Goldhandel in Asien verliert weiter an Dynamik
Indische Händler weiten Rabatte aus – Nachfrage in China bleibt urlaubsbedingt gedämpft

Die Nachfrage nach Gold bleibt in Indien verhalten. Angesichts der anhaltend hohen Preise halten sich Käufer zurück, was dazu geführt hat, dass Händler ihre Preisnachlässe auf bis zu zehn US-Dollar pro Unze ausgeweitet haben. In der Vorwoche lagen die Rabatte noch bei maximal acht Dollar. Ziel ist es, potenzielle Käufer trotz der Preisniveaus zum Erwerb zu bewegen. Der inländische Goldpreis notierte zuletzt bei rund 97.500 Rupien für zehn Gramm, nachdem im Vormonat ein Rekordhoch von 101.078 Rupien erreicht worden war.
Ein Juwelier aus Kalkutta berichtete, dass in Schmuckgeschäften im ganzen Land deutlich weniger Kunden zu verzeichnen seien. Viele Menschen warteten demnach ab, in der Hoffnung, dass die Preise wieder sinken. Die Kaufzurückhaltung wird durch die drastisch gesunkenen Goldimporte zusätzlich verstärkt. Im Juni beliefen sich diese auf nur 21 Tonnen – ein Rückgang um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der niedrigste Wert seit über zwei Jahren. Ein Händler einer privaten Bank in Mumbai erklärte, dass sich die Angebotslage wegen dieser Entwicklung ebenfalls verknappt habe, was einem noch stärkeren Rückgang der Preise entgegenwirke.
Auch in anderen asiatischen Märkten blieb die Nachfrage nach physischem Gold schwach. In China, dem weltweit größten Goldverbraucher, lagen die Preisaufschläge für physisches Gold zwischen einem Abschlag von fünf US-Dollar bis zu einem Aufschlag von zehn Dollar gegenüber dem Spotpreis. In der Vorwoche hatten die Prämien noch zwischen zehn und 25 Dollar gelegen. Ein Vertreter eines Edelmetallunternehmens führte das geringere Kaufinteresse unter anderem auf die Sommerferien zurück. Erst ab Oktober sei mit einer Belebung des Marktes zu rechnen.
In Hongkong bewegten sich die Prämien zwischen einem und zwei US-Dollar, während Händler in Singapur Gold zum Weltmarktpreis beziehungsweise mit einem leichten Aufschlag von bis zu 2,20 Dollar anboten. In Japan schwankte der Handel zwischen einem geringen Abschlag von 50 Cent bis hin zu einem Aufpreis von einem Dollar. Über alle Märkte hinweg macht sich der Druck der anhaltend hohen Preise auf den Goldhandel bemerkbar.
