Drei Top-Kryptos mit 67% Minus oder mehr: Jetzt kaufen?
Chainlink, Bittensor und Arbitrum liegen tief im Minus – doch Analysten sehen Erholungschancen.

Der Kryptomarkt befindet sich in einer ausgeprägten Schwächephase, und viele Anleger fragen sich, ob tief gefallene Coins jetzt eine Kaufgelegenheit darstellen. Der Finanzdienst The Motley Fool hat drei Kryptowährungen identifiziert, die zwischen 67 und 91 Prozent unter ihren Höchstständen notieren und dennoch überzeugende Argumente für eine Erholung liefern. Konkret handelt es sich um Chainlink (LINK), Bittensor (TAO) und Arbitrum (ARB).
Stand 18. September liegt Bittensor 67 Prozent unter seinem Höchststand von 2024, Arbitrum sogar 91 Prozent unter seinem diesjährigen Peak und Chainlink 77 Prozent unter seinem Höchststand von 2021. Die Analysten von Motley Fool sehen bei allen drei Projekten fundamentale Entwicklungen, die langfristig für eine Kurserholung sprechen könnten.
Chainlink: Stabile Gebühreneinnahmen bei fallendem Kurs
Chainlink ist ein Daten-Oracle-Netzwerk, das Asset-Preise und wirtschaftliche Kennzahlen in ein Format überführt, das Smart Contracts und Krypto-Handelsalgorithmen nutzen können. Das Geschäftsmodell zeigt sich robust: Bis September 2026 belief sich der durch Chainlinks Datenfeeds erfasste Wert auf 38,2 Milliarden US-Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber 11,4 Milliarden US-Dollar im September 2023. Damit hält Chainlink einen Marktanteil von 61 Prozent am Oracle-Markt.
Besonders bemerkenswert ist die Partnerschaft mit dem US-Wirtschaftsministerium, das seit August 2025 Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) über Chainlink on-chain veröffentlicht. Im August generierte das Netzwerk 4,8 Millionen US-Dollar an Gebühren für den Datenzugriff, verglichen mit 4,6 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Von dieser Summe flossen 4,5 Millionen US-Dollar in den Rückkauf des eigenen Tokens auf dem offenen Markt. Fast alle Einnahmen werden also für Buybacks verwendet.
Trotz dieser soliden Fundamentaldaten ist der Coin in den letzten zwölf Monaten um 52 Prozent gefallen – bedingt durch den Krypto-Bärenmarkt, der im Oktober 2025 begann. Die Analysten sehen hier eine Diskrepanz zwischen stabilen Gebühreneinnahmen und sinkendem Kurs, die sich nicht dauerhaft halten dürfte. Da das Geschäftsmodell der Datenbereitstellung nicht an Attraktivität verliert, gilt Chainlink als kaufenswert.
Bittensor: Dezentrales KI-Training als Zukunftsthema
Bittensor ist eine Blockchain, die als Marktplatz für KI-Trainingsdienste und Rechenarbeit fungiert. Das Netzwerk besteht aus sogenannten Subnets – Mini-Netzwerken mit spezifischen Aufgaben – die um den nativen Token TAO konkurrieren. Je erfolgreicher ein Subnet ist, desto mehr TAO wird darin gestakt, was Kapital in das Netzwerk fließen lässt.
Ein bedeutender Meilenstein wurde im März 2026 erreicht, als Bittensor dezentral ein großes Sprachmodell (LLM) mit 72 Milliarden Parametern trainierte. Der nächste Schritt ist ehrgeizig: Am 24. August wurde ein geplantes Trainingslaufwerk mit 110 Milliarden Parametern angekündigt. Gelingt dieses Vorhaben, wäre dies der Beweis, dass Bittensor eine echte Alternative zu den kapitalintensiven und zentralisierten KI-Trainingsprozessen in Rechenzentren darstellt.
Die größere Attraktivität liegt jedoch im Ökosystem selbst: Subnets, die keine nachgefragten Dienste gewinnbringend anbieten können, stellen den Betrieb ein, während andere an ihre Stelle treten. Langfristig profitiert der Coin-Kurs von diesen wettbewerbsorientierten Aktivitäten, ohne dass das Netzwerk selbst Risiken trägt, falls einzelne Akteure scheitern.
Arbitrum: Neue Einnahmequelle durch Robinhood-Partnerschaft
Arbitrum war lange Zeit ein drittklassiger Akteur im Krypto-Bereich, dessen Hauptverdienst in seinem Status als Layer-2-Chain auf Ethereum basierte. Diese Beziehung besteht weiterhin, doch Arbitrum hat einen neuen Wachstumspfad gefunden: Robinhood Markets startete am 1. Juli die Robinhood Chain, die Technologien von Arbitrum lizenziert. Im Gegenzug erhält Arbitrum Anspruch auf Gebühren.
Die Robinhood Chain gibt zehn Prozent ihres Nettoumsatzes an Arbitrum zurück, wobei acht Prozent des Nettoumsatzes in eine Schatzkasse fließen, die von den Token-Inhabern per Abstimmung verwaltet wird. Im Juli brachte diese Lizenz 360.000 US-Dollar in die Schatzkasse. Annualisiert entspricht dies zwar nur einem winzigen Bruchteil von Arbitrums Marktkapitalisierung von 1,4 Milliarden US-Dollar, doch es handelt sich um eine völlig neue Einkommensquelle.
Robinhood wird voraussichtlich erhebliche Mittel in die Vermarktung seiner Blockchain investieren, um neue Nutzer und Kapital anzuziehen. Arbitrum profitiert kostenlos von diesem Prozess, und dieser Vorteil dürfte mit der Zeit wachsen. Mit den zusätzlichen Einnahmen könnte Arbitrum ähnliche Vereinbarungen mit weiteren Partnern eingehen.
Die Analysten von Motley Fool stufen Arbitrum jedoch nur für Anleger mit hoher Risikotoleranz als potenziellen Kauf ein. Die neuen Einnahmequellen waren bis vor Kurzem nicht Teil der Arbitrum-Geschichte und könnten möglicherweise nicht von Dauer sein.
Fazit: Differenzierte Chancen im Bärenmarkt
Während Chainlink und Bittensor aufgrund ihrer soliden Geschäftsmodelle und technologischen Fortschritte als kaufenswert gelten, bleibt Arbitrum ein spekulativeres Investment. Allen drei Projekten gemeinsam ist jedoch, dass sie trotz massiver Kursverluste über konkrete Werttreiber verfügen, die im nächsten Marktzyklus für eine Erholung sorgen könnten. Anleger sollten jedoch stets die hohe Volatilität und die spezifischen Risiken des Kryptomarktes berücksichtigen.
