Weltweiter Mangel an Supertankern bedroht Öltransport und Lieferketten
Explodierende Kosten und fehlende Schiffe gefährden den globalen Ölhandel

Die explodierenden Kosten für den globalen Öltransport machen einige Fernhandelsgeschäfte mit Rohöl unwirtschaftlich. Ein weltweiter Mangel an Supertankern droht die ohnehin angespannten Lieferketten weiter zu belasten.
Laut einem Bericht von Bloomberg Europe wird der Preisanstieg durch einen akuten Mangel an verfügbaren Supertankern getrieben. In einigen Regionen der Welt gibt es kaum noch Schiffe dieser Größe – jedes von ihnen ist so lang wie drei Fußballfelder – zum Verchartern. Dies geschieht in einem Moment, in dem die Kraftstoffmärkte so knapp wie nie zuvor sind.
Engpass macht Ferntransporte unattraktiv
Der Engpass macht weit entfernte Öllieferungen zunehmend unattraktiver. Raffinerien werden dadurch ermutigt, ihre Beschaffungsquellen näher am Heimatmarkt zu erschließen, sofern dies verfügbar ist. Dies könnte langfristig die globale Handelsstruktur für Rohöl verändern und regionale Märkte stärken.
Die Entwicklung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Die globalen Kraftstoffmärkte sind bereits durch geopolitische Spannungen und Lieferkettenstörungen angespannt. Ein zusätzlicher Mangel an Transportkapazitäten könnte die Preise für Rohöl und Raffinerieprodukte weiter in die Höhe treiben.
Für deutsche und europäische Raffinerien bedeutet dies eine zusätzliche Herausforderung. Viele von ihnen sind auf Importe aus fernen Förderregionen angewiesen. Wenn diese Transporte unwirtschaftlich werden, müssen sie entweder höhere Kosten akzeptieren oder auf teurere Nahversorgung umsteigen, was beides die Endverbraucherpreise belasten dürfte.
Die Situation auf dem Supertankermarkt bleibt angespannt. Solange nicht genügend neue Schiffe gebaut oder bestehende Kapazitäten freigesetzt werden, droht der Engpass den internationalen Ölhandel nachhaltig zu beeinträchtigen.
