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US-Aktien sinken, Treasury-Verkaufstrend vertieft sich - Renditen auf Rekordhoch

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt auf 5,13 Prozent - der höchste Stand seit Juli 2007.

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US-Aktien sinken, Treasury-Verkaufstrend vertieft sich - Renditen auf Rekordhoch

Die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen sind auf ihr höchstes Niveau seit fast zwei Jahrzehnten gestiegen und setzen die Aktienmärkte unter Druck. Die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihe kletterte um 0,17 Prozentpunkte auf 5,13 Prozent. Damit erreichte sie ihren höchsten Stand seit Juli 2007 und markierte potenziell den größten Ein-Tages-Anstieg seit Mai. Parallel legte der US-Dollar an Wert zu, während die Aktienkurse nachgaben.

Der jüngste Schub bei den Renditen fiel mit zwei weiteren Entwicklungen zusammen: Die Ölpreise sprangen erneut über die Marke von 100 US-Dollar, und eine monatliche Erhebung des S&P zeigte eine Zunahme der privaten Wirtschaftstätigkeit bei gleichzeitig steigendem Preisdruck. Beide Signale deuten auf eine robuste Konjunktur in Verbindung mit erhöhtem Inflationsdruck hin - ein Umfeld, das Staatsanleihen tendenziell unattraktiver macht.

Warum steigende Renditen die Aktien belasten

Steigende Anleiherenditen wirken über mehrere Kanäle auf die Aktienmärkte. Zum einen bedeuten höhere Renditen fallende Kurse bei bereits emittierten Anleihen, da die Papiere mit niedrigeren Kupons im Preis nachgeben müssen, um mit der aktuellen Marktverzinsung zu konkurrieren. Zum anderen erhöhen höhere Kapitalmarktzinsen die Finanzierungskosten für Unternehmen und Haushalte, was die Gewinnaussichten belasten kann. Zudem treten höher verzinste US-Staatsanleihen zunehmend in Konkurrenz zu Aktien um das Kapital der Anleger.

Hinzu kommt die Wechselwirkung mit dem Devisenmarkt. Ein festerer US-Dollar macht US-Exporte für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten teurer und kann die Ergebnisse international aufgestellter Konzerne schmälern. Gleichzeitig stützt ein stärkerer Dollar die Attraktivität von Dollar-Anlagen für ausländische Investoren, was den Kapitalabfluss aus anderen Märkten verstärken kann.

Bedeutung für deutsche Anleger

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung am US-Anleihemarkt von erheblichem Interesse. Die zehnjährige US-Staatsanleihe gilt als globaler Referenzmaßstab für die Kapitalmarktzinsen, an dem sich auch die Bewertung anderer Anlageklassen orientiert. Steigt diese Rendite so deutlich wie zuletzt, verändert das die Rahmenbedingungen für Aktien, Immobilien und Unternehmensanleihen weltweit.

Der erneute Anstieg über die Marke von 100 US-Dollar beim Öl verschärft das Bild zusätzlich. Höhere Energiekosten wirken als Kostentreiber für Unternehmen und Verbraucher und nähren zugleich die Inflationssorgen. Zusammen mit der S&P-Erhebung, die steigenden Preisdruck dokumentiert, entsteht eine Gemengelage, in der Anleger höhere Zinsen einpreisen - mit spürbaren Folgen für die Kursentwicklung an den Aktienmärkten.

Die aktuellen Bewegungen zeigen, wie eng die drei großen Märkte - Anleihen, Devisen und Aktien - miteinander verflochten sind. Ein Renditesprung von 0,17 Prozentpunkten an einem einzigen Tag ist ein ungewöhnlich kräftiger Ausschlag und unterstreicht die Nervosität am Markt. Ob sich der Trend fortsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich Ölpreis und Konjunkturdaten in den kommenden Wochen entwickeln.

Die hier beschriebenen Entwicklungen beruhen auf Angaben aus dem Marktbericht von WSJ Finance.

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