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Oracle-Aktie 50% gefallen – Ist der Einstieg jetzt sinnvoll?

Trotz explodierender Umsätze verliert Oracle an der Börse massiv an Wert.

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Oracle-Aktie 50% gefallen – Ist der Einstieg jetzt sinnvoll?

Die Aktien von Oracle (ORCL) haben im vergangenen Jahr rund 50 Prozent an Wert verloren – und das, obwohl die Umsätze des Cloud-Spezialisten regelrecht explodieren. Der Kurssturz ist vor allem auf die Sorgen der Anleger über die massiven Kapitalausgaben des Unternehmens zurückzuführen. Während der Auftragsbestand auf Rekordniveau liegt, fragen sich viele Investoren, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für den Einstieg ist.

Oracle hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Das Unternehmen will sich zum Cloud-Führer aufschwingen. Vor einem Jahr feierten die Anleger diese Strategie noch, der Kurs verdoppelte sich innerhalb von sechs Monaten. Doch die Stimmung hat sich komplett gedreht, und die gesamten Kursgewinne sind wieder verloren gegangen.

Rekord-Auftragsbestand von 664 Milliarden Dollar

Im Zentrum der Oracle-Geschichte steht der Ausbau der Cloud-Infrastruktur. Das Unternehmen verfügt über einen enormen Auftragsbestand mit 664 Milliarden Dollar an verbleibenden Leistungsansprüchen (RPOs). Dabei handelt es sich um den Restwert bereits unterzeichneter Verträge mit Kunden – in der Regel nicht kündbare Vereinbarungen für KI-Rechenzentren, die erst noch gebaut werden müssen.

Die RPOs stiegen im Jahresvergleich um 209 Milliarden Dollar und im Quartalsvergleich um 26 Milliarden Dollar. Oracle hat zudem auf innovative Methoden zurückgegriffen, um den Bau seiner Infrastruktur zu finanzieren, darunter Vorauszahlungen und die Anschaffung von Hardware durch die Kunden selbst.

Kapitalausgaben belasten die Bilanz

Oracle prognostiziert für das laufende Jahr Kapitalausgaben zwischen 90 und 95 Milliarden Dollar. Die Netto-Cash-Kapitalausgaben sollen jedoch bei 70 Milliarden Dollar oder weniger liegen. Zum Vergleich: Die Datenzentrum-Investitionen der großen drei Cloud-Anbieter Amazon, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und Alphabet sind deutlich höher, doch deren Bilanzen sind auch wesentlich stabiler.

Der operative Cashflow von Oracle belief sich auf 23,1 Milliarden Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber 8,1 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Der gesamte operative Cashflow im Geschäftsjahr 2026 lag bei lediglich 32 Milliarden Dollar. Da das Unternehmen im Quartal 28,5 Milliarden Dollar an Kapitalausgaben tätigte, ergab sich ein negativer Free Cash Flow von 5,5 Milliarden Dollar.

Um die Investitionen zu finanzieren, verkaufte Oracle im Rahmen eines At-the-Market-Equity-Programms Aktien im Wert von 20 Milliarden Dollar. Zudem trägt das Unternehmen eine hohe Schuldenlast von 125,3 Milliarden Dollar, bei liquiden Mitteln und marktgängigen Wertpapieren von 37,1 Milliarden Dollar. Diese Kombination aus Schulden und negativem Cashflow macht die KI-Wette riskanter als bei den großen Cloud-Wettbewerbern.

Starke Quartalszahlen trotz Gegenwind

Ein Blick auf die Ergebnisse des ersten Finanzquartals zeigt ein gemischtes Bild: Der Umsatz stieg um 30 Prozent auf 19,35 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 19,14 Milliarden Dollar. Der Cloud-Umsatz sprang um 62 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar. Innerhalb des Cloud-Segments legte der Infrastruktur-Umsatz um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar zu, während der Cloud-Anwendungs-Umsatz um 10 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar stieg. Der Software-Umsatz fiel hingegen um 3 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar.

Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) kletterte um 30 Prozent auf 1,92 Dollar und übertraf die Konsensschätzungen von 1,74 Dollar deutlich.

Ausblick und Bewertung

Oracle hat seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr angehoben: von einem bereinigten EPS von 8,05 Dollar bei einem Umsatz von 90 Milliarden Dollar auf nun 8,10 Dollar bei einem Umsatz von „mindestens“ 90 Milliarden Dollar. Für das dritte Quartal wird ein Umsatzanstieg zwischen 30 und 34 Prozent erwartet, der Cloud-Umsatz soll um 65 bis 71 Prozent zulegen. Der bereinigte EPS soll um 21 bis 25 Prozent auf 1,85 bis 1,93 Dollar steigen.

Aus Bewertungssicht notiert Oracle nun mit einem Forward-KGV von unter 19. Basierend auf den Schätzungen für das Geschäftsjahr 2028 liegt es sogar unter 14. Dabei müssen Anleger jedoch die hohe Schuldenlast und den negativen Free Cash Flow im Hinterkopf behalten.

Die entscheidende Frage bleibt, ob das Management seine Cloud-Wirtschaftlichkeitsberechnungen offenlegen wird – so wie es Amazon und Alphabet bereits getan haben. Eine schnelle Amortisierung der Investitionen könnte die Anleger beruhigen. Bis dahin bleibt die Oracle-Aktie ein riskantes, aber potenziell lohnendes Investment.

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