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Bank of England überarbeitet QT-Strategie und behält 120 Milliarden Pfund

Die BoE kündigt eine grundlegende Neuausrichtung ihres quantitativen Straffungsprogramms an.

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Bank of England überarbeitet QT-Strategie und behält 120 Milliarden Pfund

Die Bank of England (BoE) hat ihren Ansatz für die quantitative Straffung (QT) grundlegend überarbeitet. Wie die Financial Times berichtet, wird die britische Notenbank dauerhaft 120 Milliarden Pfund Sterling an Staatsanleihen (Gilts) in ihrem Bestand halten. Gleichzeitig legte sie einen Plan zur Veräußerung der verbleibenden Bestände über die nächsten acht Jahre vor.

Die Entscheidung folgt damit den Empfehlungen des FT Alphaville (FTAV), das seit Jahren auf die Vor- und Nachteile des aktiven QT-Programms der BoE hingewiesen hatte. Die Ankündigung markiert einen bedeutenden Wendepunkt in der Geldpolitik des Vereinigten Königreichs.

Die Details der Neuausrichtung

Aus den Protokollen des geldpolitischen Ausschusses (Monetary Policy Committee) geht hervor, dass die Bank in Absprache mit dem Finanzministerium (HMT) 120 Milliarden Pfund der langfristigen Gilts im Asset Purchase Facility (APF) zurückhalten wird. Diese dienen der Absicherung der aktuellen und zukünftigen Ausgabe von Banknoten.

Die Berechnung der 120 Milliarden Pfund erfolgte auf Basis der Buchwerte. Nach Berechnungen der FT umfasst dies alle Gilts, die nach Dezember 2049 laufen, sowie einige Anleihen mit Fälligkeit im Januar 2049. Der gemeinsame Nennwert dieser Papiere beträgt fast 100 Milliarden Pfund.

Die buchhalterische Lösung

Daire MacFadden von Unhedged hatte bereits im Vorfeld tief in die Details eingetaucht und der Bank nahegelegt, genau diese Entscheidung zu treffen. Wie er es formulierte: „Die Verlagerung einiger dieser unbeliebten Anleihen von der APF in die Issue Department würde eine saubere buchhalterische Lösung für das Drei-Bilanzproblem bieten."

Ökonomisch ändere sich dadurch jedoch wenig. MacFadden betont: „Es gibt keinen einzigen cleveren Trick, um die Verluste aus der Quantitative Easing-Politik zu vermeiden. Es geht lediglich darum, wann und wo sie anerkannt werden."

Der Umgang mit den restlichen Gilts

Für die verbleibenden Gilts auf der Bilanz der Bank ist eine Kombination aus natürlichem Auslaufen der Anleihen und aktiven Verkäufen vorgesehen. Ein besonders interessanter Aspekt der neuen Strategie: Jährlich sollen 20 Milliarden Pfund nicht mehr direkt an Investoren verkauft werden, sondern stattdessen an das Finanzministerium (Treasury) zurückfließen.

Dies würde außerbörsliche Transaktionen mit dem Debt Management Office (DMO) bedeuten, was zu einer Neugewichtung der Laufzeitstruktur der britischen Staatsverschuldung führen könnte. FTAV hatte bereits vor zwei Wochen auf die Sinnhaftigkeit eines solchen Schrittes hingewiesen.

Auswirkungen auf die Renditen

Laut der BoE hat die quantitative Straffung die Renditen bei Gilts um etwa 20 bis 30 Basispunkte höher getrieben, als sie andernfalls gewesen wären. Ob die Abschaltung der marktorientierten aktiven QT diesen Aufschlag beseitigt oder offenbart, ob er tatsächlich kleiner oder größer ist als die Schätzungen der Bank, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Die ersten Marktreaktionen waren deutlich: Die Renditen für 30-jährige Gilts fielen auf die Nachricht hin zunächst um rund 12 Basispunkte und endeten am Tag 8 Basispunkte niedriger.

Einordnung für deutsche Anleger

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Großbritannien auch deshalb interessant, weil die Europäische Zentralbank (EZB) vor ähnlichen Herausforderungen steht. Auch die EZB hatte in den Jahren nach der Finanzkrise und während der Corona-Pandemie massive Anleihekäufe getätigt und steht nun vor der Frage, wie der Bestand an Staatsanleihen reduziert werden kann, ohne die Märkte zu destabilisieren.

Die britische Lösung, einen Teil der Bestände dauerhaft zu halten und den Rest über einen langen Zeitraum abzubauen, könnte als Blaupause für andere Notenbanken dienen. Der FT-Kommentator Chris Giles wies allerdings darauf hin, dass die DMO aufgrund der deutlich größeren Verkaufsmengen im Vergleich zu den BoE-Verkäufen in der Lage ist, jede gewünschte Laufzeitstruktur zu erzeugen. Eine tatsächliche Neugewichtung der Verschuldungsstruktur durch das neue Regime sei daher nicht plausibel.

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