Gold legt zu bei nachlassender Dollar-Stärke
Märkte blicken auf Handelstermine und geldpolitische Entscheidungen in den USA und Europa

Gold hat zum Wochenauftakt zugelegt, begünstigt durch einen schwächeren Dollar und die Unsicherheit rund um laufende Handelsgespräche der Vereinigten Staaten. Das Edelmetall stieg im frühen Handel um 0,6 Prozent auf 3.368,39 US-Dollar je Unze. Auch die US-Gold-Futures verzeichneten ein Plus von 0,5 Prozent und notierten bei 3.376 Dollar. Marktbeobachter führen die Entwicklung vor allem auf die nachlassende Stärke des US-Dollars zurück, was Gold für Anleger aus anderen Währungsräumen attraktiver macht.
Der Dollarindex gab um 0,1 Prozent nach und eröffnete damit Raum für weitere Kursanstiege bei Gold. Analysten sehen vor allem das bevorstehende Fristende für US-Handelsgespräche als möglichen Impulsgeber. Laut Einschätzungen aus dem Marktgeschehen könnte Gold erneut Kurs auf die Marke von 3.400 Dollar nehmen, sollten bis zum 1. August keine neuen Handelsvereinbarungen zustande kommen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Verhandlungen zwischen den USA und der Europäischen Union. US-Handelsminister Howard Lutnick äußerte sich weiterhin zuversichtlich, dass ein Abkommen zustande kommt. Auch ein mögliches Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping ist im Gespräch – entweder im Vorfeld des APEC-Gipfels Ende Oktober oder am Rande der Veranstaltung in Südkorea.
Währenddessen richtet sich der Blick auch auf die Geldpolitik. Die Europäische Zentralbank wird voraussichtlich auf ihrer Sitzung am 24. Juli den Leitzins bei 2,0 Prozent belassen, nachdem zuletzt mehrere Senkungen erfolgt waren. In den USA deutete Fed-Gouverneur Christopher Waller an, dass eine weitere Zinssenkung beim nächsten Treffen der US-Notenbank in Betracht gezogen wird. In einem solchen Umfeld niedriger Zinsen gewinnt Gold als vermeintlich sicherer Hafen an Attraktivität.
Politische Entwicklungen in Japan sorgten zusätzlich für Unsicherheit an den Märkten. Bei der Wahl zur Oberkammer verlor die regierende Koalition ihre Mehrheit, was die Position von Premierminister Shigeru Ishiba vor dem Hintergrund der angespannten internationalen Handelslage schwächt.
Auch andere Edelmetalle verzeichneten Zuwächse. Silber stieg um 0,3 Prozent auf 38,28 Dollar je Unze, Platin legte um 0,5 Prozent auf 1.429,08 Dollar zu. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Palladium aus, das um 1,6 Prozent auf 1.259,93 Dollar kletterte. Die Aktienmärkte präsentierten sich dagegen uneinheitlich: Der Dow Jones schloss 0,3 Prozent im Minus, während S&P 500 und Nasdaq nahezu unverändert aus dem Handel gingen.
