UBS sieht begrenzte Yen-Gewinne trotz Zinserhöhung der Bank of Japan
Die Bank of Japan hebt Leitzins an, doch UBS erwartet keine nachhaltige Yen-Aufwertung.

Die Bank of Japan (BoJ) hat ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent angehoben. Die Entscheidung fiel jedoch mit einer gespaltenen Abstimmung unter den Vorstandsmitgliedern, was die Uneinigkeit innerhalb der Zentralbank über den weiteren geldpolitischen Kurs unterstreicht. Für Anleger am Devisenmarkt stellt sich nun die Frage, ob die Zinserhöhung den japanischen Yen nachhaltig stärken kann.
Laut einer aktuellen Analyse der Großbank UBS ist dies jedoch unwahrscheinlich. Die Experten von UBS gehen nicht davon aus, dass die Zinserhöhung zu einer dauerhaften Aufwertung des Yen oder einer strukturellen Erholung der japanischen Währung führen wird. Die Begründung liegt in der Kommunikation von BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda.
Ausgewogene Botschaft von Gouverneur Ueda
Gouverneur Kazuo Ueda übermittelte nach der Zinsentscheidung eine Botschaft, die UBS als ausgewogen charakterisiert. Die Kommunikation habe bewusst darauf verzichtet, einen aggressiven Verschärfungszyklus für die Zukunft anzudeuten. Dies signalisiert den Märkten, dass die BoJ vorerst keine weiteren großen Zinsschritte plant.
UBS stuft die zunehmend proaktive Normalisierungspolitik der Zentralbank gleichwohl als ausreichend ein, um eine weitere Schwächung des Yen zu verhindern. Zudem erschwere die Zinserhöhung einen nachhaltigen Anstieg des USD/JPY-Währungspaares über die Marke von 160.
Seitwärtsbewegung statt Trendwende
Die Schweizer Großbank behält ihr Basisszenario für den USD/JPY bei, das eine Seitwärtstendenz vorsieht. Die konkrete Prognose sieht einen Kurs von 160 bis Dezember 2026 sowie 158 im Zeitraum von März bis September 2027 vor. Dies bedeutet, dass die US-Notenbank und die BoJ aus Sicht von UBS in den kommenden Jahren keine extremen Divergenzen in der Geldpolitik entwickeln werden, die zu starken Ausschlägen beim Wechselkurs führen könnten.
Für deutsche Anleger, die in japanische Aktien oder Anleihen investiert sind, bedeutet dies: Die Wechselkursrisiken bleiben bestehen. Ein massiv steigender Yen, der die Renditen in Heimatwährung schmälern würde, ist nach Einschätzung von UBS nicht zu erwarten. Gleichzeitig dürfte ein Fall des Yen unter die Marke von 160 zum Dollar ebenfalls unwahrscheinlich sein, was japanische Exporteure weiterhin begünstigt.
Die BoJ bewegt sich mit ihrer Zinserhöhung weiter auf dem Pfad der geldpolitischen Normalisierung, bleibt jedoch vorsichtig. Die gespaltene Abstimmung im Vorstand zeigt, dass der Weg aus der jahrzehntelangen Nullzinspolitik kein Selbstläufer ist. Anleger sollten die weitere Kommunikation der BoJ genau verfolgen, insbesondere mit Blick auf die nächsten geldpolitischen Sitzungen.
