Tokios Börse erholt sich nach Kursverlusten
Yen-Entwicklung und Trumps Handelspolitik beeinflussen asiatische Märkte spürbar

Die Börse in Tokio verzeichnete nach jüngsten Verlusten wieder einen Aufwärtstrend. Anleger zeigten sich optimistisch und nutzten die Gelegenheit, günstige japanische Aktien zurückzukaufen. Der Nikkei-Index stieg um 0,6 Prozent auf 38.349 Punkte, während der breiter gefasste Topix um 0,8 Prozent zulegte. Zu den größten Gewinnern des Tages zählte der Chip-Konzern Tokyo Electron, dessen Aktienkurs um beeindruckende 6,7 Prozent anstieg.
Ein zentraler Fokus der Marktteilnehmer lag auf der Entwicklung des Yen. Die japanische Währung hatte sich in den letzten beiden Handelstagen deutlich erholt, wobei der Dollar zwischenzeitlich auf ein Vier-Wochen-Tief von 150,44 Yen fiel. Dies führte zu einer gemischten Reaktion, da ein starker Yen tendenziell die Wettbewerbsfähigkeit von Exportfirmen belastet. Die zukünftige Entwicklung des Yen hängt wesentlich von den Entscheidungen der japanischen Zentralbank ab, die im Dezember möglicherweise die Zinsen anheben könnte. Analysten spekulieren auf eine Erhöhung des Leitzinses von 0,25 Prozent auf 0,5 Prozent. In den vergangenen Monaten hatte die Bank of Japan die Zinsen bereits zweimal erhöht, um die geldpolitischen Rahmenbedingungen an die wirtschaftliche Lage anzupassen.
Während in Japan die Märkte Auftrieb erhielten, blieb die Stimmung in China verhalten. Sorgen über mögliche wirtschaftliche Konsequenzen einer protektionistischen Handelspolitik durch den künftigen US-Präsidenten Donald Trump belasteten die chinesischen Börsen. Der Shanghai-Index fiel um 0,4 Prozent, und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen sank um 0,9 Prozent. Analysten warnen, dass Trumps angekündigte Zollerhöhungen ein erhebliches Risiko für Chinas Wirtschaft und Finanzmärkte im kommenden Jahr darstellen könnten.
Auch die Rohstoffmärkte standen unter Druck. Nach einem Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der Hisbollah ließen Versorgungsängste nach, was die Ölpreise sinken ließ. Rohöl der Nordseesorte Brent verbilligte sich leicht um 0,2 Prozent auf 72,70 Dollar je Barrel, während US-Öl der Sorte WTI ebenfalls um 0,2 Prozent auf 68,55 Dollar nachgab.
Die US-Börsen schlossen am Mittwoch im Minus, belastet durch die Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten. Der Dow Jones verlor 0,3 Prozent und schloss bei 44.722,06 Punkten. Dies zeigt, dass die Märkte weiterhin auf externe Faktoren wie Zinsentscheidungen und geopolitische Entwicklungen reagieren.
