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Bank of Japan: Steht die nächste Zinserhöhung schon im Oktober an?

BoJ erhöht Leitzins auf 1,25 Prozent – PMI-Daten als Gradmesser für weitere Schritte

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Bank of Japan: Steht die nächste Zinserhöhung schon im Oktober an?

Die japanische Notenbank steht vor einer richtungsweisenden Woche. Am Donnerstag veröffentlicht das Land die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor. Investoren erhoffen sich davon Aufschluss darüber, wie aggressiv die Bank of Japan (BoJ) mit weiteren Zinserhöhungen fortfahren wird.

Die BoJ hatte vergangene Woche ihren Leitzins um einen Viertelpunkt auf 1,25 Prozent angehoben – den höchsten Stand seit 31 Jahren. Gouverneur Kazuo Ueda begründete den Schritt mit einem steigenden Risiko, dass die Inflation das Zwei-Prozent-Ziel der Zentralbank übersteigen könnte. Die mehrdeutigen Signale der Notenbank ließen Analysten spekulieren: Einige erwarten die nächste Zinserhöhung bereits im Oktober, andere halten Dezember für wahrscheinlicher. Ueda selbst erklärte, dass jede politische Sitzung die Straffung der Geldpolitik thematisieren werde, jedoch kein konkreter Zeitplan festgelegt sei.

PMI-Daten als erster Test nach der Zinsentscheidung

Die am Donnerstag anstehenden PMI-Veröffentlichungen gelten als erstes Signal, ob Uedas Befürchtungen eines Übersteigens des Inflationsziels durch die Daten gestützt werden. Im August lag der japanische PMI für das verarbeitende Gewerbe bei 54,9 Punkten – der achte Monat in Folge mit einem Ausbau der Fabrikaktivitäten. Werte über 50 markieren Expansion statt Kontraktion. Auch der Dienstleistungs-PMI stieg im August auf 52,5 Punkte.

Japanische Unternehmen gewinnen neue Exportaufträge, und die Geschäftsstimmung verbessert sich. Allerdings stiegen die Ausgabepreise im August um jährlich 7,6 Prozent, da Unternehmen die steigenden Importkosten an ihre Kunden weitergaben. Ein zusätzlicher Risikofaktor ist der US-Krieg im Iran. Hohe Öl- und Rohstoffpreise offenbaren laut Ueda die Verwundbarkeit Japans als großer Importeur mit einer schwachen Währung.

Eurozone zeigt sich widerstandsfähiger als erwartet

Trotz eines Anstiegs der Ölpreise um 40 Prozent seit Anfang Juli hat sich die Wirtschaft der Eurozone im Sommer widerstandsfähiger gezeigt, als die meisten Analysten erwartet hatten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hob ihre Wachstumsprognosen für 2026 um 0,1 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent und für das kommende Jahr um 0,2 Punkte auf 1,4 Prozent an.

Die am Mittwoch veröffentlichten PMI-Daten von S&P Global dürften diese Widerstandsfähigkeit unterstreichen. Laut einer Reuters-Umfrage erwarten Ökonomen, dass der PMI für das verarbeitende Gewerbe den Augustwert von 52,7 Punkten wiederholen wird – das wäre der höchste Stand seit 51 Monaten. Der Dienstleistungs-PMI soll leicht um 0,1 Punkte auf 51,5 Punkte fallen, was weiterhin eine gesunde Expansion signalisiert.

Ökonomen der Société Générale argumentieren, dass die Wachstumsdynamik in der Eurozone höher ist, als die aggregierten Daten nahelegen. Grund seien häufige und große Korrekturen bei den irischen Daten, die die BIP-Zahlen verzerren. "Der Ausschluss Irlands bietet einen klareren Blick auf die grundlegende Dynamik", hieß es in einer aktuellen Notiz. Aus dieser Perspektive würde die Region in diesem Jahr um 1,2 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen. Dies deute auf "eine allmähliche Beschleunigung und ein Wachstum über dem geschätzten Potenzial" hin – trotz einer Dürre im Sommer, die den Wassertransport störte und die Ernten beeinträchtigte.

Großbritannien: Geopolitik und Haushalt belasten Stimmung

Britische Investoren richten ihren Blick ebenfalls auf die Einkaufsmanagerindizes. Sie suchen nach Hinweisen, ob ein schwieriger geopolitischer Hintergrund und der bevorstehende Budgetentwurf das Vertrauen der Unternehmen belasten. Laut einer Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen wird der Composite PMI von S&P Global im September von 52,5 auf 52 Punkte fallen, bleibt aber weiterhin über der Expansionsschwelle von 50 Punkten.

Ellie Henderson, Ökonomin bei Investec, erwartet, dass der Index über der 50-Punkte-Marke bleibt, gestützt durch Unternehmen, die Rückstände bestehender Aufträge abarbeiten. Allerdings rechnet sie mit einer Verschlechterung der Geschäftsstimmung im September nach der Intensivierung des Krieges im Iran. Die Öl- und Erdgaspreise sind in den letzten zwei Wochen stark gestiegen, auch wenn sie zuletzt etwas nachgegeben haben.

Höhere Energiepreise und erhöhte Kreditkosten erschweren die Aufgabe von Schatzkanzler John Healey, der sich auf die Präsentation seines ersten Budgets am 28. Oktober vorbereitet. Diese beiden Faktoren dürften den fiskalischen Spielraum der Regierung ausgehöhlt haben – die Spanne, in der sie voraussichtlich ihre wichtige Regel zur Balance des laufenden Budgets bis zum Haushaltsjahr 2029/30 erfüllen wird. Sollte dies der Fall sein, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit weiterer Steuererhöhungen.

Bisher haben sowohl das Unternehmens- als auch das Verbrauchervertrauen nach dem Wechsel des Premierministers zu Andy Burnham, der über eine stärkere öffentliche Unterstützung verfügt, zugenommen. Der GfK-Verbraucherbarometer für September, der am Freitag veröffentlicht wird, wird Aufschluss darüber geben, ob die Flitterwochen des neuen Premierministers beginnen zu verblassen. Eine Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen legt nahe, dass dies der Fall ist, wobei der Index leicht gegenüber dem Vormonat sinken soll.

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