SoftBank plant riesige Junk-Bond-Emission für OpenAI-Investitionen
Über 11 Milliarden Dollar: Japans Tech-Konzern finanziert KI-Wetten mit Hochzinsanleihen.

Der japanische Technologiekonzern SoftBank plant eine der größten Emissionen von Hochzinsanleihen (Junk Bonds) in der Geschichte, um seine massiven Investitionen in den ChatGPT-Entwickler OpenAI weiter voranzutreiben. Wie aus Finanzkreisen hervorgeht, strebt das Unternehmen von Masayoshi Son ein Volumen von über 11 Milliarden US-Dollar an.
Laut Unterlagen, die Investoren vorliegen, setzt sich die Emission aus 10 Milliarden US-Dollar in drei Laufzeiten sowie 1 Milliarde Euro in zwei Laufzeiten zusammen. Die Preisgestaltung für die Anleihen wird für kommenden Donnerstag erwartet. Die Kapitalaufnahme dient primär der Finanzierung der dritten Tranche einer OpenAI-Investition, deren Abschluss für den kommenden Monat geplant ist.
Bloomberg berichtet, dass die Gespräche vertraulich geführt werden, während die Financial Times (FT) ergänzt, dass die Transaktion von Banken wie Citi, Goldman Sachs und JPMorgan vermarktet wird. Diese Emission ist Teil einer umfassenden Refinanzierungsstrategie des japanischen Technologieinvestors.
Hintergrund der Refinanzierungsstrategie
SoftBank hatte zuvor Brückenkredite in Höhe von bis zu 40 Milliarden US-Dollar bei Banken wie Mizuho aufgenommen, um die Investitionen in OpenAI in drei Etappen (April, Juli und Oktober) zu stützen. Der ausstehende Restbetrag dieser Brückenkredite in Höhe von 25,9 Milliarden US-Dollar wurde bereits am 15. September zurückgezahlt. Mit der neuen Anleiheemission wird zudem die verbleibende Kapazität von 10 Milliarden US-Dollar aus dem ursprünglichen Kreditrahmen gestrichen.
Dieser Schritt unterstreicht SoftBanks Bereitschaft, die eigenen internen Verschuldungsgrenzen – das Unternehmen strebt unter normalen Bedingungen ein Loan-to-Value-Verhältnis von unter 25 Prozent an – vorübergehend zu überschreiten, um im KI-Sektor wettbewerbsfähig zu bleiben. Die aggressive Finanzierungsstrategie zeigt, wie hoch der Druck im globalen Wettlauf um künstliche Intelligenz ist.
OpenAI unter massivem Kapitaldruck
OpenAI selbst steht unter hohem Kapitaldruck: Berichten zufolge plant das Unternehmen bis Ende 2030 Ausgaben von fast 280 Milliarden US-Dollar, um seine Rechenkapazitäten massiv auszubauen. Die Finanzierung ist dabei essenziell für die strategischen Partnerschaften von OpenAI mit Unternehmen wie Nvidia und Oracle.
Auch SoftBanks eigenes Datencenter-Geschäft ist eng mit OpenAI verknüpft. Bereits im Januar vereinbarten beide Partner eine Investition von 1 Milliarde US-Dollar in SB Energy, ein Infrastrukturunternehmen des japanischen Konzerns, um den Ausbau von Rechenzentren zu beschleunigen.
Während der Markt für Unternehmensanleihen in diesem Jahr von einer Flut an Emissionen durch große Technologiekonzerne geprägt ist, sticht SoftBanks Vorhaben durch das hohe Volumen und den Junk-Bond-Status hervor. Die meisten bisherigen Emissionen bewegten sich im Investment-Grade-Bereich. SoftBank geht mit diesem Schritt einen riskanteren, aber potenziell lohnenden Weg, um sich im boomenden KI-Sektor eine führende Position zu sichern.
