Kupferpreise unter Druck: US-Zollpläne geraten ins Stocken
Weißes Haus zögert bei Importzöllen – Kupferpreise brechen ein.

Die Kupferpreise sind am Donnerstag deutlich gefallen. Auslöser sind Berichte, wonach die Pläne der US-Regierung zur Einführung von Importzöllen auf das Industriemetall ins Stocken geraten sind. Das Weiße Haus zögert demnach aus Sorge, dass höhere Zölle die Fertigungskosten in den USA in die Höhe treiben und damit die Vorteile einer verstärkten heimischen Förderung zunichtemachen könnten.
Laut einem Bericht von Reuters bestehen zudem Zweifel, ob die Regierung die Zölle tatsächlich auf raffiniertes Kupfer ausweiten wird. Die Unsicherheit traf den Markt hart: Der Benchmark-Kupferpreis an der London Metal Exchange (LME) fiel um drei Prozent auf 14.329,50 US-Dollar pro Tonne. Zuvor hatte er noch ein Rekordhoch von 14.875 US-Dollar erreicht.
Heftige Verluste an der COMEX
Noch deutlicher fiel der Rückgang an der US-Börse COMEX aus. Dort gaben die Preise um 4,7 Prozent auf 6,49 US-Dollar pro Pfund nach, was umgerechnet rund 14.308 US-Dollar pro Tonne entspricht. Auch Aktien des Bergbau-Giganten Freeport-McMoRan verzeichneten deutliche Verluste. Laut Investor's Business Daily belasteten neben den Zollnachrichten zudem steigende Ölpreise und die Entwicklung der Renditen von Staatsanleihen den gesamten Metallsektor. Auch Silber und Gold gerieten dadurch unter Druck.
Monatelang war Kupfer an der COMEX deutlich teurer gehandelt worden als an der LME. Der Grund: Händler hatten das Metall in Erwartung eines möglichen 15-prozentigen Zolls ab Anfang 2027 verstärkt in die USA verschifft. Dieser Trend hielt seit Februar letzten Jahres an, als Präsident Donald Trump eine Untersuchung zu möglichen Importzöllen angeordnet hatte.
Spread dreht ins Negative
Die Volatilität am Markt nahm am Donnerstag massiv zu. Der Spread zwischen COMEX und LME für Lieferungen im Oktober sank zeitweise um rund 200 US-Dollar pro Tonne und drehte in den negativen Bereich. Mit einem Stand von zuletzt minus 20 US-Dollar pro Tonne sind Lieferungen in die USA derzeit wirtschaftlich unattraktiv geworden.
Für Anleger bleibt die Lage angespannt. Die Entwicklung zeigt, wie stark politische Entscheidungen die Rohstoffmärkte beeinflussen können. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die US-Regierung an ihren Zollplänen festhält oder ob die Bedenken hinsichtlich der Fertigungskosten überwiegen.
