzen, vier Verarbeitungslizenzen und vier Dispensary-Lizenzen, wobei jede Lizenz den Betrieb von bis zu drei Standorten gestattet.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Alabama ein weiteres Indiz für die schrittweise Normalisierung des Cannabis-Marktes in den USA. Die bundesweite Neuklassifizierung von Marihuana von Schedule 1 zu Schedule 3 stellt einen bedeutenden regulatorischen Wandel dar, der weitreichende steuerliche und operative Auswirkungen auf die gesamte Branche hat. Die Tatsache, dass selbst konservative Bundesstaaten wie Alabama ihren Widerstand aufgeben, unterstreicht den Trend zur Akzeptanz von medizinischem Cannabis auf Bundesebene.

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