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Japans Märkte trotzen der Leitzinserhöhung auf 31-Jahres-Hoch

Yen fällt, Nikkei steigt – die unerwartete Marktreaktion nach BOJ-Zinsentscheidung.

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Japans Märkte trotzen der Leitzinserhöhung auf 31-Jahres-Hoch

Die japanischen Märkte zeigten am Freitag eine scheinbar kontraintuitive Reaktion, nachdem die Bank of Japan (BOJ) den Leitzins auf das höchste Niveau seit 31 Jahren angehoben hatte. Während Zinserhöhungen normalerweise die Währung eines Landes stützen, die Renditen seiner Staatsanleihen in die Höhe treiben und den Aktienmarkt unter Druck setzen, geschah in Japan genau das Gegenteil.

Der Yen schwächte sich gegenüber dem Dollar auf mehr als 157 ab, die Rendite der zehnjährigen japanischen Staatsanleihen (JGBs) sank, während der Nikkei 225 um 1,5 Prozent zulegte. Die BOJ hatte ihren Leitzins auf 1,25 Prozent angehoben – den höchsten Stand seit 1995. Die Erhöhung erfolgte nur drei Monate nach der vorherigen Zinsanhebung.

Gründe für die untypische Marktreaktion

Experten verwiesen auf die gespaltene Entscheidung des BOJ-Vorstands als Hauptgrund für die ungewöhnliche Marktreaktion. Die Entscheidung zur Zinserhöhung fiel mit 7:2 Stimmen aus. Die Vorstandsmitglieder Toichiro Asada und Ayano Sato stimmten gegen den Beschluss.

Asada begründete seine Ablehnung damit, dass die Kerninflationsrate unter zwei Prozent liege und die wirtschaftliche Lage möglicherweise nicht stabil sei. Die Kerninflationsrate in Japan lag im August bei 1,7 Prozent, nach 1,8 Prozent im Juli. Sato erklärte ebenfalls, dass die aktuellen wirtschaftlichen und preislichen Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich beschleunigt erschienen.

Die gespaltene Abstimmung deutet darauf hin, dass die Zentralbank möglicherweise nicht zu einer strengeren („hawkish“) Politik übergehen wird. Masahiko Loo, Senior Fixed-Income-Stratege bei State Street Investment Management, wies darauf hin, dass die Zinserhöhung ohne einen aktualisierten Ausblickbericht erfolgte. Dies habe die Fähigkeit der BOJ eingeschränkt, eine strengere Botschaft durch revidierte Prognosen zu untermauern.

Politischer Druck aus den USA

Shigeto Nagai, Leiter der Japan-Ökonometrie bei Oxford Economics, teilte diese Einschätzung. Er sagte gegenüber CNBCs „Access Middle East“, dass die beiden Dissidenten signalisiert hätten, dass Premierministerin Sanae Takaichi nicht überzeugt war, dem Wunsch der USA nach schnelleren und höheren Zinserhöhungen nachzukommen.

Reuters berichtete am Freitag, dass US-Finanzminister Scott Bessent in seinem Treffen mit dem japanischen Finanzminister Satsuki Katayama im Mai die Notwendigkeit höherer BOJ-Leitzinsen betont habe.

Ausblick: Weitere Erhöhungen erwartet

Experten glauben, dass eine weitere Erhöhung, wahrscheinlich im Dezember, auf der Tagesordnung steht. Loo von State Street sagte voraus, dass BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda betonen werde, dass jede zukünftige Sitzung weiterhin „live“ sei.

Die BOJ erklärte, sie werde die Zinsen weiter anheben, sofern sich die Wirtschafts- und Preisbedingungen entwickeln. Sie erkannte jedoch auch an, dass das Wachstum aufgrund hoher Ölpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten wahrscheinlich verlangsamt werden dürfte.

Sam Jochim, Ökonom bei EFG International, sagte, die Zinsen könnten etwa alle drei Monate steigen, wenn die zugrunde liegende Inflation zwei Prozent erreicht. Er erwartet eine Endzinsrate – den erwarteten Höchststand – zwischen 1,75 und 2 Prozent im Jahr 2027.

Die BOJ hat keine Endzinsrate prognostiziert. Stattdessen hat sie beibehalten, dass die Zentralbank die Geldpolitik „angemessen“ gestalten wird, um die zugrunde liegende Inflation bei ihrem Ziel von rund zwei Prozent zu stabilisieren.

Stefan Angrick, Leiter der Wirtschaftsforschung Asien-Pazifik bei Moody’s Analytics, erwartet ebenfalls eine weitere Erhöhung gegen Jahreswechsel. Er sagte jedoch, dass schwache, nachfragegetriebene Inflation und enttäuschendes reales Lohnwachstum künftige Schritte begrenzen würden.

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