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Fed-Chef Williams: Weiterer US-Zinsschritt bis Jahresende plausibel

Der Präsident der New Yorker Fed erwartet, dass die US-Notenbank vor dem Jahresende möglicherweise erneut handeln muss, um Inflationsrisiken zu senken.

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Fed-Chef Williams: Weiterer US-Zinsschritt bis Jahresende plausibel

Der Präsident der Federal Reserve Bank von New York, John Williams, hält einen weiteren Zinsschritt der US-Notenbank in diesem Jahr für plausibel. Auf einer Konferenz in London sagte er am Donnerstag, es sei vernünftig anzunehmen, dass die Fed vor dem Jahresende möglicherweise erneut Zinsanstrengungen unternehmen muss, um Inflationsrisiken zu mindern.

Williams stützte seine Einschätzung auf die Erwartungen der Marktteilnehmer. Deren Prognosen zeigten, dass Investoren „dafür halten, dass ein weiterer Zinsanstieg bis zum Ende des Jahres angemessen sein könnte. Das erscheint mir als eine vernünftige Denkweise“, so der Notenbanker. Zugleich betonte er die Abhängigkeit von der weiteren Datenlage: „Aber wir müssen abwarten. Wir werden die Daten sammeln und das tun, was wir zwischen Juli und September getan haben.“

Fed hob Leitzins zuletzt auf 3,75 bis 4,00 Prozent an

Williams äußerte sich auf einer Konferenz, die vom National Institute of Economic and Social Research organisiert wurde, einem britischen Thinktank. Seine Aussagen fallen in eine Phase, in der die US-Notenbank ihren geldpolitischen Kurs zuletzt gestrafft hat. Erst in der vergangenen Woche hatte die Fed unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh den Leitzins auf einen Korridor von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben.

Deutlich ist auch das Signal aus dem Führungsgremium der Notenbank: 16 von 18 Entscheidungsträgern ließen erkennen, dass die Fed voraussichtlich mindestens einen weiteren Zinsanstieg bis Ende 2026 durchführen müsste. Damit zeichnet sich ab, dass die Notenbank ihren restriktiven Kurs vorerst beibehalten könnte. Der Leitzins ist der zentrale Steuerungssatz der US-Notenbank und wirkt über die Finanzierungsbedingungen auf die gesamte Wirtschaft – von Konsumentenkrediten bis zu Unternehmensanleihen.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, weil die US-Zinspolitik maßgeblich die globalen Finanzmärkte prägt. Ein höheres US-Zinsniveau stützt tendenziell den Dollar und kann Kapital aus anderen Regionen abziehen. Zugleich beeinflusst es die Renditen von US-Staatsanleihen, die als wichtiger Referenzpunkt für die Bewertung von Aktien und Anleihen weltweit gelten. Auch der Euro gerät in solchen Phasen gegenüber dem Dollar häufig unter Druck, was europäische Exporteure und Importeure gleichermaßen betrifft.

Der Zeitpunkt einer möglichen weiteren Anhebung bleibt offen. Williams machte deutlich, dass die Fed ihre Entscheidung von den eingehenden Konjunktur- und Inflationsdaten abhängig machen will. Die Notenbank hatte bereits in den Monaten Juli und September ihre geldpolitischen Schritte eng an die Datenlage gekoppelt – ein Vorgehen, das der Notenbanker nun als Richtschnur für die kommenden Wochen beschrieb.

Ausblick bleibt datenabhängig

Die Aussagen von Williams dürften die Erwartungen an den weiteren Kurs der Fed stützen. Anleger sollten daher die kommenden US-Inflations- und Arbeitsmarktdaten aufmerksam verfolgen, da sie Hinweise auf den nächsten Schritt der Notenbank geben können. Ein weiterer Zinsschritt würde die Finanzierungsbedingungen weiter verschärfen und hätte Auswirkungen auf Aktien-, Anleihe- und Devisenmärkte.

Mit der Personalie Kevin Warsh an der Spitze der Fed hat sich zugleich die Führung der Notenbank neu aufgestellt. Wie die jüngste Zinsentscheidung zeigt, setzt das Gremium bislang auf eine restriktive Linie, um den Inflationsdruck zu dämpfen. Ob dieser Kurs bis zum Jahresende Bestand hat, hängt nach den Worten von Williams vor allem davon ab, wie sich die Datenlage entwickelt. Klar ist: Die Fed hat sich die Option eines weiteren Zinsschritts ausdrücklich offengehalten.

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