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Goldman Sachs: Yen hat kaum Raum für weitere Stärkung

Goldman Sachs sieht begrenztes Aufwertungspotenzial für den Yen – BOJ-Politik und Fed-Zinsen bremsen.

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Goldman Sachs: Yen hat kaum Raum für weitere Stärkung

Goldman Sachs sieht nur begrenztes Potenzial für eine Aufwertung des japanischen Yen. Die US-Investmentbank verweist in einer aktuellen Analyse auf mehrere Faktoren, die einer nachhaltigen Stärkung der japanischen Währung entgegenstehen – darunter die Geldpolitik der Bank of Japan (BOJ) und das globale Zinsumfeld.

Die Strategen um Kamakshya Trivedi argumentieren, dass der Yen durchaus Spielraum für eine weitere Schwächung habe, falls die Annahmen über das Tempo der geldpolitischen Verschärfung durch die BOJ zu "dovish" – also zu zurückhaltend – ausfallen. Zwar wurde die jüngste Aufwertung des Yen maßgeblich durch Spekulationen über einen größeren politischen Kurswechsel in Japan befeuert. Doch abweichende Stimmen gegen den Zinsanstieg bei den von der japanischen Premierministerin Takaichi nominierten BOJ-Vorstandsmitgliedern hätten den Anlegern neue Zweifel an einem umfassenderen politischen Wandel zur Stützung der Währung eingebracht, so die Goldman-Experten.

BOJ-Chef Ueda signalisiert Zurückhaltung

Ein zentraler Punkt der Analyse sind die jüngsten Äußerungen von BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda. "Uedas Kommentare in der Pressekonferenz betonten, dass die Bank nicht hinterherhinkt, was auf eine hohe Hürde für einen Zinsanstieg im Oktober hindeutet", schreiben die Goldman-Strategen. Diese Aussage dürfte die Erwartungen an eine baldige und deutliche Straffung der Geldpolitik in Japan dämpfen.

Hinzu kommt das globale Umfeld. Der aktuelle Hintergrund bleibe eine Quelle nachdrücklichen Abwärtsdrucks auf den Yen. Diesen Abwärtsdruck würde Goldman als "beständig ansehen, falls die Fed im Oktober wie von unseren Ökonomen erwartet erneut zinst – was die taktische Argumentation für einen Short-Position im USD/JPY weiter schwächt". Mit anderen Worten: Solange die US-Notenbank die Zinsen hochhält oder weiter anhebt, bleibt der Dollar gegenüber dem Yen attraktiv.

Euro statt Dollar als langfristige Alternative

Interessant ist die strategische Empfehlung der Goldman-Analysten. Sie bevorzugen es, den Yen gegenüber dem Euro statt gegenüber dem US-Dollar langfristig zu positionieren. Dies deutet darauf hin, dass sie die gemeinsame europäische Währung mittelfristig für anfälliger halten als den Greenback.

Die Experten weisen zudem darauf hin, dass jede bedeutende Umverteilung inländischer Vermögenswerte durch japanische Anleger ein "langsamerer Prozess" sein wird. Dies ist besonders relevant, da japanische Investoren traditionell große Summen im Ausland anlegen – und diese Anlagen weitgehend ungesichert sind. Eine Rückführung dieser Gelder nach Japan könnte den Yen zwar stützen, doch Goldman rechnet nicht mit einem schnellen Umschwung.

Fehlende Katalysatoren für kurzfristige Yen-Stärke

Die Bank of Japan hält sich nach Einschätzung von Goldman derzeit bedeckt. Es bestehe "ein geringeres Gefühl der Dringlichkeit bei der September-Sitzung der BOJ", während Goldman seine Basisannahme für aufeinanderfolgende Zinserhöhungen der Fed beibehält. Die US-Notenbank bleibt damit der dominierende Treiber an den Devisenmärkten.

Ohne klare Impulse sieht Goldman kaum Chancen für eine schnelle Yen-Erholung. "Ohne Intervention oder weitere Hinweise auf eine Portfolioverschiebung, sei es durch die Daten zu den internationalen Wertpapiertransaktionen im nächsten Monat (unwahrscheinlich) oder durch weitere Anzeichen dafür, dass dies diskutiert wird, gibt es auch keine klaren Katalysatoren für eine kurzfristige Stärkung des Yen", fasst Goldman zusammen.

Für Anleger bedeutet dies: Der Yen bleibt vorerst unter Druck. Die entscheidenden Faktoren sind die Zinsentscheidungen sowohl der BOJ als auch der Fed. Solange die US-Notenbank ihren restriktiven Kurs beibehält und die japanische Notenbank keine deutliche Wende signalisiert, dürfte der Yen gegenüber dem Dollar schwach bleiben. Die von Goldman bevorzugte Strategie – Short-Positionen im Euro gegenüber dem Yen – könnte für Anleger interessant sein, die auf eine anhaltende Schwäche der Gemeinschaftswährung setzen.

YenGoldman SachsBank Of JapanBOJUsd/JpyZinspolitikDevisenmarktFederal Reserve

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