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Masan baut Wolfram-Wertschöpfungskette strategisch aus

Vietnamesischer Bergbaukonzern will Ressourcen, Verarbeitung und Partner weltweit vernetzen.

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Masan baut Wolfram-Wertschöpfungskette strategisch aus

Der vietnamesische Spezialist für strategische Materialien, Masan High-Tech Materials, erweitert sein Geschäftsfeld über die klassischen Bergbauaktivitäten hinaus. Das Unternehmen will Ressourcen, Verarbeitungskapazitäten und internationale Partnerschaften entlang der globalen Wolfram-Wertschöpfungskette miteinander vernetzen. Dabei reagiert Masan auf eine grundlegende Neuordnung der globalen Lieferketten für strategische Mineralien.

Nach Einschätzung des Unternehmens wird ein Wettbewerbsvorteil in der Branche nicht mehr allein durch den Besitz von Rohstoffvorkommen definiert. „Die Fähigkeit, langfristige Ressourcen mit fortschrittlichen Verarbeitungskapazitäten und einem Netzwerk internationaler Partner zu kombinieren, gewinnt zunehmend an Bedeutung“, stellt Masan fest. Wolfram werde zunehmend als strategisches Material und weniger als einfaches Industriemetall betrachtet.

Wolfram als strategisches Schlüsselelement

Wolfram kommt typischerweise in Halbleitern, KI-Infrastrukturen, Batterien, additiver Fertigung und Verteidigungssystemen zum Einsatz. Das Angebot an Wolfram ist jedoch stark konzentriert: China deckt 82 Prozent der weltweiten Produktion ab. „Diese Konzentration verändert die Art und Weise, wie Wettbewerbsvorteile in der Branche bewertet werden“, so Masan. Der Besitz einer großen Mine bleibe wichtig, reiche jedoch allein nicht mehr aus.

Während globale Lieferketten umstrukturiert werden, wird die Fähigkeit, Ressourcen mit Verarbeitungskapazitäten und Endmärkten zu verbinden, zu einem zunehmend wichtigen Differenzierungsmerkmal. Masan besitzt mit der polymetallischen Mine Nui Phao in Vietnam eine der größten aktiven Wolframminen außerhalb Chinas.

Aufbau von Verarbeitungskapazitäten über ein Jahrzehnt

Das Unternehmen hat mehr als ein Jahrzehnt damit verbracht, Verarbeitungskapazitäten für Wolframchemikalien über die Tochtergesellschaft Masan Tungsten Chemicals aufzubauen. Diese verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von 9.345 Tonnen. Das integrierte System ermöglicht es Masan, sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu engagieren – vom Bergbau über die Konzentratproduktion bis hin zur Herstellung von Wolframchemikalien wie Ammoniumparatungstat, gelbem Wolframoxid und blauem Wolframoxid.

Masan treibt zudem den Ausbau weiterer Wolframressourcen sowie den Zugang zu externen Rohstoffen für die Verarbeitung voran. Das Unternehmen zielt darauf ab, die Produktion von Wolframoxid allein auf mehr als 8.000 Tonnen pro Jahr zu steigern. Parallel dazu werden Initiativen für eine Kreislaufwirtschaft vorangetrieben, um Wolfram aus ausgedienten Komponenten zurückzugewinnen und erneut zu verarbeiten.

Milliardeninvestitionen in Infrastruktur

Mit Investitionen in Höhe von mehr als 700 Millionen US-Dollar in seine Bergbau- und Verarbeitungsinfrastruktur deckt Masan derzeit 21 Prozent des globalen Wolframangebots außerhalb Chinas ab. Das Unternehmen positioniert sich damit als bedeutender Akteur in einem Markt, der durch die geopolitische Neuordnung der Lieferketten zunehmend an strategischer Bedeutung gewinnt.

Für deutsche Anleger ist Masan vor dem Hintergrund der Diskussionen um Rohstoffsouveränität und die Diversifizierung kritischer Lieferketten ein interessantes Beispiel. Die Abhängigkeit von chinesischen Rohstofflieferungen wird in Europa und Nordamerika zunehmend als Risiko wahrgenommen, was Unternehmen außerhalb Chinas mit integrierten Wertschöpfungsketten einen strategischen Vorteil verschaffen könnte.

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