Musk, Huang und Cook speisen mit Xi – Milliardenschwere China-Interessen
Die Bosse von Tesla, Nvidia, Apple und Citigroup treffen Chinas Präsidenten – es geht um viel Geld.

Die Gästeliste des Weißen Hauses unter Trump liest sich wie eine Landkarte der Abhängigkeit der amerikanischen Wirtschaft von China. Am Donnerstag sollen die Verantwortlichen von Tesla, Nvidia, Apple und Citigroup mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping zu Abend essen. Die Interessen der US-Konzerne sind gewaltig und reichen vom Tesla-Werk in Shanghai über blockierte KI-Chips von Nvidia bis hin zur lang ersehnten Broker-Lizenz der Citigroup.
Elon Musk hat nahezu 21 Milliarden US-Dollar am jährlichen Tesla-Umsatz, die mit China verknüpft sind. Das Reich der Mitte ist für den Elektroauto-Pionier nicht nur ein gigantischer Absatzmarkt, sondern auch ein zentraler Produktionsstandort. Das Tesla-Werk in Shanghai ist das größte und produktivste des Konzerns weltweit.
Milliardenschwere China-Exposure der Tech-Giganten
Apple verbuchte im vergangenen Jahr in der Region Großchina mehr als 64 Milliarden US-Dollar. Der iPhone-Konzern ist damit massiv von chinesischen Lieferketten und Konsumenten abhängig. Sollte sich das politische Verhältnis zwischen Washington und Peking weiter verschlechtern, stünde für Apple ein erheblicher Teil des Umsatzes auf dem Spiel.
Nvidia verfügt über Milliarden US-Dollar an Chips, die es in China nur schwer absetzen kann. Die US-Exportkontrollen für Hochleistungs-Halbleiter haben das Geschäft des KI-Chip-Primus massiv eingeschränkt. Ein persönliches Gespräch mit Xi könnte hier neue Wege eröffnen – oder zumindest Klarheit über die künftige Regulierung schaffen.
Die Citigroup wartet immer noch darauf, dass Peking ein Wertpapiergeschäft genehmigt, für das man bereits 2021 den Antrag gestellt hatte. Seit Jahren bemüht sich die US-Großbank um eine Broker-Lizenz in China, um am wachsenden Kapitalmarkt des Landes teilzuhaben. Der Antrag liegt seit über vier Jahren auf Eis.
Ein Abendessen mit strategischer Bedeutung
Das Treffen zeigt, wie eng die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den USA und China trotz aller politischen Spannungen sind. Für die vier Konzerne geht es um nichts weniger als den Zugang zum zweitgrößten Wirtschaftsraum der Welt. Die persönliche Ebene mit Xi könnte dabei entscheidend sein – insbesondere in einer Phase, in der Trump mit neuen Zöllen und Handelsbarrieren droht.
Die deutsche Wirtschaft blickt ebenfalls gespannt auf dieses Treffen. Sollten die US-Konzerne Zugeständnisse erreichen, könnte dies auch den Druck auf europäische Unternehmen in China erhöhen. Gleichzeitig wäre eine Entspannung im US-chinesischen Handelskonflikt auch für deutsche Exporteure ein positives Signal.
Ob die Milliardäre bei Tisch tatsächlich konkrete Ergebnisse erzielen können, bleibt abzuwarten. Allein die Tatsache, dass Xi persönlich Zeit für die US-Wirtschaftsbosse einräumt, unterstreicht jedoch die strategische Bedeutung des Treffens.
