Fed so optimistisch wie nie: KKR rät Anlegern zu klarer Positionierung
KKR sieht die Fed so optimistisch wie nie. Zinserhöhungen im Dezember und März erwartet.

Die US-Notenbank Federal Reserve zeigt sich so optimistisch wie noch nie seit Beginn ihrer offiziellen Konjunkturprognosen im Jahr 2011. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Private-Equity-Riesen KKR hervor. Die Strategen des Unternehmens raten Anlegern, ihre Portfolios entsprechend auf die erwartete Zinspolitik auszurichten.
KKR rechnet mit zwei weiteren Zinsschritten: im Dezember dieses Jahres und im März 2027. Danach, so die Prognose, werde die Fed den Leitzins bis 2029 bei 4,375 Prozent stabilisieren. Damit positioniert sich KKR auf der eher restriktiven, also „hawkish“ genannten Seite der Wall-Street-Prognosen. Die meisten Marktteilnehmer gehen von einer früheren und stärkeren Lockerung der Geldpolitik aus.
KKR sieht Wachstum und Inflation als Treiber
Henry McVey, Chief Investment Officer der Bilanz von KKR, erläuterte in einer Notiz in dieser Woche die Hintergründe der Einschätzung. Er geht demnach davon aus, dass der aktuelle Anhebungszyklus zunehmend auf zwei fundamentalen Faktoren fußt: einem steigenden Bruttoinlandsprodukt (BIP) und einer erhöhten Kerninflation. Letztere blendet die volatilen Preise für Lebensmittel und Energie aus und gilt als wichtiger Indikator für den zugrunde liegenden Preisdruck.
Die Zuversicht der Fed ist bemerkenswert. Seit 2011 veröffentlicht die Notenbank regelmäßig ihre Wirtschaftsprognosen, und die aktuelle Einschätzung fällt laut KKR so optimistisch aus wie nie zuvor. Dies deutet darauf hin, dass die Währungshüter die konjunkturelle Stärke der US-Wirtschaft als nachhaltig und robust einschätzen.
Was bedeutet das für Anleger?
Für Anleger ergeben sich aus dieser Einschätzung konkrete Handlungsimplikationen. Sollte KKR mit seiner Prognose recht behalten, blieben die Zinsen über einen längeren Zeitraum auf einem erhöhten Niveau. Ein Umfeld mit länger anhaltend hohen Zinsen begünstigt in der Regel bestimmte Anlageklassen, während es für andere eine Belastung darstellt.
Die KKR-Strategen raten Anlegern, ihre Positionen entsprechend auszurichten. Das bedeutet konkret, sich auf ein Szenario einzustellen, in dem die Notenbank nicht so schnell wie erhofft in den Lockerungsmodus wechselt. Die Fed selbst scheint dieses Szenario durch ihre optimistischen Wachstumsprognosen zu untermauern.
Einordnung für den deutschen Anleger
Auch wenn die US-Geldpolitik im Fokus steht, hat sie direkte Auswirkungen auf den deutschen und europäischen Markt. Ein starker US-Dollar und hohe US-Zinsen binden globales Kapital und erhöhen den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), ebenfalls eine straffe Linie zu fahren. Für deutsche Anleger mit internationalen Portfolios ist die Entwicklung der Fed-Politik daher ein zentraler Faktor für die strategische Asset-Allokation.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Fed tatsächlich so optimistisch bleibt wie von KKR prognostiziert. Die Zinsentscheidungen im Dezember und März werden richtungsweisend sein – nicht nur für die Wall Street, sondern für die globalen Finanzmärkte insgesamt.
