Trump-Zölle sorgen für Unruhe an Asiens Börsen
Anleger fürchten Folgen für Automobil- und Technologiesektor in Japan und China

Die Ankündigung des designierten US-Präsidenten Donald Trump, Strafzölle auf Importe aus Kanada, Mexiko und China zu verhängen, hat die asiatischen Börsen teils erheblich belastet. Besonders in Japan zeigten sich deutliche Reaktionen, während die chinesischen Märkte zunächst weniger betroffen waren. Der Nikkei-Index in Tokio verlor knapp ein Prozent und fiel auf 38.442 Punkte, womit die Gewinne vom Wochenstart nahezu vollständig aufgezehrt wurden.
In China hingegen reagierten die Märkte zunächst positiv. Der Shanghai-Index sowie der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen legten kurzzeitig um ein Prozent zu, bevor sie die Gewinne wieder abgaben. Insgesamt blieben die chinesischen Anleger vergleichsweise gelassen, auch wenn exportorientierte Unternehmen in beiden Ländern unter Druck gerieten.
Trumps geplante Zölle umfassen eine Abgabe von 25 Prozent auf alle Importe aus Kanada und Mexiko sowie zusätzliche Zölle in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Produkte. Während diese Abgaben für China niedriger ausfallen als die ursprünglich in den Raum gestellten 60 Prozent, sorgte die konkrete Ankündigung dennoch für Unruhe an den Märkten. Naka Matsuzawa, Stratege bei Nomura, erklärte, dass die Reaktion aufgrund der unerwartet konkreten Form negativ ausgefallen sei.
Die geplanten 25-prozentigen Zölle auf Importe aus Kanada und Mexiko übertrafen die Erwartungen vieler Marktteilnehmer. Insbesondere in Japan befürchteten Anleger negative Auswirkungen auf den Automobilsektor. Toyota-Aktien verzeichneten in der Spitze einen Rückgang von rund drei Prozent, während Nissan zeitweise knapp fünf Prozent einbüßte. Auch der Technologiesektor war betroffen. Der Chip-Testspezialist Advantest verlor bis zu 5,6 Prozent und gehörte damit zu den größten Verlierern im Nikkei. Tokyo Electron musste einen Verlust von drei Prozent hinnehmen.
Auch in China zeigten sich Folgen für exportorientierte Unternehmen, obwohl die Reaktionen dort insgesamt gedämpfter ausfielen. Trotz der unmittelbaren Marktbewegungen bleibt unklar, welche langfristigen Auswirkungen die angekündigten Zölle auf den Handel zwischen den betroffenen Ländern und den asiatischen Märkten haben werden.
