Nvidia-Aktie rutscht in den Bärenmarkt: Schnäppchenjäger wittern eine Kaufchance
Die Nvidia-Aktie verliert 9,3 Prozent und liegt 24,1 Prozent unter dem Rekordhoch vom 6. Oktober – Portfolio-Manager bleiben gelassen.

Die Nvidia-Aktie ist am Donnerstag Nachmittag in eine Bärenmarktphase eingetreten. Der Ausverkauf bei Technologieaktien hatte weiter an Dynamik gewonnen, und die Aktie des Chip-Herstellers NVDA schloss mit einem Rückgang von 9,3 Prozent. Nach Daten von Dow Jones Market Data ist das der größte prozentuale Verlust seit Januar 2025.
Seit dem Rekordhoch vom 6. Oktober hat die Aktie 24,1 Prozent eingebüßt. Ein Bärenmarkt wird definiert als ein Rückgang von 20 Prozent oder mehr gegenüber einem jüngsten Höchststand. Nvidia liegt mit seinem Rückgang damit klar oberhalb dieser Schwelle.
Trotz des scharfen Kursverlusts sehen Schnäppchenjäger eine goldene Kaufchance. Portfolio-Manager argumentieren, dass die Chip-Nachfrage auch in Zeiten politischer Unsicherheit stabil bleiben sollte. Die Nachfrageseite des Geschäfts und die Bewertung an der Börse entwickeln sich damit aus Sicht dieser Investoren auseinander.
Der größte Tagesverlust seit Januar 2025 summiert sich auf 9,3 Prozent
Der Handel am Donnerstag Nachmittag war von einem breiten Ausverkauf bei Technologieaktien geprägt, der weiter an Dynamik gewann. Am Ende des Handelstages stand für NVDA ein Minus von 9,3 Prozent zu Buche. Dow Jones Market Data weist diesen Wert als den größten prozentualen Tagesverlust seit Januar 2025 aus.
Der Abstand zum jüngsten Höchststand ist beträchtlich. Das Rekordhoch datiert vom 6. Oktober, seither hat die Aktie 24,1 Prozent verloren. Die Definition des Bärenmarkts greift ab einem Rückgang von 20 Prozent oder mehr gegenüber einem jüngsten Höchststand – Nvidia erfüllt dieses Kriterium nun.
Für deutsche Anleger ist die Einordnung wichtig: Ein Bärenmarkt beschreibt eine Marktphase, nicht ein einzelnes Ereignis. Der Eintritt in diese Phase sagt zunächst nur etwas über den Kursverlauf aus, nicht über die fundamentalen Aussichten des Unternehmens. Genau an dieser Stelle setzt das Argument der Portfolio-Manager an, die auf die Stabilität der Chip-Nachfrage verweisen.
Bereits am 8. Juni 2026 sah Nvidia-CEO Huang den Ausverkauf als Kaufgelegenheit
Der aktuelle Kursrutsch ist nicht der erste in diesem Jahr. Bereits am 8. Juni 2026 berichtete aktien.news, dass Nvidia-CEO Jensen Huang sich klar gegen die Panikstimmung im Halbleitersektor positioniert hatte. Er bezeichnete den massiven Kursrutsch der vergangenen Woche als Kaufgelegenheit und erklärte: „Wir stehen am Anfang der KI-Revolution."
In dem damaligen Bericht ordnete Huang den Wertverlust von über einer Billion US-Dollar bei Chip-Aktien als kurzfristige Marktpositionierung ein – nicht als Zeichen struktureller Schwäche bei der KI-Nachfrage. Der Ausverkauf hatte sich vor allem am 5. Juni konzentriert und war der schlimmste Handelstag für den Sektor seit März 2020. Allein Nvidia verlor an diesem Tag 13,56 US-Dollar je Aktie, was einem Rückgang von 6,2 Prozent entsprach.
Am 18. Juli 2026 berichtete aktien.news, dass die überraschende Veröffentlichung eines bahnbrechenden KI-Modells aus China den Ausverkauf bei Chip-Aktien an der Wall Street massiv verschärft hatte. Das neue Modell des chinesischen Unternehmens Moonshot AI schürte unter Investoren erhebliche Sorgen über den wachsenden Wettbewerb im KI-Sektor. Besonders im Fokus standen die enormen Unternehmensausgaben, die den weiteren Ausbau der Technologie stützen sollen. Der PHLX Semiconductor Index, der die wichtigsten Halbleiterunternehmen der Welt bündelt, rutschte infolge der Entwicklungen in ein Bärenmarkt-Territorium ab. Zu den im Index vertretenen Schwergewichten zählen Branchenriesen wie Nvidia, Broadcom und Micron.
Am 20. Oktober 2026 berichtete aktien.news über eine ungewöhnlich lange Verlustserie im Halbleitersektor. Der PHLX Semiconductor Index fiel über acht aufeinanderfolgende Handelstage bis zum 16. Oktober und verzeichnete dabei einen Rückgang von rund 16 Prozent. Es handelte sich um die längste Verlustserie seit 2008. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand Nvidia, dessen Aktien im Jahresverlauf zugelegt hatten. Ein Blick auf die Historie lieferte zumindest ein Argument für Gelassenheit: Seit 1999 stieg die Nvidia-Aktie im darauffolgenden Jahr in vier der sechs Fälle, in denen mindestens acht aufeinanderfolgende Handelstage zurücklagen.
Bereits am 30. März 2026 hatte aktien.news über die Bewertung der Aktie berichtet. Damals notierte Nvidia beim 19,6-fachen der für die nächsten zwölf Monate erwarteten Gewinne – das niedrigste Kurs-Gewinn-Verhältnis seit Anfang 2019. Seit dem Rekordhoch im Oktober war der Kurs um fast 20 Prozent eingebrochen. Damit hatte Nvidia über 800 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung verloren, die nun bei rund 4 Billionen Dollar lag. Als Haupttreiber des Ausverkaufs galt die geopolitische Lage: Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran schürte Befürchtungen, dass hohe Ölpreise eine neue Inflationswelle auslösen könnten.
Für Anleger zählt die Unterscheidung zwischen Bewertungskorrektur und Nachfrageeinbruch
Die Serie der Rückschläge in diesem Jahr zeigt, wie stark der Halbleitersektor auf Nachrichtenlagen reagiert. Politische Unsicherheit, neue Wettbewerber aus China und Sorgen über die hohen Investitionsausgaben der Branche haben den Kurs wiederholt belastet. Die Portfolio-Manager, die auf eine stabile Chip-Nachfrage verweisen, setzen dagegen auf die längerfristige Nachfrageseite.
Für deutsche Privatanleger bedeutet das eine Abwägung. Auf der einen Seite steht der Eintritt in den Bärenmarkt mit einem Rückgang von 24,1 Prozent seit dem Rekordhoch vom 6. Oktober. Auf der anderen Seite steht die Einschätzung, dass die Nachfrage nach Chips auch in politisch unsicheren Zeiten stabil bleiben sollte. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Die erwartete Stabilität der Chip-Nachfrage bleibt der zentrale Bezugspunkt
Der Ausblick hängt aus Sicht der zitierten Portfolio-Manager an einer einzigen Annahme: dass die Chip-Nachfrage auch in Zeiten politischer Unsicherheit stabil bleibt. Sollte sich diese Erwartung bestätigen, spräche das für die These der Schnäppchenjäger. Die Bewertungskennziffern, die aktien.news bereits am 30. März 2026 beschrieben hat, liefern dabei den Rahmen für die Einordnung des aktuellen Kursniveaus.
Konkrete Termine für die nächsten Quartalszahlen oder Produktankündigungen nennt der Quelltext nicht. Beobachtenswert bleibt daher vor allem, wie sich der Kursverlauf nach dem Eintritt in die Bärenmarktphase entwickelt und ob die Nachfrageprognosen der Branche Bestand haben.
Diese Fachbegriffe helfen bei der Einordnung der Meldung
- Bärenmarkt: Eine Marktphase, in der ein Kurs deutlich gegenüber einem jüngsten Höchststand gefallen ist.
- Kurs-Gewinn-Verhältnis: Eine Kennzahl, die den Aktienkurs ins Verhältnis zum erwarteten Gewinn je Aktie setzt.
- Marktkapitalisierung: Der Gesamtwert eines börsennotierten Unternehmens aus Aktienkurs und Anzahl der ausgegebenen Aktien.
