Goldpreis sinkt leicht bei nachlassender Krisenstimmung
Handelsoptimismus dämpft Nachfrage, schwacher Dollar verhindert stärkeren Rückgang

Gold hat am Freitag leicht nachgegeben. Der Preis für eine Feinunze lag zuletzt bei 3.360,68 US-Dollar, was einem Rückgang von 0,2 Prozent entspricht. Auch die US-Gold-Futures gaben um 0,3 Prozent nach und notierten bei 3.363 US-Dollar. Grund für die verhaltene Entwicklung sind neue Signale, die auf Fortschritte in den Handelsgesprächen zwischen den USA und ihren Partnern hindeuten. Diese Aussicht dämpft die Nachfrage nach dem als sicher geltenden Edelmetall.
Analysten führen die Kursbewegung auf Gewinnmitnahmen zurück. Vor allem spekulative Anleger mit kurzfristigem Fokus hätten ihre Positionen reduziert, da sich eine zunehmende Handelsoptimismus bemerkbar mache. Gleichzeitig bleibt der Dollar auf einem schwächeren Kurs, was die Verluste bei Gold begrenzt. Ein schwächerer Dollar verbilligt das in der US-Währung gehandelte Gold für Käufer aus anderen Währungsräumen.
EU-Diplomaten zufolge rücken die Europäische Union und die Vereinigten Staaten näher an ein mögliches Handelsabkommen. Demnach könnten künftig pauschale Zölle von 15 Prozent auf EU-Waren beim Export in die USA erhoben werden – ein Modell, das an das bereits vereinbarte Rahmenabkommen zwischen Washington und Tokio erinnert.
An den Aktienmärkten sorgten die positiven Entwicklungen im Welthandel für Auftrieb. Sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq-Index erreichten neue Rekordhochs. Die Anlegerstimmung profitierte von der Aussicht auf eine Entspannung der globalen Handelskonflikte.
Stützend für den Goldpreis wirkt weiterhin die Entwicklung des US-Dollars. Der entsprechende Dollar-Index steuert auf seinen größten Wochenverlust seit einem Monat zu. Dadurch wird Gold für Anleger außerhalb der USA attraktiver. Unterdessen deuten neue Daten vom US-Arbeitsmarkt auf eine stabile Lage hin: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging unerwartet zurück. Dennoch bleibt die Beschäftigungsdynamik gedämpft.
Die nächste Zinssitzung der US-Notenbank steht am 29. und 30. Juli an. Beobachter erwarten mehrheitlich keine Veränderung des Leitzinses, doch die Märkte preisen weiterhin eine mögliche Zinssenkung im September ein. Auch die weiteren Edelmetalle zeigten am Freitag Verluste: Silber gab um 0,3 Prozent auf 38,96 US-Dollar nach, bleibt im Wochenverlauf aber 2 Prozent im Plus. Platin sank um 0,8 Prozent auf 1.396,43 US-Dollar, während Palladium 0,9 Prozent auf 1.217,02 US-Dollar einbüßte.
