Skydance schließt 110-Milliarden-Dollar-Übernahme von WBD ab
Einer der größten Medienkonzerne der Geschichte entsteht: Skydance vereint HBO, CNN, Paramount+ und das DC-Universum unter einem Dach.

Mit dem Abschluss der 110 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) durch Paramount Skydance ist ein Medienriese von historischem Ausmaß entstanden. Das neue Unternehmen firmiert unter dem Namen „Skydance" und wird an der New Yorker Börse unter dem Ticker „SKYD" gehandelt. Unter der Führung von CEO David Ellison bündelt der Konzern legendäre Marken wie „Mission: Impossible", „Harry Potter" und das DC-Universum.
Zum Portfolio gehören darüber hinaus ein breites Spektrum an TV-Sendern und Streaming-Diensten, darunter CBS, CNN, Paramount+ und HBO Max. Für deutsche Anleger und Medienkonsumenten ist diese Fusion besonders relevant, da viele dieser Marken auch hierzulande eine starke Präsenz haben. Das Unternehmen positioniert sich damit als einer der schwergewichtigsten Akteure im globalen Unterhaltungsmarkt.
Der lange Weg zum Abschluss
Der Weg zur Einigung war alles andere als geradlinig. Laut CNBC begann die Dynamik im Juni 2025 mit Plänen von WBD, sich in zwei separate Unternehmen aufzuspalten. Es folgten mehrere abgelehnte Angebote und sogar ein zwischenzeitlicher Deal mit <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix, der im Februar 2026 scheiterte.
Letztlich setzte sich Paramount Skydance mit einem Gebot von 31 Dollar pro Aktie durch. Kartellrechtliche Klagen verzögerten den Prozess zeitweise erheblich, bevor Einigungen mit US-Bundesstaaten und einer Gewerkschaft den Weg freimachten. Bloomberg beschrieb den gesamten Prozess als von „brutaler Kontrolle" geprägt, während Reuters betonte, dass die finale Einigung die größten rechtlichen Barrieren aus dem Weg räumte.
Doppelspitze und 80 Milliarden Dollar Schulden
An der Unternehmensspitze setzt Skydance auf eine Doppelführung: David Ellison verantwortet die kreative Ausrichtung und Strategie, während der ehemalige Mattel-CEO Ynon Kreiz als Co-CEO das operative Tagesgeschäft und die Integration leitet. Diese Aufgabenteilung soll die enormen Herausforderungen der Fusion bewältigbar machen.
Denn der neue Konzern startet mit einer erheblichen Schuldenlast von rund 80 Milliarden Dollar. Um die Finanzen zu stabilisieren, plant das Management Einsparungen in Höhe von 6 Milliarden Dollar. Diese sollen primär durch die Zusammenlegung von Streaming-Technologien und Cloud-Infrastrukturen erzielt werden. Analysten von MoffettNathanson prognostizieren für das Jahr 2028 ein EBITDA von 16 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von rund 67 Milliarden Dollar.
Streaming-Fusion und ambitionierte Produktionsziele
Ein zentrales Element der neuen Strategie ist die Verschmelzung der Streaming-Dienste HBO Max und Paramount+ zu einem einzigen Angebot. Damit will Skydance im hart umkämpften Streaming-Markt eine schlagkräftigere Plattform gegen Konkurrenten wie Netflix und Disney+ aufbauen.
Darüber hinaus hat sich das Unternehmen zu ambitionierten Produktionszielen verpflichtet: In den ersten zwei Jahren nach Abschluss sollen mindestens 30 Filme jährlich produziert werden, in den Folgejahren soll die Zahl auf 32 steigen. Trotz dieser offensiven Pläne warnen Analysten, dass die notwendigen Kostensenkungen erhebliche Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation in Hollywood haben könnten.
In den Nachrichtenbereichen bleibt die operative Führung stabil: Mark Thompson leitet weiterhin CNN, Bari Weiss bleibt Chefredakteurin bei CBS News. Ob die neue Unternehmensstruktur die hohen Erwartungen erfüllen kann, wird sich in den kommenden Jahren zeigen – die Schuldenlast und der Integrationsdruck bleiben die größten Risikofaktoren für Investoren.
