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Rentenprobleme in UK: Lösungen für Sparer und Anleger

Große Umfrage zeigt: Vier von zehn Rentnern wissen nicht, ob ihre Altersvorsorge reicht.

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Rentenprobleme in UK: Lösungen für Sparer und Anleger

Die jüngste „Great British Retirement Survey“ von interactive investor, basierend auf den Erfahrungen von knapp 8.000 Befragten, offenbart tiefgreifende Herausforderungen für britische Rentensparer. Die marktführende Untersuchung, die nun in der siebten Auflage vorliegt, zeigt ein erschreckendes Bild: Vier von zehn Rentnern wissen nicht, ob ihre Altersvorsorge ausreichen wird.

Camilla Esmund, Leiterin der Investor-Kampagnen bei interactive investor, bezeichnet diese Erkenntnis als besonders besorgniserregend. „Stellen Sie sich vor, dieses Gefühl würde während der Jahre, in denen man versucht, mit dem Geld zu haushalten, immer gegenwärtig sein“, sagte sie im Podcast „On The Money“. Die Umfrage deckt zudem auf, dass Menschen später in den Ruhestand gehen als je zuvor und dass im Ruhestand stark auf die staatliche Rente zurückgegriffen wird.

Hohe Abhängigkeit von der staatlichen Rente

Rund die Hälfte der Rentner ist auf die staatliche Rente als Haupteinkommensquelle angewiesen. Dies ist nach Einschätzung von Esmund sehr besorgniserregend, da die staatliche Rente allein wahrscheinlich nicht ausreicht, um einen komfortablen Lebensstandard zu gewährleisten. Die Umfrage zeigt auch, dass Menschen, die noch zwei oder drei Jahrzehnte vom Ruhestand entfernt sind, erhebliche finanzielle Sorgen plagen.

Ein zentrales Problem ist das mangelnde Vertrauen in das Rentensystem. Häufige Änderungen der Rentenregeln und Steuern untergraben dieses Vertrauen zusätzlich. „Die Rentenbesteuerung sollte in Ruhe gelassen werden“, fordert Esmund. Die ständigen Änderungen führten dazu, dass Menschen nicht wüssten, was als Nächstes zu tun sei, und schreckten viele davon ab, sich intensiver mit ihrer Altersvorsorge zu beschäftigen.

Lösungsansätze: Nationaler Benchmark und frühere „Wake-up-Packs“

interactive investor schlägt mehrere konkrete Reformen vor. Dazu gehört die Schaffung eines gemeinsamen nationalen Benchmarks für das Renteneinkommen. Dieser soll in einfacher Sprache darstellen, welches Einkommen für einen minimalen, moderaten und komfortablen Ruhestand in heutigen Preisen benötigt wird. Laut Pensions UK liegen die Schätzwerte für einen komfortablen Ruhestand bei 45.400 Pfund pro Jahr für einen einzelnen Rentner und 62.700 Pfund für ein Paar.

Eine weitere Forderung ist die Vorverlegung der sogenannten „Wake-up-Packs“ vom derzeitigen Alter von 50 auf 40 Jahre. „Die Idee ist im Wesentlichen, den Menschen mehr Zeit zu geben“, erläutert Esmund. Mehr Zeit zur Strategieentwicklung, zur Überprüfung der Rente und zur Bewertung der Anlageweise. Die Lebensmitte sei eine entscheidende Phase, da sie oft die Jahre mit den höchsten Einkommen umfasse.

Schulden belasten die Generation X

Besonders nachdenklich stimmt die Entwicklung bei der Generation X. Fast ein Viertel dieser Altersgruppe gab an, ungesicherte Schulden zu tragen – ein Anstieg von rund 41 Prozent im Vorjahr. Rund 30 Prozent der Generation X verwenden ihre 25-prozentige steuerfreie Einmalzahlung zur Tilgung von Schulden, 18 Prozent geben sie für tägliche Lebenshaltungskosten aus.

„Dies ist sehr besorgniserregend, da viele Menschen dieses Geld ausgeben müssen, bevor sie überhaupt in den Ruhestand treten“, kommentiert Kyle Caldwell, Redakteur für Fonds- und Investmentbildung bei interactive investor. Die hohen Lebenshaltungskosten setzen die Sparer zusätzlich unter Druck.

Automatische Anmeldung reformieren

Um jüngeren Menschen den Einstieg in die Altersvorsorge zu erleichtern, schlägt interactive investor zwei Maßnahmen vor: Die schrittweise Erhöhung der Mindestrentenbeiträge im Rahmen der automatischen Anmeldung (Auto Enrolment) von derzeit 8 Prozent auf 12 Prozent sowie die Senkung des Mindestalters für die automatische Anmeldung von 22 auf 18 Jahre.

Die Verantwortung für das Rentensparen liege zunehmend bei den Individuen, betont Caldwell. Während ältere Generationen noch von leistungsorientierten Betriebsrenten profitierten, hänge der Erfolg der Altersvorsorge heute maßgeblich von den eigenen Anlageentscheidungen, den Beitragszahlungen und den Arbeitgeberbeiträgen ab. Die vorgeschlagenen Reformen zielen darauf ab, den Sparern mehr Zeit und bessere Rahmenbedingungen für den Vermögensaufbau zu verschaffen.

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