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Berkshire Hathaway: Aktienrückkäufe steigen unter Greg Abel auf 9,6 Milliarden Dollar

Der Mischkonzern aus Omaha kauft im dritten Quartal eigene Aktien für 9,6 Milliarden US-Dollar zurück und übertrifft das gesamte erste Halbjahr.

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Berkshire Hathaway: Aktienrückkäufe steigen unter Greg Abel auf 9,6 Milliarden Dollar

Berkshire Hathaway hat im dritten Quartal eigene Aktien im Wert von 9,6 Milliarden US-Dollar zurückgekauft. Das geht aus der Mitteilung des Mischkonzerns aus Omaha im US-Bundesstaat Nebraska hervor, die am Samstag veröffentlicht wurde. Damit beschleunigt das Unternehmen die Rückkäufe deutlich – und das unter seinem neuen Konzernchef Greg Abel.

Im ersten Halbjahr hatte Berkshire lediglich 4,8 Milliarden US-Dollar in eigene Anteile investiert. Die Rückkäufe eines einzelnen Quartals übertreffen damit den Wert der gesamten ersten sechs Monate. Für Aktionäre ist das ein sichtbares Signal, dass die neue Führung den Kapitalrückfluss anders gewichtet als die alte.

Der Wechsel an der Konzernspitze verändert die Kapitalstrategie des Konglomerats. Warren Buffett zog sich im September als Verwaltungsratschef zurück und ist seither Ehrenvorsitzender. Buffett hatte den Konzern 60 Jahre lang geführt und ist heute 96 Jahre alt; zuletzt fand er kaum geeignete Übernahmeziele.

Der operative Gewinn sinkt um sechs Prozent auf 12,71 Milliarden Dollar

Trotz der ausgeweiteten Rückkäufe schwächte sich das operative Geschäft ab. Der operative Gewinn fiel im Quartal um sechs Prozent auf 12,71 Milliarden US-Dollar. Den Hauptgrund nennt der Konzern in der Versicherungssparte, deren Ergebnis um 26 Prozent zurückging. Die Kennzahl gilt als wichtigster Maßstab für die Ertragskraft des Konglomerats, weil sie Erträge aus Kapitalanlagen und Sondereffekte ausblendet.

Bereits am 07.11.2026 berichtete aktien.news, dass der operative Quartalsgewinn um sechs Prozent auf 12,71 Milliarden US-Dollar sank und ein Jahr zuvor noch 13,49 Milliarden US-Dollar betragen hatte. Umgerechnet auf die Aktien der Klasse A entspricht das rund 8.954 US-Dollar je Anteilsschein. Der Gewinnrückgang und die ausgeweiteten Rückkäufe fielen also zeitlich zusammen.

Abel kauft Alphabet-Aktien und den Hausbauer Taylor Morrison

Neben den Rückkäufen setzt Abel auf Zukäufe. Berkshire erwarb Alphabet-Aktien, um die KI-Expansion zu unterstützen. Im Juli kam der Hausbauer Taylor Morrison für 6,8 Milliarden US-Dollar hinzu. Zusätzlich hält Berkshire eine Beteiligung von vier Prozent an Bending Spoons. Diese drei Engagements gelten als Beispiele für den neuen Zukaufkurs an der Konzernspitze.

Die liquiden Mittel sinken von 380,2 auf 356,9 Milliarden Dollar

Der Einsatz des Kapitals zeigt sich auch in der Bilanz. Ende September lagen die liquiden Mittel bei 356,9 Milliarden US-Dollar. Ende März waren es noch 380,2 Milliarden US-Dollar. Berkshire greift damit einen Teil seiner Barreserven an, statt sie weiter anwachsen zu lassen.

Bereits im August 2026 berichtete aktien.news von einer strategischen Kehrtwende

Der aktuelle Schritt ist Teil einer Entwicklung, die sich seit Monaten abzeichnet. Bereits am 08.08.2026 berichtete aktien.news, dass Berkshire im zweiten Quartal seinen gewaltigen Barbestand erstmals seit Jahren spürbar reduziert habe. Der Konzern kaufte damals eigene Aktien zurück und erwarb zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren netto mehr Aktien als er veräußerte. Der Nettogewinn mehr als verdoppelte sich auf 25,67 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 17.868 US-Dollar je Aktie der Klasse A, nach 12,37 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 8.601 US-Dollar je Aktie der Klasse A im Vorjahreszeitraum.

Am 11.08.2026 griff aktien.news das Thema erneut auf und berichtete, dass Berkshire seine Barreserven im zweiten Quartal erstmals seit vier Jahren abgebaut habe. Auch damals wurde der Strategiewechsel unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Greg Abel als zentrales Motiv genannt. Getragen wurde das Ergebnis von Anlagegewinnen sowie starken Resultaten aus dem operativen Geschäft.

Am 07.11.2026 meldete aktien.news, dass Berkshire die Aktienrückkäufe trotz sinkender Gewinne deutlich aufstockt. Dem Bericht zufolge markierte der Betrag von 9,6 Milliarden US-Dollar den höchsten Wert innerhalb eines Quartals in diesem Jahr. Zum Vergleich nannte der Bericht 4,5 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal und lediglich 234 Millionen US-Dollar im ersten Quartal. Für das Gesamtjahr 2026 summieren sich die Rückkäufe damit auf etwa 14,4 Milliarden US-Dollar.

Ebenfalls am 07.11.2026 berichtete aktien.news über den gesunkenen operativen Gewinn und die Ursache in der Versicherungsannahme. Der Bericht ordnete die Rückkäufe als deutliches Signal an die Aktionäre ein.

Die Rückkäufe verringern die Zahl der ausstehenden Anteile

Für Anleger sind mehrere Punkte relevant. Aktienrückkäufe verringern die Zahl der ausstehenden Anteile; der verbleibende Gewinn verteilt sich damit auf weniger Papiere. Ob das den Kurs stützt, hängt aber vom operativen Geschäft ab – und hier steht ein Gewinnrückgang von sechs Prozent zu Buche, getrieben von der Versicherungssparte mit einem Minus von 26 Prozent.

Zweitens zeigt die Entwicklung der liquiden Mittel, wie viel Spielraum der Konzern noch hat. Mit 356,9 Milliarden US-Dollar Ende September verfügt Berkshire weiterhin über sehr viel Kapital. Der Rückgang gegenüber 380,2 Milliarden US-Dollar Ende März ist also kein Zeichen von Knappheit, sondern eine Folge aktiver Kapitalverwendung.

Drittens verändert sich die Rolle des langjährigen Kopfes. Buffett ist Ehrenvorsitzender, nicht mehr Verwaltungsratschef. Anleger, die Berkshire bisher wegen Buffetts Kapitalallokation gehalten haben, müssen sich auf einen neuen Stil einstellen. Wie nachhaltig dieser Stil ist, lässt sich anhand eines Quartals nicht beurteilen.

Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten. Die Zahlen zeigen lediglich, dass Berkshire unter Abel bereit ist, mehr Kapital einzusetzen als zuletzt unter Buffett.

Konkrete Termine für weitere Rückkäufe nennt der Konzern nicht

Die Mitteilung enthält keine Angaben darüber, in welchem Umfang Berkshire in den kommenden Quartalen weiter eigene Aktien kaufen will. Auch zu weiteren Übernahmezielen oder zum Zeitplan für zusätzliche Zukäufe macht der Konzern keine Angaben. Ebenso offen bleibt, wie sich die Versicherungssparte entwickeln wird, die den Gewinnrückgang verursacht hat. Anleger erhalten neue Anhaltspunkte erst mit den nächsten Quartalszahlen.

Diese drei Fachbegriffe helfen beim Verständnis des Artikels

  • Aktienrückkauf: Ein Unternehmen kauft eigene Anteile am Markt zurück und zieht sie ein oder hält sie in eigenen Beständen.
  • Operativer Gewinn: Der Gewinn aus dem laufenden Geschäft, ohne Erträge aus Kapitalanlagen und ohne Sondereffekte.
  • Liquide Mittel: Die kurzfristig verfügbaren Barmittel und geldnahen Anlagen eines Unternehmens.
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