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Wall Street beendet volatile Woche mit ruhigem Abschluss

US-Indizes zeigen wenig Bewegung nach Zinsentscheid und Renditesprung auf 5 Prozent

2 Min
Wall Street beendet volatile Woche mit ruhigem Abschluss

Eine turbulente Woche an der Wall Street endete am Freitag mit einem verhaltenen Ausklang. Nachdem die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zwischenzeitlich die Marke von fünf Prozent erreicht hatte und die Federal Reserve zum ersten Mal seit drei Jahren die Zinsen anhob, zeigten die großen US-Indizes am letzten Handelstag kaum Bewegung. Anleger wägen weiterhin die Auswirkungen höherer Kreditkosten auf die Konjunktur ab.

Die Rendite der zehnjährigen Treasury-Anleihe, die zu Beginn der Woche ein 19-Jahres-Hoch markiert hatte, notierte weiterhin um die Fünf-Prozent-Marke und kletterte leicht auf 4,995 Prozent. Noch deutlicher war der Anstieg bei den kurzfristigen Papieren: Die Rendite der zweijährigen Staatsanleihe stieg auf 4,741 Prozent – das höchste Schlussniveau seit Juli 2024.

Anleihemarkt gibt den Takt vor

„Die Anleiherenditen sind gestern gefallen – darauf haben die Aktien reagiert“, sagte Bob Doll, Chief Investment Officer bei Crossmark Global Investments. „Die Anleiherenditen steigen heute – darauf reagieren die Aktien negativ. Der Anleihemarkt führt heute und in weiten Teilen dieser Woche den Aktienmarkt.“ Die enge Kopplung der Aktienkurse an die Entwicklung am Rentenmarkt war in den vergangenen Tagen deutlich zu spüren.

Während eine Tech-Rallye den Märkten am Donnerstag noch einen kurzen Aufschwung beschert hatte, zeigten sich die Kurse am Freitag richtungslos. Der S&P 500 legte leicht um 0,2 Prozent zu. Der Dow Jones Industrial Average gab dagegen um 95 Punkte beziehungsweise 0,2 Prozent nach. Der technologie-lastige Nasdaq Composite stieg um 0,4 Prozent, gestützt durch eine Erholung der KI-Aktien.

Besonders deutlich war die Bewegung im Halbleitersektor: Der PHLX Semiconductor Index, in dem KI-Lieblinge wie Broadcom und Micron Technology stark gewichtet sind, gewann 2,8 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass die Anleger trotz aller Sorgen weiterhin auf das langfristige Potenzial der Künstlichen Intelligenz setzen.

Wochenbilanz fällt gemischt aus

Auf Wochensicht zeigt sich ein differenziertes Bild. Der Dow Jones Industrial Average schloss im Minus und verzeichnete damit seine dritte Verlustwoche in Folge mit einem Rückgang von 1,7 Prozent. Der S&P 500 verbuchte seinen zweiten wöchentlichen Verlust in Folge, fiel jedoch mit weniger als 0,1 Prozent nur minimal ins Minus. Der Nasdaq Composite konnte dagegen zulegen und schloss die Woche mit einem Plus von 0,7 Prozent.

Die vergangenen Tage waren von einer Vielzahl belastender Faktoren geprägt: hartnäckig hohe Inflationszahlen, kriegsbedingt steigende Energiepreise, die Zinserhöhung der Federal Reserve sowie zunehmende Verunsicherung im KI-Sektor, nachdem Führungskräfte zu einer Verlangsamung der Entwicklung aufgerufen hatten.

Widerstandsfähigkeit trotz Gegenwind

Obwohl der September traditionell ein schwacher Monat für Aktien ist, hielten sich die Kurse überraschend gut. Die Märkte mussten sich mit einer ganzen Mauer aus Sorgen auseinandersetzen – von der Inflation über geopolitische Risiken bis hin zur Zinswende. Dass die Verluste insgesamt moderat blieben, führen Marktteilnehmer vor allem auf zwei Faktoren zurück: die robusten Unternehmensgewinne der amerikanischen Wirtschaft und die grundlegende wirtschaftliche Stärke der USA.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich diese Widerstandsfähigkeit fortsetzen kann oder ob die Belastungsfaktoren doch noch stärker auf die Kurse durchschlagen. Insbesondere die Entwicklung der Anleiherenditen und die weitere Geldpolitik der Fed bleiben die entscheidenden Gradmesser für die Aktienmärkte.

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