3 Dividendenaktien abseits des KI-Hypes mit Renditen bis 6,3%
Midstream-Riesen profitieren indirekt vom KI-Boom – Renditen bis zu 6,3 Prozent locken Anleger.

Künstliche Intelligenz (KI) ist im Kern ein hochentwickeltes Computerprogramm. Während sich die öffentliche Aufmerksamkeit vor allem auf die benötigten Chips und Rechenzentren konzentriert, bleibt ein entscheidender Faktor oft unbeachtet: der Strom. Ohne zuverlässige Energieversorgung läuft nichts. Der Zugang zu ausreichend Strom gilt als eines der größten Hindernisse beim Ausbau der KI-Infrastruktur. Versorgungsunternehmen werden davon profitieren – doch auch ein weiterer Sektor rückt in den Fokus, der für Dividendeninvestoren besonders interessant ist: der Midstream-Bereich.
Unternehmen wie Enterprise Products Partners, Enbridge und Energy Transfer besitzen und betreiben die Energieinfrastruktur, die Öl und Erdgas weltweit transportiert. Sie verdienen ihr Geld hauptsächlich über Gebühren für die Nutzung ihrer Pipelines und Anlagen. Entscheidend ist dabei das Transportvolumen, nicht der Preis der beförderten Rohstoffe. Im Grunde sind sie Dienstleister für die Energiebranche – und das macht sie zuverlässig, aber auch etwas unspektakulär.
Midstream-Unternehmen als stille Profiteure der KI-Entwicklung
Die Bedeutung dieser Unternehmen wächst jedoch rasant. Der Grund: Der Energiebedarf in den USA soll zwischen 2025 und 2045 um rund 60 Prozent steigen. Zum Vergleich: Zwischen 2005 und 2025 betrug das Wachstum lediglich zehn Prozent. Erdgas, das am effizientesten per Pipeline transportiert wird, wird zunehmend zur Stromerzeugung genutzt. Eine höhere Stromnachfrage durch KI-Rechenzentren bedeutet also eine höhere Nachfrage nach Erdgas – und damit mehr Volumen in den Pipelines von Enterprise, Enbridge und Energy Transfer.
Hinzu kommt, dass neue Pipelines gebaut werden müssen, was zusätzliche Investitionsmöglichkeiten eröffnet. Und da KI ein globales Phänomen ist, profitiert auch die internationale Nachfrage nach Erdgas. Die Midstream-Riesen agieren damit eine Stufe hinter den Stromversorgern, die wiederum die KI-Infrastruktur betreiben. Es handelt sich um klassische „Pick-and-Shovel“-Investitionen – nur dass hier nicht die Goldsucher, sondern deren Ausrüster im Fokus stehen.
Drei Midstream-Riesen mit Renditen von bis zu 6,3 Prozent
Enterprise Products Partners gilt als Leitindex-Name im Midstream-Sektor. Das Master Limited Partnership (MLP) hat seine Ausschüttungen seit 28 Jahren jährlich erhöht und bietet eine Rendite von 5,7 Prozent. Mit einer langsamen, aber stetigen Wachstumsrate im niedrigen einstelligen Bereich ist das finanziell starke Unternehmen eine gute Wahl für konservative Anleger.
Enbridge mit Sitz in Kanada weist eine Rendite von 5,8 Prozent auf. Die Dividendenhistorie reicht 31 Jahre zurück, gemessen in kanadischen Dollar. Für US-Anleger schwanken die Ausschüttungen entsprechend den Wechselkursen. Enbridge verfügt über ein diversifizierteres Portfolio als die meisten Pipeline-Pendants, da regulierte Erdgasversorger und ein kleines Geschäft mit erneuerbaren Energien integriert sind. Ein entscheidender Unterschied: Enbridge ist kein MLP. Anleger müssen keine K-1-Steuerformulare bearbeiten und können die Anteile problemlos in steuerbegünstigten Ruhestandskonten wie einem IRA halten. MLPs lassen sich dagegen schlecht mit solchen Konten kombinieren.
Energy Transfer ist ebenfalls ein MLP, bietet aber mit 6,3 Prozent die höchste Rendite dieser Liste. Für Anleger, die ihr Portfolio-Einkommen maximieren wollen, ist das attraktiv. Allerdings halbierte Energy Transfer seine Ausschüttung während der COVID-Pandemie, um die Bilanz zu stärken. Diese Aufgabe ist abgeschlossen. Die Ausschüttung wächst wieder, liegt inzwischen über dem Niveau vor der Kürzung und ist gut durch den verfügbaren Cashflow gedeckt. Für aggressivere Anleger, die bereit sind, vergangene Verfehlungen zu übersehen, könnte sich eine genauere Prüfung lohnen.
Fazit: Stabile Dividenden abseits des KI-Hypes
Am Ende sind hochverzinsliche Midstream-Unternehmen wie Enterprise, Enbridge und Energy Transfer indirekte Profiteure der KI-Entwicklung. Sie unterstützen nicht die KI direkt, sondern die Stromversorger, die die KI betreiben. Für Dividendenliebhaber, die von der steigenden Stromnachfrage profitieren möchten, ohne direkt in KI-Aktien zu investieren, bieten diese drei Energieplayer eine interessante Alternative. Die Ausschüttungsrenditen von bis zu 6,3 Prozent und die langjährigen Dividendenerhöhungen sprechen für sich.
