Goldpreis stabilisiert sich nach Kurseinbruch
Schwacher Dollar stützt, doch Entspannung im Welthandel bremst Nachfrage

Gold bleibt trotz eines schwächeren Dollars stabil, nachdem sich die geopolitischen Spannungen im Welthandel etwas entspannt haben. Die Preise für das Edelmetall veränderten sich kaum, nachdem sie in der vorherigen Sitzung um 1,3 Prozent gefallen waren. Der Spotpreis für eine Feinunze Gold lag zuletzt bei 3.387,15 US-Dollar, während die US-Gold-Futures leicht um 0,1 Prozent auf 3.492,50 Dollar nachgaben.
Händler beobachten derzeit eine Phase der Unsicherheit am Markt, die von gegensätzlichen Signalen geprägt ist. Einerseits sorgte eine nachlassende Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Gold für Zurückhaltung, andererseits stützte der fallende Dollar den Goldpreis. Der US-Dollar-Index fiel auf den niedrigsten Stand seit über zwei Wochen, was Gold für Anleger außerhalb des Dollarraums günstiger macht.
Brian Lan, Geschäftsführer des Edelmetallhändlers GoldSilver Central in Singapur, sprach von einer leichten Korrektur und zeigte sich trotz des jüngsten Rückgangs weiterhin optimistisch für die Preisentwicklung. Noch am Vortag habe sich abgezeichnet, dass sich Gold möglicherweise auf eine neue Aufwärtsbewegung vorbereite, bis Nachrichten über Fortschritte im internationalen Handel zu Gewinnmitnahmen führten.
Die geopolitische Lage beeinflusst weiterhin die Marktentwicklung. US-Präsident Donald Trump erzielte eine Einigung mit Japan, die niedrigere Zölle auf Autoimporte vorsieht. Zugleich stehen die Vereinigten Staaten und die Europäische Union kurz vor einem ähnlichen Abkommen, bei dem auf bestimmte Produkte keine Zölle mehr erhoben würden, während auf europäische Importe ein Satz von 15 Prozent angedacht ist.
Diese Entwicklungen verbesserten das Risikosentiment an den Finanzmärkten und dämpften die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Gold. Anleger richten ihren Blick nun auf die bevorstehende Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank, die im weiteren Tagesverlauf erwartet wird. Ebenso stehen die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten aus den USA sowie der Einkaufsmanagerindex von S&P Global im Fokus. Beide Veröffentlichungen gelten als wichtige Hinweise auf die wirtschaftliche Verfassung der USA vor dem geldpolitischen Entscheid der Federal Reserve in der kommenden Woche.
Neben Gold entwickelten sich auch andere Edelmetalle uneinheitlich: Silber gab um 0,3 Prozent auf 39,16 US-Dollar nach, Platin verharrte bei 1.411,53 Dollar, während Palladium um 1 Prozent auf 1.265,50 Dollar fiel.
