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Erschwinglichkeitskrise in den USA trifft Gebrauchtwagenmarkt hart

30.000 Dollar für einen zwölf Jahre alten Toyota mit 90.000 Meilen – ein Beispiel für die Krise.

2 Min
Erschwinglichkeitskrise in den USA trifft Gebrauchtwagenmarkt hart

Die Erschwinglichkeitskrise in den USA trifft zunehmend den Gebrauchtwagenmarkt und zwingt Käufer zu schmerzhaften Kompromissen. Ein aktuelles Beispiel aus Florida zeigt, wie dramatisch sich die Preise für Fahrzeuge mit hoher Laufleistung entwickelt haben.

Der in Florida ansässige Käufer Benjamin Young zahlte 30.000 Dollar für einen Toyota 4Runner, der mit den gewünschten Extras ausgestattet war. Das SUV hat jedoch bereits 90.000 Meilen auf dem Tacho und ist zwölf Jahre alt. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 erwarb Young einen Toyota Venza mit ähnlicher Laufzeit zum halben Preis.

Hintergrund der Preisexplosion

Die Entwicklung auf dem US-Gebrauchtwagenmarkt ist Ausdruck einer anhaltenden Erschwinglichkeitskrise, die viele amerikanische Haushalte betrifft. Während die Preise für Neufahrzeuge ebenfalls gestiegen sind, suchen immer mehr Käufer nach günstigeren Alternativen auf dem Gebrauchtmarkt. Das treibt die Nachfrage und damit die Preise in die Höhe.

Der Fall von Benjamin Young ist kein Einzelfall. Viele Verbraucher in den USA müssen tiefer in die Tasche greifen oder größere Abstriche bei Alter und Laufleistung machen als noch vor wenigen Jahren. Ein zwölf Jahre altes Fahrzeug mit fast 150.000 Kilometern für 30.000 Dollar wäre vor der Pandemie kaum vorstellbar gewesen.

Auswirkungen auf den Markt

Die Preisspirale am Gebrauchtwagenmarkt hat mehrere Ursachen. Dazu gehören Lieferkettenprobleme bei Neufahrzeugen, eine hohe Inflation und gestiegene Zinsen für Autokredite. Viele Amerikaner können sich einen Neuwagen schlicht nicht mehr leisten und weichen auf Gebrauchtwagen aus – was wiederum deren Preise in die Höhe treibt.

Für deutsche Beobachter ist die Entwicklung interessant, da auch hierzulande die Preise für Gebrauchtwagen in den vergangenen Jahren deutlich angezogen sind. Zwar sind die absoluten Preisniveaus in den USA traditionell niedriger als in Deutschland, doch die Dynamik ist vergleichbar.

Die Geschichte von Benjamin Young zeigt, wie weit die Schere zwischen Einkommen und Fahrzeugpreisen inzwischen auseinanderklafft. Wer heute ein zuverlässiges Auto mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen sucht, muss entweder ein hohes Alter und eine hohe Laufleistung in Kauf nehmen oder deutlich mehr bezahlen als noch vor zwei Jahren.

Ob sich die Lage auf dem Gebrauchtwagenmarkt in absehbarer Zeit entspannen wird, bleibt abzuwarten. Analysten verweisen darauf, dass die Neuwagenproduktion sich allmählich erholt, was mittelfristig auch die Gebrauchtwagenpreise wieder sinken lassen könnte. Bis dahin müssen Käufer wie Benjamin Young jedoch weiterhin tief in die Tasche greifen.

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