ANZEIGE

EU drängt Verbündete zur Schließung der 27-Milliarden-Lücke für Ukraine

Brüssel sucht internationale Partner, um das wachsende Finanzdefizit Kiews vor dem Winter zu decken.

2 Min
EU drängt Verbündete zur Schließung der 27-Milliarden-Lücke für Ukraine

Die Europäische Union erhöht den Druck auf internationale Verbündete, um die wachsende Finanzierungslücke der Ukraine zu schließen. Wie Bloomberg berichtet, sieht sich Kiew aufgrund steigender militärischer Kosten vor dem Winter mit einem Mehr-Milliarden-Dollar-Defizit konfrontiert.

Valdis Dombrovskis, EU-Kommissar für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU, betonte nach einer Tagung der EU-Finanzminister in Dublin die Notwendigkeit einer gemeinsamen Lastenteilung. An dem Treffen nahmen auch die britischen, schweizerischen und kanadischen Kollegen teil.

„Als wir den Unterstützungskredit für die Ukraine vorschlugen, war die Idee, dass dieser etwa zwei Drittel der Finanzierungsbedürfnisse der Ukraine abdecken sollte, während das verbleibende Drittel von anderen internationalen Partnern getragen werden sollte“, sagte Dombrovskis. Er fügte hinzu, dass „die Ukraine aufgrund der Aggression Russlands – wenn überhaupt – noch größere Finanzierungsbedürfnisse habe“.

Finanzlücke von 27 Milliarden US-Dollar

Anfang dieses Jahres hatte der 27-Nationen-Bund ein Kreditpaket im Wert von 90 Milliarden Euro (103 Milliarden US-Dollar) finalisiert, das Kiew bis 2026 und 2027 unterstützen sollte. Durch die intensivierten Kampfhandlungen ist jedoch bereits eine Finanzierungslücke für militärische Zwecke in Höhe von rund 27 Milliarden US-Dollar entstanden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Kommission führen eine umfassende Bewertung durch, um das genaue Ausmaß der Haushaltslücke der Ukraine für das Jahr 2027 zu bestimmen. Serhiy Marchenko, ukrainischer Finanzminister, warnte bei der Versammlung in Dublin, dass das Defizit für 2027 mindestens 32 Milliarden US-Dollar betragen könnte.

Um diese Lücke zu schließen, wirbt Brüssel bei Nicht-EU-Partnern – darunter das Vereinigte Königreich und Japan – um verstärkte finanzielle Zusagen. Das Thema wird einen zentralen Pfeiler der EU-Diplomatie bilden, wenn Beamte nächste Woche bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York auf globale Gegenparteien treffen, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Bloomberg erklärten.

Reformen und alternative Finanzierungsquellen

Fortschritte bei der internationalen Finanzierung und innenpolitischen Reformen könnten zudem dazu beitragen, zusätzliches Kapital aus einzelnen EU-Mitgliedstaaten freizuschalten, so Quellen gegenüber Bloomberg. Wichtige Gesetzesvorhaben – einschließlich der mit internationalen Gebern vereinbarten Steuerreformen – stecken jedoch weiterhin in der ukrainischen Parlamentarität fest.

Während die Kosten für die Unterstützung Kiews steigen, prüfen europäische Führungspersönlichkeiten alternative Finanzierungsmechanismen neu. Einige EU-Mitgliedstaaten befürworten die Nutzung eines Teils der rund 210 Milliarden Euro (235 Milliarden US-Dollar) teuren, derzeit in Europa immobilisierten Vermögenswerte der russischen Zentralbank.

Andere werfen die Möglichkeit auf, zusätzliche gemeinsame EU-Schulden zu emittieren, um als pragmatische, praktikable Lösung die langfristige Stabilität des ukrainischen Kriegsbemühens zu gewährleisten. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die internationale Gemeinschaft die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen kann, um die Finanzierungslücke zu schließen und die Ukraine weiterhin zu unterstützen.

Eu Ukraine Finanzierung27 Milliarden FinanzierungslückeUkraine Defizit 2027Eu Kreditpaket UkraineValdis Dombrovskis UkraineIwf Ukraine HaushaltslückeRussische Zentralbank Vermögenswerte

Meistgelesene News

  1. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  2. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  3. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  4. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  5. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden

Disclaimer