Bank of America erwartet Fortsetzung der EZB-Zinssenkungen 2027
Die Bank of America hält an ihrer Prognose fest: Die EZB dürfte ab dem zweiten Halbjahr 2027 wieder vierteljährlich die Zinsen senken.

Die Bank of America (BofA) behält ihre Prognose bei, wonach die Europäische Zentralbank (EZB) im zweiten Halbjahr 2027 wieder vierteljährliche Zinssenkungen vornehmen wird. Konkret erwartet die US-Großbank Reduzierungen für die Sitzungen im September und im Dezember. Damit rechnet das Institut mit einer Rückkehr zu einem geldpolitischen Lockerungskurs, nachdem die Notenbank zuvor eine Pause eingelegt haben dürfte.
Nach Einschätzung der Bank of America wird der Einlagenzins der EZB im Jahr 2028 unter die Marke von 2% fallen. Der Einlagenzins ist der Zinssatz, den Geschäftsbanken erhalten, wenn sie überschüssige Gelder bei der Zentralbank parken, und gilt als zentraler Leitzins des Euroraums. Ein Absinken unter 2% wäre für Sparer und Kreditnehmer in der Eurozone ein wichtiges Signal.
Laut BofA hängt der genaue Zeitpunkt, an dem sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation das Ziel von 2% erreichen oder unterschreiten, maßgeblich von den Bewegungen der Energiepreise ab. Die Kerninflation schließt schwankungsanfällige Posten wie Energie und Lebensmittel aus und gilt als aussagekräftiger Indikator für den zugrunde liegenden Preisdruck.
Unverändertes wirtschaftliches Narrativ
Die Bank of America beschreibt das zugrunde liegende wirtschaftliche Narrativ als unverändert. Es sei durch eine chronische Nachfrageschwäche und eine restriktive Geldpolitik gekennzeichnet. Beide Faktoren zusammen dämpfen nach Einschätzung der Analysten den Preisauftrieb im Euroraum.
Aus diesen Bedingungen leitet das Institut die Prognose ab, dass es schließlich zu einer Unterschreitung der Inflationsziele kommen werde. Die Teuerungsrate würde demnach nicht nur das 2%-Ziel erreichen, sondern zeitweise darunter fallen. BofA weist zudem darauf hin, dass die Eurozone bereits Anfang 2026 auf einen sinkenden Inflationsverlauf zusteuerte.
Die Ausblicksbetrachtung der Bank spiegelt die Erwartung wider, dass sich die aktuellen wirtschaftlichen Dynamiken während des gesamten Prognosezeitraums fortsetzen werden. Die Projektion des Forschungsinstituts impliziert, dass die EZB ihre aktuelle Politikausrichtung bis zum ersten Halbjahr 2027 beibehalten wird. Erst danach, im zweiten Halbjahr desselben Jahres, würde die Notenbank die Zinssenkungen wieder aufnehmen.
Bedeutung für Anleger in der Eurozone
Für deutsche Privatanleger sind die BofA-Projektionen ein wichtiger Orientierungspunkt. Ein anhaltend restriktiver Kurs bis Mitte 2027 würde bedeuten, dass sich die Finanzierungsbedingungen für Kredite und Baufinanzierungen zunächst kaum lockern. Erst mit den erwarteten Senkungen ab dem zweiten Halbjahr 2027 und einem Einlagenzins unter 2% im Jahr 2028 könnten Geldanlagen und Sparprodukte an Attraktivität verlieren.
Das Tempo der geldpolitischen Wende bleibt jedoch eng an die Energiepreise und deren Wirkung auf die Gesamt- und Kerninflation gekoppelt. Solange die chronische Nachfrageschwäche anhält, sieht die Bank of America den Spielraum für weitere Lockerungen grundsätzlich gegeben. Die Prognose steht damit im Zeichen eines geduldigen, aber anhaltenden Zinssenkungspfads der EZB.
Der Artikel basiert auf Informationen von Investing.com und wurde mit Unterstützung von KI erstellt und von einem Redakteur überprüft.
