Herosan-Anleihe: Warum Anleger bei Insekten-Protein vorsichtig sein sollten
Die einstige Hype-Branche Insektenprotein enttäuscht – Herosan kämpft mit Gegenwind.

Noch vor einigen Jahren schien die Europäische Union einem vielversprechenden neuen Markt die Tore zu öffnen. Mit der „Novel Food"-Verordnung legte sie 2018 fest, unter welchen Bedingungen Insekten künftig auf dem menschlichen Speiseplan landen dürfen. Viele Investoren witterten damals das große Geschäft und trauten den proteinreichen Krabbeltieren ein enormes Potenzial zu.
Doch der Hype um Insekten als Lebensmittel für den Menschen ebbte schnell wieder ab. Die erhoffte Revolution auf dem Teller blieb aus. Was sich stattdessen etablierte, ist ein anderer Verwendungszweck: die Verarbeitung von Insekten zu Tierfutter. Das österreichische Unternehmen Herosan ist in diesem Segment seit 2019 aktiv und hat sich auf die Zucht und Verarbeitung von Insekten spezialisiert.
Investmentcheck: Die Anleihe von Herosan
Für Anleger, die über eine Unternehmensanleihe in Herosan investiert haben, gestaltet sich die Lage jedoch zunehmend schwierig. Die einstige Euphorie ist einer nüchternen Realität gewichen. Die Anleihe kann für Anleger „eklig" werden, wie Marktbeobachter konstatieren.
Das Geschäftsmodell von Herosan steht vor mehreren Herausforderungen. Zum einen ist der Markt für Insektenprotein im Tierfuttersegment hart umkämpft. Zum anderen belohnen die Kapitalmärkte derzeit vor allem Unternehmen mit klaren Profitabilitätsperspektiven – und genau daran mangelt es bei vielen Pionieren der Insektenbranche.
Fazit für Privatanleger
Die Geschichte von Herosan zeigt exemplarisch, wie schnell aus einem vermeintlichen Zukunftsmarkt ein schwieriges Investment werden kann. Anleger, die in Unternehmensanleihen junger Branchenpioniere investieren, sollten die Risiken genau abwägen. Die Novel-Food-Verordnung der EU war ein wichtiger Schritt – aber sie allein garantiert noch keinen wirtschaftlichen Erfolg. Wer in Anleihen von Spezialunternehmen wie Herosan investiert, braucht ein langes Atem und eine hohe Risikotoleranz.
