Aktienkurse steigen, Renditen sinken – Ölpreise stützen Märkte
Fallende Ölpreise und nachgebende Anleiherenditen treiben US-Aktien-Futures am Donnerstag nach oben.

Die US-Aktienmärkte zeichnen am Donnerstag eine Erholung ab, nachdem fallende Ölpreise und leicht rückläufige Anleiherenditen die Stimmung der Anleger aufhellen. Die Futures der großen Indizes legten im frühen US-Handel deutlich zu, während die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen wieder unter die psychologisch wichtige Marke von fünf Prozent fiel.
Auslöser der positiven Bewegung sind sinkende Rohölpreise. Brent-Rohöl notierte zuletzt bei rund 102 US-Dollar pro Barrel. Medienberichten zufolge soll Saudi-Arabien in der Lage sein, die Hälfte der Kapazität seiner Ost-West-Pipeline innerhalb weniger Tage wiederherzustellen. Zudem belasten die Erwartung höherer US-Leitzinsen die Nachfrageperspektiven. Die Reparaturfortschritte im Golf von Mexiko fielen besser aus als erwartet, was zusätzlich für Entspannung an den Ölmärkten sorgte.
Anleihemärkte atmen auf
Die Renditen der US-Staatsanleihen folgten der Abwärtsbewegung der Ölpreise. Die Zehnjahresrendite fiel unter 4,950 Prozent, nachdem sie in der vorangegangenen Sitzung zum ersten Mal seit 2007 über der Fünf-Prozent-Marke geschlossen hatte. Auch die Renditen zweijähriger und dreißigjähriger Anleihen korrigierten von ihren jüngsten Höchstständen nach unten.
Der Rückgang der Kapitalmarktzinsen verschafft den Aktienmärkten etwas Luft. Die Futures des Dow Jones Industrial Average stiegen am frühen Morgen um 1,1 Prozent. Der Index selbst erlebt derzeit den schlechtesten Septemberstart seit 2008 und hat in diesem Monat bislang 3,2 Prozent verloren. Die Futures des breiter gefassten S&P 500 gewannen 1,15 Prozent, während die Nasdaq-Futures um 1,5 Prozent anzogen. Dabei legten sowohl Hardware- als auch Software-Titel aus dem Technologiesektor zu.
Fed-Zinsentscheidung belastet noch nach
Die Erholungsbewegung folgt auf einen schwierigen Handelstag. Am Mittwoch waren die Aktienmärkte nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank unter Druck geraten, während die Anleiherenditen sprangen. Federal-Reserve-Chef Kevin Warsh hatte gewarnt, dass die Inflation „zu hoch ist und dies schon zu lange" der Fall sei. Die Aussagen erhöhten die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen durch die Fed.
Interessanterweise wirkte der hawkische Tonfall des Notenbankchefs auf einen Teil der Anleger beruhigend. Offenbar gehen viele Marktteilnehmer davon aus, dass die Fed entschlossen handeln wird, um die Inflation zu senken. Allerdings bleibt die Unsicherheit bestehen, ob Warsh politischem Druck standhalten kann.
Ausblick
Die Entwicklung der Ölpreise bleibt der entscheidende kurzfristige Treiber für die Märkte. Sollten die Rohstoffnotierungen weiter nachgeben, könnte dies den Aktienmärkten zusätzlichen Auftrieb verleihen und gleichzeitig den Druck auf die Anleiherenditen verringern. Die kommenden Handelstage werden zeigen, ob sich die Erholung als nachhaltig erweist oder ob die Zinsängste erneut die Oberhand gewinnen.
