Goldpreis steigt leicht bei schwächeren Anleiherenditen
Investoren warten auf Fed-Entscheid und mögliche Impulse durch US-Wirtschaftsdaten

Der Goldpreis ist am Mittwoch leicht gestiegen und profitiert dabei von nachgebenden Renditen für US-Staatsanleihen sowie einem leichten Rückgang des Dollars. Anleger blicken unterdessen gespannt auf die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank, die im Verlauf des Tages erwartet wird und potenziell Hinweise auf die weitere geldpolitische Ausrichtung liefern könnte.
Der Preis für Spot-Gold notierte zuletzt bei 3.328,65 US-Dollar je Unze, ein Anstieg von 0,1 Prozent. Auch die US-Gold-Futures verzeichneten ein Plus von 0,1 Prozent und lagen bei 3.326,10 Dollar. Analysten sehen in den Entwicklungen am Anleihemarkt Anzeichen für eine möglicherweise vorsichtigere Haltung der Federal Reserve. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegten sich in der Nähe eines Einmonatstiefs, während der Dollar-Index von seinem jüngsten Hoch abrückte.
Ein Senior-Marktanalyst des Finanzdienstleisters OANDA erklärte, dass eine vorsichtigere Haltung der Fed möglich sei, was sich derzeit an den sinkenden Renditen abzeichne. Gleichzeitig habe sich auch der Druck durch den zuletzt starken Dollar etwas abgeschwächt. Der Markt geht trotz wiederholter Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach Zinssenkungen überwiegend davon aus, dass die Federal Reserve ihren Leitzins zunächst unverändert lassen wird. Gleichwohl rechnen viele Investoren mit einer Zinssenkung im September.
Gold gilt traditionell als Profiteur eines niedrigen Zinsumfeldes, da es im Vergleich zu verzinsten Anlageformen attraktiver wird. Sollte der Goldpreis im Laufe der Woche über die Marke von 3.350 Dollar steigen, könnte dies laut Analysten ein kurzfristiger Impulsgeber für weiter steigende Preise sein. Entscheidend werden dabei unter anderem bevorstehende Daten zur US-Inflation und zum Arbeitsmarkt sein.
Parallel dazu endeten zweitägige Handelsgespräche zwischen Vertretern der USA und Chinas in Stockholm mit dem Ziel, die bestehende 90-tägige Zollpause zu verlängern. Die Entscheidung darüber liegt nun bei Präsident Trump. Die aktuelle Vereinbarung läuft am 12. August aus.
Der Internationale Währungsfonds hob am Dienstag seine Prognosen für das weltweite Wirtschaftswachstum in den Jahren 2025 und 2026 leicht an. Grund dafür sind stärkere als erwartete Käufe vor der für den 1. August geplanten Erhöhung der US-Zölle sowie ein Rückgang des effektiven US-Zollsatzes von 24,4 auf 17,3 Prozent.
Auf dem Markt für andere Edelmetalle zeigte sich Silber stabil bei 38,21 Dollar je Unze. Platin verlor 0,6 Prozent auf 1.386,73 Dollar, während Palladium um 0,5 Prozent auf 1.265,07 Dollar zulegte.
