Chiphersteller treiben asiatische Börsen nach oben
Nvidia-Gewinne stärken Anlegerstimmung, Inflation und Zinspolitik beeinflussen Japan-Märkte

Die asiatischen Börsen haben im frühen Handel am Freitag einen leichten Aufschwung erlebt, insbesondere durch positive Entwicklungen im Chipsektor. Chiphersteller wie Nvidia, die im US-Handel mit soliden Gewinnen ein Rekordhoch erreichten, beeinflussten auch die Stimmung der Anleger in Asien positiv. In Japan tendierten die Börsen fester, während andere asiatische Märkte gemischte Ergebnisse verzeichneten.
Der Nikkei-Index in Tokio stieg um 0,7 Prozent auf 38.282 Punkte, während der breiter gefasste Topix um 0,5 Prozent auf 2.696 Zähler zulegte. Diese Erholung folgte auf zwei aufeinanderfolgende Rückgänge des Nikkei, der am Vortag zeitweise unter die Marke von 38.000 Punkten gefallen war und den niedrigsten Schlussstand seit dem 25. Oktober verzeichnet hatte. Analysten führen den Anstieg auf die verbesserten Anlegerstimmungen zurück, die durch Nvidias jüngste Ergebnisse gestärkt wurden. Nach Angaben von Naoki Fujiwara von Shinkin Asset Management griffen Investoren verstärkt zu japanischen Aktien, was die Erholung des Marktes unterstützte.
Im Gegensatz dazu zeigte sich die Börse in Shanghai schwächer. Der dortige Hauptindex verlor drei Prozent und fiel auf 3.270 Punkte. Auch der Index der führenden Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verzeichnete ein Minus von 3,1 Prozent. Diese Rückgänge wurden durch enttäuschende Quartalsergebnisse asiatischer Technologieunternehmen wie dem Suchmaschinenbetreiber Baidu begünstigt, dessen Aktien zeitweise um rund zehn Prozent fielen. Auch PDD Holdings, ein führender E-Commerce-Konzern, berichtete über niedrigere Ergebnisse als erwartet.
In Japan gab es zudem Nachrichten zur wirtschaftlichen Entwicklung: Regierungsdaten zeigten, dass die Kerninflation im Oktober weiterhin über dem Zielwert der Zentralbank von zwei Prozent lag. Dies erhöht den Druck auf die Bank of Japan, ihre Zinspolitik anzupassen. Der Markt rechnet mit einer 57-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbank im Dezember die Zinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Diese Aussicht wirkte sich auch auf die Volatilität des Yen aus, der dadurch zeitweise Unterstützung erhielt.
Die Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz trugen ebenfalls zur Stabilisierung der japanischen Börsen bei. Insbesondere die Aktien von Technologieunternehmen konnten von der wachsenden Nachfrage nach KI-Produkten profitieren. Im Vergleich dazu blieben andere asiatische Märkte hinter den Erwartungen zurück, was die gemischte Performance der Region unterstreicht.
