Trump fordert Ukraine auf, Raffinerieangriffe zu stoppen
Trump fordert Selenskyj auf, Angriffe auf russische Dieselraffinerien zu stoppen

Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aufgefordert, die gezielten Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen. Die ukrainischen Drohnenangriffe hätten die Dieselraffination in Russland weitgehend zum Erliegen gebracht und damit zu einem deutlichen Anstieg der Dieselpreise beigetragen. Trump äußerte sich am Sonntag am Rande des Amgen Irish Open auf seinem Golfplatz in Doonbeg, Irland.
„Herr Selenskyj muss eine Sache tun: Er muss damit aufhören, die Dieselversorgung in Russland zu unterbrechen“, sagte Trump laut einem Bericht von Bloomberg Europe. Der US-Präsident forderte den ukrainischen Präsidenten auf, andere Ziele anzugreifen. „Er soll andere Ziele angreifen – aber nicht die Dieselversorgung, denn er verursacht dadurch Engpässe bei Diesel“, so Trump weiter.
Die ukrainischen Streitkräfte hatten in den vergangenen Monaten wiederholt russische Ölraffinerien mit Drohnen attackiert. Ziel dieser Angriffe war es, die Treibstoffversorgung der russischen Armee zu beeinträchtigen und gleichzeitig die Einnahmen Moskaus aus dem Öl- und Gasexport zu schmälern. Ein besonders spektakulärer Angriff ereignete sich am 18. Juni, als schwarzer Rauch von der Anlage der Gazprom Neft-Ölraffinerie in Moskau aufstieg. Die Raffinerie liegt am südöstlichen Stadtrand der russischen Hauptstadt.
Auswirkungen auf die globalen Dieselpreise
Die Angriffe auf die Raffineriekapazitäten haben jedoch nicht nur Russland getroffen. Da Russland einer der größten Dieselproduzenten weltweit ist, haben die Produktionsausfälle direkte Auswirkungen auf die globalen Märkte. Die Preise für Dieselkraftstoff sind in der Folge auf Rekordniveau gestiegen. Dies trifft insbesondere Verbraucher in Europa und den USA, die auf Importe von Diesel und Heizöl aus Russland angewiesen sind.
Für Deutschland, das als Industriestandort stark von Dieselkraftstoff abhängig ist, sind die steigenden Preise besonders schmerzhaft. Die deutsche Wirtschaft leidet bereits unter hohen Energiekosten, und ein weiterer Preisanstieg bei Diesel belastet Spediteure, Landwirte und letztlich die Verbraucher an der Tankstelle.
Trumps Intervention markiert einen bemerkenswerten Kurswechsel in der US-Politik. Bislang hatten die USA die ukrainischen Angriffe auf russisches Territorium weitgehend toleriert oder sogar unterstützt. Nun scheint der US-Präsident wirtschaftliche Interessen über militärische Erwägungen zu stellen. Die steigenden Dieselpreise könnten sich innenpolitisch negativ für Trump auswirken, insbesondere in ländlichen Regionen und bei Berufskraftfahrern.
Ob Selenskyj der Aufforderung nachkommen wird, ist fraglich. Die ukrainische Führung betrachtet die Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur als legitimen militärischen Akt, der die russischen Kriegsanstrengungen direkt beeinträchtigt. Eine Einstellung dieser Angriffe würde einen wichtigen Hebel aus der Hand geben, ohne dass dafür Zugeständnisse von russischer Seite erkennbar wären.
Die Entwicklung bleibt für Anleger relevant: Sollten die Angriffe tatsächlich eingestellt werden, könnte dies zu einer Entspannung an den Diesel- und Heizölmärkten führen. Ein Ende der Attacken würde die Raffineriekapazitäten in Russland schrittweise wieder hochfahren lassen und die Preise mittelfristig stabilisieren. Umgekehrt drohen bei einer Fortsetzung der Angriffe weitere Preissteigerungen, die sich inflationssteigernd auswirken könnten.
