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Brasilianische Ökonomen senken Zinsprognose für 2026 auf 13,50 Prozent

Privatwirtschaftliche Experten erwarten weitere Lockerung der Geldpolitik in Brasiliens größter Volkswirtschaft.

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Brasilianische Ökonomen senken Zinsprognose für 2026 auf 13,50 Prozent

Brasilianische Ökonomen aus dem Privatsektor haben ihre Zinsprognose für das Jahresende 2026 gesenkt. Wie aus der am Montag veröffentlichten „Focus“-Umfrage der brasilianischen Zentralbank hervorgeht, erwarten die Experten nun einen Leitzins (Selic) von 13,50 Prozent. Dies entspricht einer Reduzierung um 25 Basispunkte gegenüber der vorherigen Schätzung von 13,75 Prozent.

Die Anpassung deutet auf die Erwartung einer zusätzlichen Zinssenkung hin. Erst in der vergangenen Woche hatte die brasilianische Zentralbank den Leitzins zum fünften Mal in Folge um 25 Basispunkte auf aktuell 13,75 Prozent gesenkt. Dabei hielt sich die Notenbank angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen im nächsten Monat alle Optionen für die künftige Geldpolitik offen.

Hintergrund dieser Entwicklung ist die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas, die zunehmend Anzeichen einer wirtschaftlichen Abkühlung zeigt. Gleichzeitig hat sich der Inflationsdruck leicht entspannt, was den Spielraum für weitere Zinssenkungen vergrößert.

Prognosen für Inflation und langfristige Zinsen

Hinsichtlich der weiteren Zinsentwicklung beließen die befragten Ökonomen ihre Prognose für das Jahresende 2027 unverändert bei 12 Prozent. Dies signalisiert, dass die Marktteilnehmer mittelfristig mit einer weiterhin lockeren Geldpolitik rechnen, jedoch auf einem immer noch vergleichsweise hohen Niveau.

Bei der Inflationsentwicklung, gemessen am offiziellen IPCA-Index, gab es hingegen leichte Korrekturen nach oben. Die Erwartung für das Jahresende 2026 wurde geringfügig von 4,90 Prozent auf 4,92 Prozent angehoben. Die Prognose für das Jahr 2027 blieb stabil bei 4,30 Prozent.

Die brasilianische Zentralbank verfolgt ein Inflationsziel von 3 Prozent, wobei eine Toleranzspanne von plus oder minus 1,5 Prozentpunkten zugelassen ist. Mit den aktuellen Prognosen von knapp unter 5 Prozent für 2026 und 4,30 Prozent für 2027 liegen die Erwartungen der Ökonomen damit weiterhin oberhalb des Zielkorridors.

Bewertung aus Anlegersicht

Für deutsche Anleger mit Exposure in brasilianischen Anleihen oder Aktien sind die Entwicklungen am Zinsmarkt von großer Bedeutung. Ein sinkendes Zinsniveau könnte die Konjunktur in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas stützen und gleichzeitig die Attraktivität von festverzinslichen Wertpapieren beeinflussen.

Die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen im nächsten Monat bleiben ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor. Die Zentralbank hat sich bewusst alle Optionen offen gehalten, um auf das Wahlergebnis und die daraus resultierenden wirtschaftspolitischen Weichenstellungen reagieren zu können. Anleger sollten die weitere Entwicklung der Focus-Umfrage in den kommenden Wochen genau im Auge behalten, da sie wertvolle Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs liefert.

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