ANZEIGE

Umfrage: Mehrheit der Amerikaner hält Marihuana nicht für gefährlich

Neue Rasmussen-Umfrage zeigt: Mehrheit der Amerikaner sieht Cannabis als wenig gefährlich

3 Min
Umfrage: Mehrheit der Amerikaner hält Marihuana nicht für gefährlich

Nur noch ein Drittel der US-Amerikaner hält Marihuana für gefährlich, und weniger als die Hälfte glaubt an die sogenannte Gateway-Theorie, wonach Cannabiskonsum den Einstieg in härtere Drogen begünstigt. Das zeigt eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Rasmussen Reports, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Die Befragung unter 1.234 US-amerikanischen Erwachsenen zwischen dem 8. und 10. September ergibt ein deutliches Bild vom Wandel der öffentlichen Wahrnehmung. Nur 24 Prozent der Befragten stufen Cannabis als "etwas gefährlich" ein, lediglich 13 Prozent halten es für "sehr gefährlich". Eine Mehrheit von 55 Prozent sieht dagegen kaum oder gar kein Risiko: 27 Prozent bezeichnen Marihuana als "überhaupt nicht gefährlich", 28 Prozent als "nicht sehr gefährlich". Die Fehlermarge der Umfrage liegt bei plus/minus drei Prozentpunkten.

Gateway-Theorie verliert an Überzeugungskraft

Noch deutlicher wird der Einstellungswandel bei der Frage nach der sogenannten Gateway-Theorie. Diese besagt, dass der Konsum von Cannabis die Wahrscheinlichkeit erhöht, später zu gefährlicheren Substanzen wie Kokain oder Heroin zu greifen. Nur 18 Prozent der Befragten halten es für "sehr wahrscheinlich", dass Marihuanakonsum zur Nutzung anderer, gefährlicherer Drogen führt. Weitere 27 Prozent sehen dies als "etwas wahrscheinlich" an. Demgegenüber stehen 19 Prozent, die dies für "überhaupt nicht wahrscheinlich" halten, und 27 Prozent, die es als "nicht sehr wahrscheinlich" einstufen. Neun Prozent der Befragten waren unsicher.

Die Umfrage zeigt zudem deutliche parteipolitische Unterschiede. Republikaner stufen Marihuana mit 50 Prozent deutlich häufiger als "etwas" oder "sehr gefährlich" ein als Demokraten mit 33 Prozent. Auch an die Gateway-Theorie glauben republikanische Wähler mit 60 Prozent wesentlich häufiger als Anhänger der Demokraten mit 42 Prozent.

Trend bestätigt sich in mehreren Studien

Die Ergebnisse von Rasmussen Reports reihen sich ein in eine Serie aktueller Erhebungen, die einen grundlegenden Wandel im Konsumverhalten und in der Risikowahrnehmung der Amerikaner dokumentieren. Erst im vergangenen Monat veröffentlichte eine Gallup-Umfrage, dass so viele US-Erwachsene Marihuana rauchen wie nie zuvor, während das Zigarettenrauchen auf ein Allzeittief gefallen ist.

Eine Analyse der National Survey on Drug Use and Health (NSDUH), die vom Bundesarztamt durchgeführt und im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, zeigte ebenfalls, dass mittlerweile mehr Amerikaner Marihuana konsumieren als Zigaretten rauchen. Parallel dazu hat sich die Wahrnehmung der Schädlichkeit beider Substanzen verschoben.

Eine weitere Studie aus dem vergangenen Monat ergab, dass Personen, die THC-haltige Getränke konsumieren, am Ende weniger Alkohol trinken. Dies deutet auf ein zunehmendes Substitutionsverhalten hin, bei dem Cannabisprodukte klassische Genussmittel wie Alkohol oder Tabak ersetzen.

Legalisierungsunterstützung bleibt hoch, aber mit politischen Unterschieden

Trotz des positiven Trends für die Cannabis-Akzeptanz zeigt eine separate Gallup-Umfrage aus dem vergangenen Jahr, dass die Unterstützung für eine Legalisierung von Marihuana zwar weiterhin bei einer Mehrheit der Amerikaner liegt, jedoch im Vergleich zu 2024 leicht zurückgegangen ist. Dieser Rückgang wird laut der Umfrage "von Republikanern vorangetrieben", die sich zunehmend gegen eine Reform der Drogenpolitik wenden.

Für deutsche Beobachter ist die Entwicklung in den USA von besonderem Interesse, da die Bundesrepublik mit der Teillegalisierung von Cannabis im April 2024 einen eigenen Weg eingeschlagen hat. Die amerikanischen Umfragedaten zeigen, dass sich gesellschaftliche Akzeptanz und politische Regulierung wechselseitig beeinflussen – ein Prozess, der auch in Deutschland erst am Anfang steht. Die zunehmende Ablehnung der Gateway-Theorie in der US-Bevölkerung könnte dabei auch die deutsche Debatte um die Gefahren von Cannabis neu beleben.

Marihuana UmfrageCannabis GefährlichkeitGateway-TheorieRasmussen ReportsMarihuana Legalisierung UsaCannabis KonsumDrogenpolitik Usa

Meistgelesene News

  1. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  2. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden
  3. Warsteiner Brauerei kämpft mit Krise und Absatzproblemen
  4. Marktdissonanz: Die historische Umschichtung von Anleihen in Aktien
  5. Amazon Prime Air Crash in Miami: Fünf Tote bei Frachtflugzeug-Unglück

Disclaimer