UBS hebt Palladium-Prognose an – Angebotsverknappung stützt Kurse
Die UBS erhöht ihre Palladium-Preiskursziele für 2026 und 2027 aufgrund engerer physischer Marktbedingungen.

Die Schweizer Großbank UBS hat ihre Palladium-Preiserwartungen für die Jahre 2026 und 2027 nach oben korrigiert. Grund dafür sind zunehmend angespannte Bedingungen auf dem physischen Markt für das Edelmetall, wie aus einer aktuellen Analyse der Bank hervorgeht.
Konkret hob die UBS ihre Prognosen für Dezember 2026 und März 2027 um jeweils 200 Dollar pro Unze an. Die Schätzung für Juni 2027 wurde um 100 Dollar pro Unze erhöht. Die Palladiumkurse hätten sich damit besser entwickelt als von der Bank ursprünglich erwartet, da die fundamentalen physikalischen Gegebenheiten auf einen angespannteren Markt hindeuteten.
Nachfrage bleibt überraschend stabil
Die globale Palladiumnachfrage ging im Jahr 2025 nur leicht zurück und wird voraussichtlich auch 2026 weitgehend stabil bleiben. Ein wesentlicher Grund dafür ist der langsamer als erwartet voranschreitende Ausstieg aus Verbrennungsmotoren. Dies hat die Nachfrage nach dem Edelmetall gestützt, das vor allem in Autokatalysatoren für Benzinmotoren zum Einsatz kommt.
Insbesondere die zunehmende Verbreitung von Hybridfahrzeugen in benzindominierten Märkten wie den USA, Brasilien und Teilen Asiens treibt den Verbrauch an Autokatalysatoren weiter an. Zudem verbessert die wachsende Diskrepanz zwischen Palladium- und Platinpreisen die Wirtschaftlichkeit einer sogenannten Rücksubstitution von Palladium in Autokatalysatoren für Fahrzeuge mit Benzinmotor.
Langfristig bleibt der Ausblick negativ
Trotz der kurzfristigen positiven Signale bleibt die langfristige Nachfrageperspektive für Palladium negativ. Die UBS verweist in diesem Zusammenhang auf die fortschreitende Elektrifizierung des Transportsektors und den erwarteten Rückgang der Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Diese strukturellen Faktoren dürften die Nachfrage auf längere Sicht belasten.
Angebotsseite unter Druck
Auf der Angebotsseite zeigt sich ein gemischtes Bild. Die globale Minenproduktion ging im Jahr 2025 zurück und dürfte sich 2026 erneut verringern. In Russland wird die Förderung durch sinkende Erzgehalte beeinträchtigt. Südafrikanische Produzenten stellen weiterhin die Disziplin bei Kapitalausgaben über ein Volumenwachstum, was die Produktion zusätzlich begrenzt.
Das Recycling von Palladium verbessert sich zwar, gleicht jedoch nur einen Teil der Schwäche im geförderten Angebot aus. Nach Einschätzung der UBS dürfte der angespannte Angebotsrahmen die Preisuntergrenze für Palladium in diesem Jahr begrenzen.
Fazit für Anleger
Für Anleger ergibt sich ein differenziertes Bild: Kurzfristig stützen die angespannten physischen Marktbedingungen und die stabile Nachfrage die Palladiumkurse. Langfristig bleiben jedoch die Risiken durch die Elektrifizierung des Transportsektors bestehen. Die UBS hat ihre Kursziele entsprechend angepasst, bleibt in der langfristigen Perspektive jedoch vorsichtig.
