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Warum Fondsmanager ihre Cash-Reserven aufbauen

Fondsmanager erhöhen Cash-Quote auf 3,9 Prozent – stärkster Anstieg seit März 2026

3 Min
Warum Fondsmanager ihre Cash-Reserven aufbauen

Die Stimmung unter professionellen Anlegern kühlt sich ab. Der jüngste Global Fund Manager Survey der Bank of America zeigt, dass Fondsmanager ihre Cash-Bestände im September deutlich aufgestockt haben. Die durchschnittliche Cash-Quote stieg von 3,5 Prozent im Vormonat auf 3,9 Prozent – der stärkste monatliche Anstieg seit März 2026.

Hintergrund ist ein nachlassender Optimismus, den die Autoren der Studie als „übermäßige Bullishness“ des Sommers bezeichnen. Das breiteste Stimmungsbarometer der Umfrage, das sich aus Cash-Niveaus, Aktienallokationen und globalen Wachstumserwartungen zusammensetzt, fiel von einem Wert von 8 auf 7. Dennoch bleibt die Grundstimmung unter den befragten Fondsmanagern weiterhin positiv.

Wachstumserwartungen bleiben hoch – aber mit neuen Risiken

Die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum und den durch Investitionen in künstliche Intelligenz getriebenen Boom sind weiterhin stark ausgeprägt. Ein großer Teil der Befragten zeigt sich entspannt, was die konjunkturelle Entwicklung angeht: 55 Prozent der Fondsmanager erwarten ein „No Landing“-Szenario für die Weltwirtschaft, bei dem die Konjunktur trotz hoher Zinsen nicht signifikant abkühlt. Im August lag dieser Wert bei 56 Prozent. Rund 38 Prozent rechnen mit einer weichen Landung, während nur zwei Prozent eine harte Landung befürchten.

Gleichzeitig sind jedoch neue Sorgen aufgekommen. Die Befragten zeigen sich zunehmend besorgt über einen möglichen Abverkauf am Anleihemarkt sowie über die Aussicht auf einen demokratischen „Sweep“ bei den US-Zwischenwahlen. Diese Faktoren haben dazu beigetragen, dass ein Teil des intensiven Optimismus der vergangenen Monate verflogen ist.

Inflationserwartungen drehen – Zinsängste kehren zurück

Bemerkenswert ist eine Verschiebung bei den Inflationserwartungen. Ein Nettoanteil von vier Prozent der Befragten erwartet nun eine niedrigere globale Inflation in den nächsten zwölf Monaten. Im Vormonat lag der Nettoanteil derjenigen, die einen Anstieg erwarteten, noch bei drei Prozent. Die Trendwende ist deutlich.

Gleichzeitig rechnet ein Nettoanteil von 36 Prozent mit höheren kurzfristigen Zinssätzen – der höchste Wert seit September 2022. Diese Erwartung hat in den vergangenen Wochen zu einem heftigen Abverkauf am Anleihemarkt geführt. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe ist über die Marke von fünf Prozent gestiegen und erreichte damit das höchste Niveau seit der Finanzkrise.

Anleihen bleiben das große Sorgenkind

Die Entwicklung am Rentenmarkt belastet die Stimmung der Fondsmanager erheblich. 33 Prozent der Befragten identifizieren einen „unordentlichen Anstieg der Anleiherenditen“ als das größte Tail-Risiko für die Märkte. Tail-Risiken sind extreme Ereignisse, die zwar eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit haben, aber schwerwiegende Folgen für Portfolios haben können.

Die Reaktion der Fondsmanager ist eindeutig: Mit einem Nettoanteil von 48 Prozent sind die Befragten untergewichtet in Anleihen – die größte Untergewichtung in diesem Bereich seit Mai 2022. Bemerkenswert ist, dass die Fondsmanager bereits seit 17 Monaten in Folge untergewichtet in Anleihen positioniert sind.

Einordnung für deutsche Anleger

Der monatliche Global Fund Manager Survey der Bank of America gilt als einer der wichtigsten Stimmungsindikatoren für die internationale Finanzbranche. Die jüngste Erhebung zeigt, dass die Zuversicht der Profis zwar nach wie vor hoch ist, aber erste Risse bekommt. Der Anstieg der Cash-Bestände deutet darauf hin, dass viele Fondsmanager vorsichtiger werden und sich für mögliche Marktturbulenzen wappnen.

Für deutsche Privatanleger ist dies ein Signal, die eigene Risikostrategie zu überprüfen. Die Kombination aus steigenden Anleiherenditen, wieder aufflammenden Inflationssorgen und politischen Unsicherheiten in den USA könnte in den kommenden Monaten für erhöhte Volatilität an den Kapitalmärkten sorgen.

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