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Kupferproduktion droht erstmals seit 2017 zu sinken

Trotz Rekordpreisen könnte die globale Kupferförderung 2026 erstmals seit fast einem Jahrzehnt fallen.

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Kupferproduktion droht erstmals seit 2017 zu sinken

Die globale geförderte Kupferproduktion steht in diesem Jahr möglicherweise vor einem historischen Rückgang – zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt. Dies berichtet der Vermögensverwalter Sprott Asset Management unter Berufung auf aktuelle Marktdaten. Besonders bemerkenswert ist diese Entwicklung, da die Kupferpreise zeitgleich Rekordniveaus erreicht haben.

Normalerweise führen hohe Preise zu einer Ausweitung der Produktion. Doch der Bergbausektor zeigt sich in diesem Zyklus ungewöhnlich träge. Störungen in den Förderbetrieben, sinkende Erzgehalte und eine schwache Produktion aus Chile – dem mit Abstand größten Kupferproduzenten der Welt – belasten die globale Versorgung.

Hintergrund der Produktionsschwäche

Die Ursachen für den möglichen Rückgang sind vielschichtig. In vielen Minen sinken die Erzgehalte, was bedeutet, dass aus der gleichen Menge Gestein weniger Kupfer gewonnen wird. Gleichzeitig kämpfen Betreiber mit technischen Störungen, Arbeitsausfällen und logistischen Engpässen.

Chile, das rund ein Viertel der weltweiten Kupferförderung stellt, leidet unter alternden Minen, Wasserknappheit und politischen Unsicherheiten. Die dortige Produktion bleibt hinter den Erwartungen zurück und trägt maßgeblich zur angespannten Versorgungslage bei.

Träge Reaktion der Bergbaukonzerne

Sprott Asset weist darauf hin, dass die Bergbauunternehmen nur verzögert auf die hohen Preise reagieren können. Neue Minen benötigen Jahre der Planung und Genehmigung, bevor die erste Förderung anläuft. Selbst Erweiterungen bestehender Anlagen sind mit langen Vorlaufzeiten verbunden.

Diese strukturelle Trägheit der Angebotsseite könnte die Kupferpreise weiter stützen. Analysten beobachten mit Spannung, ob die Produktion im Laufe des Jahres doch noch anziehen kann oder ob der Rückgang tatsächlich eintritt.

Bedeutung für den deutschen Markt

Für die deutsche Industrie ist Kupfer ein kritischer Rohstoff. Das Metall wird in der Elektrotechnik, im Maschinenbau und zunehmend in der Elektromobilität benötigt. Ein anhaltendes Versorgungsdefizit könnte die Produktionskosten in diesen Schlüsselbranchen erhöhen und die Abhängigkeit von Importen weiter verschärfen.

Sollte sich der Produktionsrückgang bestätigen, wäre dies das erste Minus seit 2017. Damals führten ebenfalls Produktionsstörungen und niedrigere Erzgehalte zu einem Rückgang der globalen Kupferförderung.

Die Entwicklung bleibt für Anleger und Industrie gleichermaßen relevant. Ein knappes Angebot bei gleichzeitig hoher Nachfrage spricht grundsätzlich für weiterhin hohe oder sogar steigende Kupferpreise.

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